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22. August 2016

Literaturtipps

 
Hans-Günter Nobis, Roman Rolke
Schmerz
Eine Herausforderung

(© Springer Verlag)
An diesem Ratgeber haben über 40 Schmerzexperten mit über 50 Beiträgen zum Thema Schmerz mitgewirkt. Dieses Buch informiert Betroffene aus erster Hand über ihre Schmerzerkrankung und hilft ihnen, sich gezielt professionelle Unterstützung zu suchen. Der leicht verständliche Text erklärt beispielsweise wie chronische Schmerzen entstehen, wie sie diagnostiziert werden und welche Behandlungsmöglichkeiten es heutzutage gibt.
So versteht der Betroffene die bio-psycho-sozialen Zusammenhänge von Schmerz aus Sicht der aktuellen Schmerzmedizin und -psychologie. Dies schafft die Voraussetzung, die Schmerzbehandlung motiviert und eigenverantwortlich mitzugestalten.

Die 2. Auflage wurde grundlegend aktualisiert und um aktuelle Themen wie „Schmerz und Partnerschaft“, „Patienten-Selbsthilfe“ sowie um das Kapitel „Ergänzende Methoden in der Schmerztherapie“ (Imagination, Feldenkrais, Musiktherapie) erweitert.

Springer Verlag, Heidelberg 2016
179 S., 12,99 Euro
ISBN 978-3662489734

Leseprobe
Akute Schmerzen üben eine für unseren Körper notwendige Warnfunktion aus, um Gewebeschäden zu vermeiden. Das Wort „akut“ meint hier einen plötzlich auftretenden Schmerz, der nicht für längere Zeit anhält. Wenn Schmerzen ohne einen typischen Auslöser fortbestehen und sich verselbstständigen, verliert der Schmerz seine Warnfunktion und es kommt zur Entstehung einer Schmerzerkrankung, die über Monate oder Jahre hinweg andauern kann.
Schmerzen machen uns in der Regel darauf aufmerksam, dass irgendwo im Körper etwas nicht stimmt: Sie zeigen uns, wo Reizungen, Wunden oder Entzündungen entstanden sind und ob sie sich möglicherweise ausbreiten. Dieser Schmerz ist keine Gegner, sondern ein Helfer.




Giovanni Maio
Den kranken Menschen verstehen
Für eine Medizin der Zuwendung

(© Verlag Herder)
Das Krankwerden vermag den Menschen in eine existenzielle Krise zu stürzen. Die moderne Medizin reagiert darauf mit Naturwissenschaft und perfekter Technik, aber sie lässt den Menschen in seiner Lebenskrise oft allein. Giovanni Maio macht die Einseitigkeit einer naturwissenschaftlich orientierten Medizin deutlich und entwirft eine Ethik in der Medizin, die auf die Kraft der Zuwendung und der Begegnung setzt. Ein überfälliger Aufruf zu einer neuen Medizin der Zwischenmenschlichkeit. Giovanni Maio, Philosoph und Mediziner, ist Professor für Medizinethik an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität und Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin. Er berät die Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Bundesregierung oder die Bundesärztekammer.


Verlag Herder, Freiburg 2015
224 Seiten, 19,99 Euro
ISBN: 978-3-451-30687-7

Leseprobe
Medizin als Industriebetrieb?
Die moderne Medizin setzt auf Naturwissenschaft, auf Technik, auf Reparatur, als wäre die Krankheit lediglich ein Defekt, den es zu beheben gelte. Innerhalb einer solchen Konzeption von Medizin wird alle Kraft auf das Machen, auf die Anwendung von Verfahren gerichtet und deswegen verkannt, dass dem kranken Menschen oft eher durch das Verstehen und durch die Beziehung geholfen werden kann. Dass die moderne Medizin die heilsame Kraft des Verstehens aus den Augen zu verlieren droht, hängt damit zusammen, dass wir in einer Zeit leben, in der die Zahl, das Messen, das Nachweisen, das Berechnen eine ganz neue und sehr wirkmächtige Bedeutung erlangt haben. Zwar versteht sich die Medizin schon seit 150 Jahren vornehmlich als angewandte Naturwissenschaft, womit sie das Credo des Messens gewissermaßen schon zu ihrer Tradition gemacht hat. Diese Orientierung an den Naturwissenschaften findet heute jedoch eine Verstärkung insofern, als sie sich paart mit einer folgenschweren Orientierung an der Ökonomie. Ökonomie und Naturwissenschaft bilden eine so starke Allianz, dass sich unter der Vorherrschaft dieser beiden Paradigmen die gesamte Medizin grundlegend verändert.





Michaela Haas
Stark wie ein Phönix
Wie wir unsere Resilienzkräfte entwickeln und in Krisen über uns hinauswachsen

Neue Forschungen zum posttraumatischen Wachstum eröffnen eine revolutionäre und überraschende Sicht auf das Thema Trauma. Menschen können auch nach schwersten Krisen Weisheit und Kraft schöpfen, um sich ihr Leben wieder neu aufzubauen. Mit den richtigen Strategien sind sie sogar in der Lage, an den Krisen innerlich zu wachsen und ihre Erfahrung an andere weiterzugeben. Michaela Haas erklärt das Phänomen anhand von zwölf eindrucksvollen Porträts. Sie interviewte unter anderem die Menschenrechtslegende Maya Angelou, die erfolgreiche Autistin Temple Grandin, den Auschwitz-Überlebenden Coco Schumann und trommelte mit Def Leppard-Schlagzeuger Rick Allen. Die aufbauenden Erkenntnisse dieser von Schicksalsschlägen gezeichneten Menschen werden durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt, und sie zeigen: Diese Fähigkeiten stecken in uns allen! Wie wir sie aktivieren können, zeigt Michaela Haas zusätzlich durch effektive Übungen zum Aufbau von Resilienz.

O. W. Barth, Verlagsgruppe Droemer Knaur, München 2015
432 S., 22,90 Euro
ISBN: 978-3-426-29240-2

Leseprobe:
Die amerikanische Politikerin Gabby Giffords beging den dritten Jahrestag des Attentats, indem sie sich aus einem Flugzeug stürzte. „Wahnsinn! Toll!“, rief sie, als sie der Wüste Arizonas entgegenfiel. Für sie war der Fallschirmsprung „der größte Spaß“, um zu feiern, dass sie am Leben war. Und nicht nur am Leben, sondern quicklebendig.
Drei Jahre zuvor, am 8. Januar 2011, hatte die Kongressabgeordnete gerade ihre Wähler vor einem Supermarkt in ihrer Heimatstadt Tucson begrüßt, als ihr ein schizophrener Attentäter aus nächster Nähe mit einer halbautomatischen Glock 19 in den Kopf schoss. Sechs Menschen starben in dem Kugelhagel, darunter ein neun Jahre altes Mädchen, 13 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Augenzeugen glaubten zunächst, Gabby konnte die schwere Kopfverletzung unmöglich überlebt haben, und die Fernsehsender meldeten , sie sei tot. Gabbys Mann, der Astronaut Mark Kelly, bereitete sich gerade auf den letzten Flug des Space Shuttle „Endeavour“ in Florida vor. Er eilte nach Arizona, wo seine Frau im Koma lag. In mehreren Operationen entfernten die Ärzte Stücke ihres zertrümmerten Schädels. Gabby Giffords überlebte, aber durch das schwere Hirntrauma musste sie all die Dinge neu lernen, die Erwachsene für selbstverständlich halten: gehen, essen, reden.





Archiv:

Albrecht, Bernhard: Patient meines Lebens. Von Ärzten, die alles wagen


(© Droemer)
Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Bernhard Albrecht erzählt von Patienten, deren Fälle aussichtslos erscheinen, und von Ärzten, die alles daransetzen, die Krankheit gegen alle Wahrscheinlichkeit zu heilen und Leben zu retten. Und er zeigt, wozu die Medizin imstande wäre, wenn jeder Patient einen Arzt fände, der alles für ihn gibt.
Albrecht erzählt von einem Kinderarzt, der ein Baby durchbringt, das nach Expertenmeinung keine Chance hat, weil es noch vor der 22. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt – das jüngste Frühgeborene Europas. Da ist der Notarzt, dem es gelingt, einen Jungen, der mit einer Körpertemperatur von nur 17 Grad im Koma liegt, wieder zurück ins Leben zu holen. Und da ist ein Wissenschaftlerpaar, dessen Mission es ist, eine künstliche Luftröhre zu züchten, um einem todgeweihten Patienten ein normales Dasein zu ermöglichen.

Droemer Verlag, Düsseldorf 2013
260 Seiten, 19,99 Euro
ISBN 978-3-426-27594-8

Leseprobe
Um ärztliche Künstler geht es in diesem Buch. Sie tun, was Künstler tun: Sie improvisieren, lassen sich von Fantasie und Visionen leiten, vertrauen mitunter ihrem Bauchgefühl mehr als der Vernunft oder der Evidenz, sie bauen an der Zukunft der Medizin, ohne dabei die Bodenhaftung zum überlieferten Wissen der Schulmedizin zu verlieren. Nur einige von ihnen haben sich diese Rolle selbst ausgesucht. Andere werden in sie hineingestoßen, weil ihre Patienten sie in ein Grenzland der Medizin führen, wo Leitlinien ihre Bedeutung verlieren. Einsam stehen sie da, kein Fachbuch und keine Publikation weist ihnen den Weg. Sie müssen tun, was Ärzte vor Jahrtausenden taten: die Therapie am Krankenbett erfinden.

Albrecht, Harro: Schmerz. Eine Befreiungsgeschichte


(© Pattloch)
Schmerz ist eine menschliche Ur-Erfahrung und das Symptom, das Menschen am häufigsten zum Arzt treibt. Mehr als 16 Millionen Deutsche leiden unter andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Doch die Schmerzmittel, die ihnen verordnet werden, haben mitunter schwere Nebenwirkungen und helfen nicht immer. Die Lösungsvorschläge der Pharmaindustrie und der Biomedizin erweisen sich zunehmend als Sackgasse. An ihre Stelle sind Neurobiologen, Psychologen und Soziologen getreten, die einen neuen Blick auf das Phänomen Schmerz erlauben. Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Dr. med. Harro Albrecht, Jahrgang 1961, führt ebenso spannend wie erkenntnisreich durch die Welt des Schmerzes. Er spricht mit Medizinern, mit Naturwissenschaftlern ebenso wie mit Geisteswissenschaftlern, mit Leidenden, mit Hoffnungsvollen, mit lustvollen Schmerzgenießern und mit Verzweifelten. Sein Resümee: Schmerz ist weit mehr als eine körperliche Empfindung. Schmerz besitzt auch eine gesellschaftliche Dimension und erzählt von unserem Geist-Körper-Verhältnis ebenso wie von kulturellen Prägungen und religiösen Wertorientierungen. Diese Erkenntnis macht Mut: Linderung ist möglich. Aber wir müssen lernen, anders mit Schmerzen umzugehen.

Pattloch Verlag, München 2015
608 S., 24,99 Euro
ISBN: 978-3-629-13038-9

Leseprobe
Gegen chronische Schmerzen helfen auf Dauer nur die wenigsten Medikamente, oder die Nebenwirkungen führen zum Abbruch der Therapie. Viele Schmerzformen reagieren kaum auf die vorhandenen Medikamente. Sechzig Prozent der Patienten müssen ohne wesentliche Linderung durch Medikamente auskommen. Der Bedarf für bessere Therapien ist riesig. An Universitäten und in Laboren der Industrie wird intensiv an diesen Problemen gearbeitet. Die vergangenen Jahre brachten eine Flut von Erkenntnissen über viele widerspenstige schmerzhafte Krankheiten. Und doch leiden die meisten Patienten noch immer. Wie das Beispiel der drei größten Angriffe der Pharmaindustrie gegen den chronischen Schmerz zeigt, ist der Gegner wendig und tückisch. Die Geschichte dieser drei Hoffnungsträger erzählt von der Raffinesse des tief in unseren Körper eingeschriebenen Warnsignals Schmerz.

Amelung, Volker Eric u.a. (Hg.): Patientenorientierung. Schlüssel für mehr Qualität


(© MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaf)
Das Ziel, den Patienten in den Mittelpunkt des Gesundheitssystems zu stellen, eint viele Akteure des Gesundheitswesens. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dieses Ziel umzusetzen: Wie müssen sich Versorgungsstrukturen ändern, um eine stärkere Patientenorientierung zu ermöglichen? Wie kann der einzelne Patient besser in medizinische Entscheidungsprozesse einbezogen werden? Und welche rechtlichen Reformbedarfe ergeben sich daraus?
Dieses Buch vereint Perspektiven von mehr als 80 Akteuren des Gesundheitswesens auf das Thema Patientenorientierung. In einem ersten Abschnitt werden System und Struktur des Gesundheitswesens analysiert und der Reformbedarf erörtert. Im Anschluss diskutieren Autoren verschiedene Instrumente wie Pay for Performance, Zweitmeinungsverfahren oder Health Literacy.
Der zweite Abschnitt stellt unterschiedliche Projekte aus der Praxis vor, die die traditionellen Versorgungsstrukturen in Frage stellen und neue Wege gehen. Zu ihnen zählen verschiedene populations- und indikationsbezogene Versorgungsmodelle, Projekte für psychisch Kranke sowie Initiativen für eine bessere Arznei- und Hilfsmittelversorgung. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit den Potenzialen, die in einem gezielten Einsatz der Informationstechnologie liegen. Die Praxisbeispiele belegen, so die Autoren, dass eine konsequente Patientenorientierung nicht nur nötig und möglich ist, sondern gleichzeitig zu mehr Qualität in der Versorgung führt.

Herausgeber: Volker Eric Amelung, Susanne Eble, Helmut Hildebrandt, Franz Knieps, Ralph Lägel, Susanne Ozegowski, Rolf-Ulrich Schlenker, Ralf Sjuts
Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin 2015
Schriftenreihe des Bundesverbandes Managed Care
281 Seiten, 54,95 Euro
ISBN: 978-3-95466-137-4

Leseprobe
Derzeit ist das deutsche Gesundheitssystem in Silos und Sub-Silos organisiert: Ambulanter Sektor, stationärer Sektor, Reha, Pflege – für jeden dieser Bereiche gelten andere Bestimmungen hinsichtlich Vergütung, Zulassung, Kapazitätsplanung, Leistungsspektrum und Regulierungsebene. Gleichzeitig haben sich diese Trennlinien zwischen den Silos fest in den Köpfen der Akteure eingeprägt. In der Folge entstehen erhebliche Brüche und Schnittstellen bei der Koordination und Kooperation zwischen den Leistungserbringern der unterschiedlichen Sektoren. Der Versorgungspfad des Patienten liegt dagegen quer zu den Silos des Gesundheitssystems: Für den Patienten ist es irrelevant, durch welchen Sektor die Leistung erbracht wird, wer der Kostenträger ist und wie die Vergütungsmodalitäten sind. Aus seiner Sicht stehen seine gesundheitlichen Bedürfnisse und der Wunsch nach einer bestmöglichen Versorgung im Mittelpunkt.

Bentele, Verena: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Die eigenen Grenzen verschieben und Sicherheit gewinnen


(© Kailash-Verlag)
Kontrolle ist gut, denn sie gibt uns Orientierung und hilft uns, unsere Ziele zu erreichen. Doch erst Vertrauen befähigt uns, unsere Potenziale voll auszuschöpfen und am Ende die Goldmedaille zu gewinnen. Das ist die Philosophie von Verena Bentele. Die Ausnahmesportlerin und zwölffache Goldmedaillengewinnerin ist von Geburt an blind. In ihrem gemeinsam mit der Autorin Stephanie Ehrenschwendner verfassten Buch schildert sie, wie es ihr gelang, trotz Handicap diese außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen. Denn Einschränkungen und Grenzen seien keine unüberwindlichen Hürden, so Bentele, sondern ließen sich positiv nutzen: an ihnen könnten wir Mut, Kraft und Stärke trainieren.
Das Buch erzählt nicht nur die Geschichte der Autorin, die im Januar zur Behinderten-Beauftragten der Bundesregierung ernannt wurde, sondern es ist zugleich auch ein Ratgeber: Anhand eines Trainingsplans in vier Stufen zeigt die Goldmedaillengewinnerin, wie wir Vertrauen in unsere eigene Fähigkeiten und in die Stärken eines Teams entwickeln können. Denn Vertrauen lasse sich erlernen: Indem wir jeden Tag unsere Grenzen ein wenig verschieben, gewinnen wir an Sicherheit und Mut, um selbst hochgesteckte Ziele zu erreichen.

Kailash-Verlag, München 2014
224 Seiten, 18,99 Euro
ISBN: 978-3-424-63092-3

Leseprobe:
„Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser“ – das heißt auch: Selbst wenn ich Hindernisse wahrnehme, kann ich nicht garantieren, mich nicht daran zu stoßen. Das Einzige, was ich tun kann, ist, darauf zu vertrauen, dass ich nach einer Kollision wieder aufstehen werde und mich ein Zusammenstoß langfristig gesehen weiterbringt. Jeder Mensch holt sich auf die eine oder andere Weise immer wieder mal eine blutige Nase, wenn er Neuland betritt. Das tut mal mehr und mal weniger weh, je nachdem, womit wir uns beschäftigen. Doch wer Erfahrungen sammeln und neue Fähigkeiten entwickeln will, muss Risiken eingehen. Ich selbst habe damit schon sehr früh angefangen.

Berg-Peer, Janine: Schizophrenie ist scheiße, Mama! Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter


(© S. Fischer Verlag)
„Ihre Tochter hat Schizophrenie!“
Diesen Satz hört Janine Berg-Peer vor 16 Jahren das erste Mal. Von einem Tag auf den nächsten ist nichts in ihrem Leben so wie vorher. Der Kampf einer mutigen und starken Frau um das Wohl ihres Kindes beginnt. Selbstkritisch und mit großer Offenheit beschreibt die Autorin, wie sie gemeinsam mit ihrer Tochter – manchmal auch gegen sie – lernt, mit deren Krankheit umzugehen.

S. Fischer Verlag GmbH Frankfurt am Main, 2013
265 Seiten, 9,99 Euro
ISBN 978-3-596-18914-4

Leseprobe:
Für Lena beginnt die Zeit der „Drehtürpsychiatrie“. (...) Ich lerne, die Zeichen zu deuten, wann es wieder so weit ist. In einer besonders kritischen Situation rufe ich Lenas Therapeuten an, weil ich an einem Freitagabend nicht weiß, wo sie ist, und weil ich mir Sorgen um sie mache. Ob er weiß, wo sie ist? Ob er helfen kann? Ich mache den Fehler, bei diesem Telefonat vor Aufregung zu schluchzen. „Nun suchen Sie sich doch endlich selbst einen Therapeuten“, kommt die wenig freundliche Antwort. „Sie übertreiben es wirklich mit Ihrer Sorge um Lena.“ Spätnachts wird Lena von ihren Freunden zu mir gebracht. Sie ist vollkommen durcheinander, und wir fahren sie wieder in die Klinik. Damals kam mir dieser Therapeut unmenschlich vor. Heute weiß ich, dass er für diese Situation einfach nicht zuständig ist. Und im sozialpsychiatrischen System ist Zuständigkeit wichtig. Aber man muss erst zu einer professionellen Angehörigen werden, bis man sich im sozialpsychiatrischen Dschungel auskennt.

Brunkhorst, Reinhard: Überleben ist nicht genug


(© atp Verlag)
Sobald die Schwelle einer Praxis oder eines Krankenhauses überschritten ist, wird der Mensch zum Patienten. Eine Flut von Fragen eröffnet sich: Bin ich hier richtig? Kann ich dem Arzt, dem System trauen? Stimmt die Diagnose? Wie beeinflusst die Erkrankung meine Zukunft, meine privaten und beruflichen Pläne? Muss ich sterben oder gibt es eine erfolgversprechende Therapie, einen Ausweg?
Der Mediziner Reinhard Brunkhorst – Internist und Chefarzt zweier Hannoverscher Krankenhäuser – sucht gemeinsam mit seinen Patienten nach Antworten auf diese Fragen. Er versteht sich als behutsamer Begleiter und unterstützt die ihm anvertrauten Menschen, wenn sich der Gesundungsprozess verzögert, eine unerwartete Wendung nimmt oder erhoffte Ergebnisse ausbleiben.
„Überleben ist nicht genug“ widmet sich in zwölf spannenden, oft bewegenden Erzählungen den komplexen Beziehungen, die zwischen Patienten und Ärzten, Kranken und Heilenden entstehen. Dabei liegt der Fokus auf allem, was die Lebensqualität eines Patienten ausmacht – eben auf dem Menschen hinter dem Patienten. Nicht selten bedeutet dies weit mehr, als das bloße Überleben zu sichern.

atp Verlag, Köln 2013
187 Seiten, 19,80 Euro
ISBN 978-3-943064-05-6

Leseprobe
Jeder Patient will verstehen lernen, was mit ihm geschieht, was in seinem Körper vor sich geht. Schon in diesen ersten Gesprächen muss es mir gelingen, mit dem Patienten und seinen Angehörigen das Fundament für einen Verteidigungswall zu legen.
Patient und Arzt sind nun ein Team, das nur ein Ziel hat: Die Krankheit zu besiegen. Dieser kritische Moment am Anfang kann darüber entscheiden, wie gut wir die nächste Zeit, vielleicht die nächsten Jahre diese Aufgabe gemeinsam bewältigen.

Bossert, Julia (Regie): Trauer.Wege.Finden. Dokumentarfilm


(© atp-Verlag Köln)
Die Wucht der Trauer trifft Menschen häufig völlig unvorbereitet, selbst dann, wenn der Verlust sich schon angekündigt hat. In dem Film „Trauer.Wege.Finden“ erzählen Menschen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, wie es ihnen gelingt, mit ihrem Verlust umzugehen. Sie ermutigen den Betrachter, seinen ganz persönlichen Weg zu finden. Neben der konkreten Orientierungshilfe gibt der Film außerdem theoretische Hintergrundinformationen zum Thema Trauer.

Den offiziellen Trailer zum Film gibt es auch auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=hceU1SmInG4

atp-Verlag Köln 2014
DVD mit Broschüre (16 Seiten)
19,80 (zuzgl. 3,00 Euro Verpackungs- und Versandkosten)
ISBN 978-3-943064-07-0

Der Film kann über das Bestellformular des atp-Verlags unter http://www.atp-verlag.de/TrauerWegeFinden.html oder telefonisch unter 0221-272359-28 bezogen werden.
en, wie gut wir die nächste Zeit, vielleicht die nächsten Jahre diese Aufgabe gemeinsam bewältigen.

Collen, Alanna: Die stille Macht der Mikroben. Wie wir die kraftvollsten Gesundmacher bei der Arbeit unterstützen können



Wer hat im Menschen die Hosen an?
Unser Körper besteht nur zu zehn Prozent aus menschlichen Zellen. Die eigentlichen Chefs unserer inneren Steuerungssysteme sind Billionen von Mikroben – Bakterien und Pilze, die einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit haben und sogar unser Denken beeinflussen. Die britische Evolutionsbiologin Alanna Collen zeigt, dass unsere moderne Lebensweise für Zivilisationskrankheiten wie starkes Übergewicht, Allergien, Autoimmunerkrankungen oder Verdauungsstörungen verantwortlich ist: Übertriebene Hygienemaßnahmen, ungünstige Ernährungsgewohnheiten und Antibiotika bringen den Mikrobenhaushalt empfindlich aus der Balance. In der Erforschung dieser bisher unterschätzten Zusammenhänge liegt jedoch auch eine große Chance: Eine maßgeschneiderte „mikrobenfreundliche“ Ernährung könnte chronisch Kranken neue Hoffnung bringen und unser aller Wohlbefinden verbessern.

Riemann Verlag, München 2015
352 Seiten, 17,99 Euro
ISBN: 978-3-570-50186-3

Leseprobe:
Der menschliche Körper bildet sowohl im Innern als auch außen eine Landschaft von Habitaten, wie sie in der übrigen Welt kaum vielfältiger sein könnten. So wie die Ökosysteme unseres Planeten von verschiedenen Pflanzen und Tieren bevölkert werden, so beherbergt unser Körper eine Unzahl verschiedener Mikrobengesellschaften. Wie alle Tiere sind wir im Grunde nichts anderes als eine kunstvoll gestaltete Röhre. Nahrung geht an einem Ende hinein und kommt am anderen wieder heraus. Unsere Haut sehen wir als unsere äußere Oberfläche, aber auch die Innenfläche unserer Röhre ist eigentlich „außen“, da sie in ähnlicher Weise der Umwelt ausgesetzt ist. Die Schichten unserer Haut schützen uns vor den Elementen, vor eindringenden Mikroben und schädlichen Substanzen. Ebenso wichtig ist aber der Schutz durch die Zellen des Verdauungstrakts, der sich durch uns zieht. Unser „Inneres“ ist nicht der Magen-Darm-Trakt, sondern unsere Gewebe und Organe, unsere Muskeln und Knochen, die zwischen dem Inneren und dem Äußeren unserer Röhre verstaut sind.



Collins, Francis S.: Meine Gene – mein Leben. Auf dem Weg zur personalisierten Medizin


(© Springer Spektrum)
Francis Collins berichtet in seinem Werk über die Erfolge in der Entschlüsselung des menschlichen Genoms. In verständlicher Sprache erklärt er, was DNA ist, was sie verrät, welchen Nutzen die neuen Erkenntnisse mit sich bringen und wo die Grenzen liegen. Der Autor, Direktor der National Institutes of Health in Bethesda, Maryland, und seit über 25 Jahren in der Genom-Forschung aktiv, zeigt, wie der wissenschaftliche Fortschritt unser Verständnis von Krankheiten erweitert hat. Für Diagnose, Vorbeugung und Behandlung ergeben sich ganz neue Optionen.
Millionen von Menschen sind von Krankheiten betroffen, die auf fehlerhafte Gene zurückzuführen sind und eine vererbbare Komponente haben. Viele Mutationen, wie zum Beispiel die, die zu Brustkrebs führen können, sind bereits bekannt. Gegenwärtig sind Wissenschaftler dabei, auch Diabetes, Herzerkrankungen, weitere Krebsformen, psychische Störungen, Asthma, Arthritis oder die Alzheimer-Krankheit auf molekularer Ebene zu entschlüsseln. Familien, die mit häufigen Krankheitsfällen belastet sind, sehen sich nun einer neuen Situation gegenüber: Mit dem Wissen um ihr Risiko können sie Prävention und Behandlung aktiv angehen. Als Genom-Wissenschaftler verschweigt Collins jedoch nicht die Gefahren, die diese Entwicklung mit sich bringen. So berichtet er von Familien – auch aus seinem persönlichen Umfeld –, die sich mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert sehen, wenn es etwa darum geht, ob sie ihr eigenes genetisches Risiko einer tödlichen Krankheit erfahren möchten oder nicht.

Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011
388 Seiten, 24,99 Euro
ISBN 978-3-8274-2777-9

Leseprobe:
Über die DNA-Revolution wurde schon viel geschrieben – häufig etwas zu aufgeregt. Aber dieses Buch soll von den Tatsachen handeln. Es ist ein Buch von der Hoffnung, nicht der Übertreibung. Die zunehmende Fähigkeit, die Sprache des Lebens zu lesen, erlaubt eine vollkommen neue Sichtweise von Gesundheit und Krankheit. Wenn Sie daran interessiert sind, Ihr Leben in vollen Zügen zu erleben, dann ist es Zeit, dass Sie Ihre Doppelhelix für die Gesundheit nutzen und erkennen, was es mit diesem Paradigmenwechsel auf sich hat.

Corbin, Juliet M. / Strauss, Anselm L.: Weiterleben lernen. Verlauf und Bewältigung chronischer Krankheit


(© Verlag Hans Huber)
Das Fachbuch „Weiterleben lernen“ geht der Frage nach, wie sich chronische Krankheiten auf das Leben von Familien und Partnerschaften auswirken und wie die Betroffenen die damit verbundenen praktischen und psychischen Probleme bewältigen. Dabei sensibilisiert das Werk für den Prozesscharakter einer chronischen Erkrankung und zeichnet den Weg nach, den betroffene Paare gehen müssen: die anfängliche Unsicherheit und der Schock der Diagnose, die langsame Genesung, die Stabilisierung auf niedrigerem Niveau, das Auf und Ab von Remission und Rückfall und im schlimmsten Fall das Sterben. Die Basis der Untersuchung sind Interviews, die die Pflegewissenschaftlerin Juliet Corbin und der Soziologe Prof. Dr. Anselm Strauss, beide US-Amerikaner, mit chronisch Kranken und ihren Angehörigen geführt haben. Das Fachbuch richtet sowohl an von chronischer Krankheit Betroffene und ihre Angehörigen als auch an Fachkräfte, die mit diesen Personen arbeiten. „Jede einzelne Fallgeschichte in diesem Buch nistet sich so nachhaltig im Bewusstsein der Leserin bzw. des Lesers ein, dass sie nicht umhinkommen werden, ihre alltägliche Praxis unter neuen Perspektiven zu sehen“, schreibt der deutsche Soziologe Prof. Dr. Bruno Hildenbrand in seinem Geleitwort.

Verlag Hans Huber, Bern 2010
332 Seiten, 29,95 Euro
ISBN 9-783456-84802-0

Leseprobe:
Ich merke, wenn er auf der Stelle tritt und versucht, die Zeit zu überstehen. Er beschäftigt sich dann, aber er tut nur etwas, weil man es von ihm erwartet. Ich habe gelernt, wie ich damit umgehen muss, wenn er deprimiert ist. Er wird missmutig. Ich sage ihm, dass ich diese Art seines Verhaltens nicht besonders schätze, und er weiß, dass er meine Ermahnung braucht. Man kann ihnen nicht alles durchgehen lassen, nur weil sie krank sind. Das wäre für ihn keine so glückliche Situation, weil er sich dann hassen würde, und das kann ich nicht zulassen. Aber ich weiß auch, dass er sich nur so verhält, wenn er sehr angespannt ist und unter starkem Druck steht, und dann kommt es halt so heraus. Ich schlage ihm vor, fernzusehen oder etwas zu tun, was ihn entspannt.

Danner, Martin / Meierjürgen, Rüdiger (Hg.): Gesundheitsselbsthilfe im Wandel. Themen und Kontroversen


(© Nomos Verlagsgesellschaft)
Die Gesundheitsselbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen nimmt heute in unserem Gesundheitswesen einen festen Platz ein, ergänzt die Angebote der gesundheitlichen Versorgung und gibt Impulse für die Stärkung der Patientenorientierung im Gesundheitswesen. Der demografische Wandel, gesellschaftliche Umbrüche, rasante Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnologien, der medizinische Fortschritt sowie neue Aufgaben der kollektiven Interessenvertretung stellen große Herausforderungen für die Selbsthilfe dar.
Die einzelnen Beiträge in dem Sammelband zeigen die Entwicklung der Selbsthilfe in den vergangenen Jahren auf und beleuchten, wie facettenreich sich die Arbeit der Gruppen und Organisationen heute darstellt. Zugleich analysieren sie, vor welchen Herausforderungen die Selbsthilfe künftig steht, und diskutieren unterschiedliche Ansätze, wie die Zukunftsfähigkeit der Patientenorganisationen gesichert werden kann. Dabei wird deutlich: Es bedarf einer neuen Balance zwischen der gegenseitigen sozialen Unterstützung in der Gruppe, der Dienstleistungsorientierung sowie der kollektiven Interessenvertretung.

Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden 2015
233 Seiten, 44 Euro
ISBN 978-3-8487-1210-6

Leseprobe aus dem Beitrag „Selbsthilfe und Patientenbeteiligung“ von Frank Jagusch:
Engagierte Betroffene sind bei der Patientenbeteiligung mit einem grundsätzlichen Dilemma konfrontiert. Von ihnen wird als besonderer Beitrag in den Steuerungsprozessen des Gesundheitswesens das Einbringen von Betroffenenkompetenz erwartet. Über diese Ressource verfügen die Selbsthilfezusammenschlüsse exklusiv durch ihre engagierten Mitglieder: sie macht den besonderen Wert ihres Beitrags in der Patientenbeteiligung aus. In den Steuerungsgremien sind die engagierten Betroffenen dann aber vor allem mit professionellen Aufgabenstellungen beschäftigt: „Mit der Beteiligung in den Gremien des Gemeinsamen Bundesausschusses und ähnlichen Instanzen ist die Grenze zu Bereichen überschritten, in den das „Erfahrungswissen“ durch Selbstbetroffenheit nicht mehr ausreicht. Hochspezialisierte Wissensbestände, Kompetenzen und Verbindlichkeiten gehören zu diesen Rollen, die dem eigentlichen Wesen der Selbsthilfe fremd sind.“ (Trojan 2006)

Deutsche Restless Legs Vereinigung: Wenn die Beine Kopf stehen


(© Deutsche Restless Legs Vereinigung)
Das Restless Legs Syndrom (RLS) – das Syndrom der unruhigen Beine – ist auch 300 Jahre nach seiner „Entdeckung“ schwer zu verstehen, für Betroffene genauso wie für Angehörige, Mediziner und Wissenschaftler. Wo kommt es her? Wie fühlt es sich an? Was ist so schlimm an der Rastlosigkeit? So individuell die Krankheit ist, so einig sind sich alle, die von ihr begleitet werden: RLS stellt nicht nur die Beine, sondern das ganze Leben auf den Kopf.

„Mit diesem Buch wollen wir die unsichtbare Krankheit nachvollziehbar und nachfühlbar machen. Wir wollen das RLS in all seinen Facetten zeigen und Betroffenen etwas an die Hand geben, das sie mit Nicht-Betroffenen teilen können“, erläutert Lilo Habersack, die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Restless Legs Vereinigung und Initiatorin des Projekts. Zu Wort kommen RLS-Patienten wie auch Mediziner und Wissenschaftler, die über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse berichten. Im Spiel zwischen Einblicken und Aufklärung wechselt das Buch in fünf Kapiteln immer wieder die Perspektive, wodurch oft überraschende Zugänge zu der vielfach unterschätzten, weitverbreiteten Krankheit entstehen. „Mit viel Fingerspitzengefühl und Kreativität ist ein hervorragendes Buch gelungen“, sagt Habersack. „Eine Dokumentation und ein Ratgeber, vor allem aber ein Mutmacher – das Buch ist genauso geworden, wie ich es mir gewünscht habe.“

Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit der Agentur Kochan & Partner

ProkonVerlag, München 2015
118 Seiten, 22,80 Euro
ISBN 978-3-932317-20-3

zu beziehen über den prokonVERLAG München,
Hirschgartenallee 27, 80639 München, www.prokonverlag.de
(zuzgl. 3,50 Euro Versandkosten)

Leseprobe:
Verkehrte Welt – Gegensätze, die sich nicht anziehen: Bewegungsdrang lässt nicht zur Ruhe kommen – gleichzeitig bringt nur Bewegung Ruhe. Rastlos sein, während andere schlafen; tagsüber – wenn sich die Welt weiterdreht – umso zerschlagener. Und erst, wenn die Beine nicht mehr still halten wollen, fällt auf, wie viel Gesellschaft im Sitzen stattfindet. Das Gemeine an RLS ist aber, dass es gerade während Entspannungsphasen auftritt. Soziales und kulturelles Leben wird zum Thema. Und während das Bedürfnis wächst, gehört und ernst genommen zu werden, wird oft der Rückzug angetreten.
Mit beiden Beinen im Leben stehen – es gibt viele Wege, sich trotz aller Unruhe zu erden und wieder Boden unter den Füßen zu spüren – richtig oder falsch gibt es hier nicht. Denn jeder hat sein eigenes RLS, die Krankheit ist so individuell, wie es die Menschen sind. Die Reise zu neuer Lebensqualität kann mitunter mühsam sein – doch es gibt Hoffnung.

Döbele, Martina / Schmidt, Simone: Demenzbegleiter für Betroffene und Angehörige.


(© Springer Verlag Heidelberg)
Das Buch der praxiserfahrenen Pflegefachkräfte Martina Döbele und Simone Schmidt ist ein Ratgeber für alle, die sich dem Thema Demenz stellen müssen oder sich vorab informieren möchten. Viele Fragen gehen mit der Erkrankung einher und oft bleibt wenig Zeit, sich auf die neue Situation in der Familie oder im Freundeskreis vorzubereiten. Dieser Wegbegleiter gibt Betroffenen und Angehörigen Antworten auf wichtige Fragen für ein Leben mit Demenz: Was mache ich, wenn ein Elternteil oder mein Partner an Demenz erkrankt? Wie erkenne ich typische Warnzeichen und wie wird die Erkrankung diagnostiziert? Ist eine Betreuung zu Hause möglich? Was ist rechtlich zu regeln? Das Buch bietet Hilfe, um den Alltag zu bewältigen, und geht dabei auf Themen wie Kommunikation, Tagesstruktur, Beschäftigung oder auch die Wohnungseinrichtung ein. Außerdem enthält es Adressen von Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Entlastungsangeboten und erörtert rechtliche Aspekte.

Springer Verlag Heidelberg 2014
244 S., 19,99 Euro
ISBN 978-3-642-38356-4

Leseprobe:
Ein großes Problem für Betroffene und Angehörige ist die zunehmende soziale Isolierung. Oftmals versucht man zunächst Defizite zu verbergen. Da dies im Verlauf der Erkrankung immer schwieriger wird, brechen viele Betroffene den Kontakt zu Verwandten, Freunden und Bekannten nach und nach ab.
Angehörige schämen sich, wenn der Betroffene Verhaltensweisen zeigt, die als auffällig oder unangepasst empfunden werden. Vorsichtshalber meiden sie deshalb den Kontakt zu ihrem bisherigen sozialen Umfeld. Gerade die Einsamkeit wird von Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen als Belastung wahrgenommen.
⇒ Informieren Sie deshalb schon frühzeitig alle Personen, die Ihnen wichtig sind. Sprechen Sie offen über eine mögliche Diagnose beziehungsweise über Ihre Befürchtungen.
Teilen Sie Familienangehörigen und Bezugspersonen auch mit, dass Sie möglicherweise zukünftig Unterstützung benötigen oder dass sie Ihnen als Ansprechpartner und Beistand wichtig sind.
Suchen Sie außerdem frühzeitig Kontakt zu anderen Betroffenen, etwa in Selbsthilfegruppen.

Emrich, Inken / Fröhlich-Güzelsoy, Leila / Frewer, Andreas (Hg.): Ethik in der Medizin aus Patientensicht


(© Peter Lang Verlag)
Das 2012 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Patientenrechtegesetz hat mehrere Ziele in Bezug auf die Wahrnehmung der Belange von Kranken: Transparenz klinischer Therapiewege, ein besserer Umgang mit möglichen Behandlungsfehlern und schnellere Verfahrensabläufe sowie eine Reihe von weiteren Aspekten. Im Kern markiert dieser neue juristische Rahmen vor allem aber ein Phänomen: Den zentralen Perspektivwechsel im Gesundheitswesen hin zu einer stärkeren Orientierung am Patienten. Dieser Band dokumentiert und analysiert verschiedene Aspekte dieser Entwicklung in zwei großen Abschnitten und zehn Einzelkapiteln: Historischer Wandel der Patientenrolle im Gesundheitswesen, die wichtige Funktion der Selbsthilfegruppen als Bürgerbewegung, patientenorientierter Umgang mit Beschwerden, empirische Untersuchungen zur Arzt-Patient-Beziehung und die Entstehung der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland“ (UPD). Ein Schwerpunkt des Bandes ist das Instrument des Patientenfürsprechers zur Stärkung der Rechte von Kranken. Erfahrungsberichte zur klinischen Implementierung und unterschiedliche Modelle für Kontaktpersonen zur Patientenfürsprache werden ebenso vorgestellt wie Fallberichte der Aktiven zum besseren Vergleich der klinischen Problemfelder.

Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2014
259 S., 56,95 Euro
ISBN 978-3-631-65418-7

Leseprobe
Im Behandlungsprozess spielen die Patienten selbst eine entscheidende Rolle. Das Ausmaß ihrer Kooperation beeinflusst die Gesundung und damit auch den Erfolg einer medizinischen Behandlung. Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen dem Erkrankten und seinem Arzt ist deshalb ebenso wichtig wie ausführliche Informationen und eine angemessene ärztliche Beratung. Gelingt es dem Arzt nicht, den Patienten zu aktivieren und seine persönlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen, so ist auch der Behandlungserfolg gefährdet. Dabei kann das Nicht-Befolgen ärztlicher Anweisungen (Non-Compliance) durchaus als Indikator für Kommunikationsdefizite gesehen werden. Diese resultieren in aller Regel daraus, dass Ärzte nur ungenügend auf die Patienten eingehen und sie oft unzureichend über ihre Krankheit und die notwendige Therapie informieren.

Enders, Giulia: Darm mit Charme. Alles über ein unterschätztes Organ


(© Ullstein Buchverlage GmbH)
Ausgerechnet der Darm! Das schwarze Schaf unter den Organen, das einem doch bisher eher unangenehm war. Aber dieses Image wird sich ändern. Denn Übergewicht, Depressionen und Allergien hängen mit einer gestörten Balance der Darmflora zusammen. Das heißt umgekehrt: Wenn wir uns in unserem Körper wohl fühlen, länger leben und glücklicher werden wollen, müssen wir unseren Darm pflegen. Das zumindest legen die neuesten Forschungen nahe. In diesem Buch erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders vergnüglich, welch ein hochkomplexes und wunderbares Organ der Darm ist. Er ist der Schlüssel zu einem gesunden Körper und einem gesunden Geist und eröffnet uns einen ganz neuen Blick durch die Hintertür.

Ullstein Verlag, Berlin 2014
285 Seiten, 16,99 Euro
ISBN 978-3-550-08041-8

Leseprobe
Der Aufbau des Darms
:
Es gibt Dinge, die sind enttäuschend, wenn man sie besser kennenlernt. Die Schokowaffeln aus der Werbung werden nicht von Hausfrauen im Bäuerinnen-Outfit mit Liebe gebacken, sondern kommen aus einem Fabrikgebäude mit Neonröhrenbeleuchtung und Fließbandarbeit. Die Schule ist gar nicht so lustig, wie man am ersten Schultag noch denkt. Im Backstagebereich des Lebens sind alle ungeschminkt. Hier gibt es vieles, das von weit weg wesentlich besser aussieht als von nah dran.
Das ist beim Darm nicht der Fall. Unser Darmrohr sieht von weitem ulkig aus. Hinter unserem Mund führt eine zwei Zentimeter breite Speiseröhre den Hals hinunter, verfehlt die Spitze des Magens und geht dann irgendwo seitlich in den Magen über. Die rechte Magenseite ist viel kürzer als die linke – deshalb krümmt er sich zu einem halbmondförmigen, schiefen Beutelchen. Der Dünndarm schlängelt sich mit seinen sieben Metern Länge orientierungslos mal nach rechts und mal nach links, bis er schließlich in den Dickdarm übergeht. Daran wiederum hängt ein scheinbar unnötiger Blinddarm, der wohl nichts kann, außer sich entzünden.

Evans, Imogen u.a.: Wo ist der Beweis? Plädoyer für eine evidenzbasierte Medizin


(© Verlag Hans Huber)
Welche Therapien, deren Nutzen sicher erschien, haben sich als nutzlos oder gar schädlich herausgestellt? Welche Forschungsergebnisse sind in der Praxis anwendbar und welche nicht? Wie weit reicht der verfälschende Einfluss ökonomischer Interessen? Ist Vorsorge immer sinnvoll? Und vor allem: Wie können Patienten erkennen, ob die Empfehlungen ihres Arztes auf gesichertem Wissen beruhen oder auf zufälligen Einzelerfahrungen und Vorlieben?
Die Autoren dieses Buches sind anerkannte Experten der evidenzbasierten Medizin, die das weltweit verfügbare medizinische Wissen systematisch auswertet und überprüft. Sie wollen nicht das Vertrauen in die Medizin untergraben; aber sie bestehen darauf, dass nur aufgeklärte und kritische Patienten dazu beitragen können, dass im Gesundheitswesen nutzenbringende Therapien gefördert und unnütze unterlassen werden.

Weitere Autoren sind Hazel Thornton, Iain Chalmers und Paul Glasziou.
Aus dem Englischen von Karin Beifuss, deutsche Ausgabe herausgegeben von Gerd Antes.
Verlag Hans Huber, Bern 2013
260 Seiten, 24,95 Euro
ISBN 978-3-456-85245-4

Leseprobe
Die einstmals geschlossene Welt der Medizin ist dabei, ihre Pforten immer weiter zu öffnen, um neuen Ideen und früheren „Außenseitern“ Zutritt zu gewähren. Der Paternalismus ist im Schwinden begriffen. Infolgedessen tragen nun in zunehmendem Maße die Patienten und die Öffentlichkeit zur Gesundheitsforschung bei – und zwar im Hinblick darauf, was erforscht wird und wie Studien durchgeführt werden. Weltweit wird die Zusammenarbeit mit Patienten als Partnern im Forschungsprozess zunehmend befürwortet, und inzwischen stehen für Ärzte, die Patienten und Öffentlichkeit in ihre Arbeit einbeziehen möchten, auch entsprechende Orientierungshilfen zur Verfügung. Patienten verfügen über Erfahrungen, die Abwägungen und Entscheidungen erleichtern und neue Einsichten eröffnen können. Ihr am eigenen Leib erfahrenes Wissen ermöglicht wertvolle Einblicke in die Art und Weise, wie Menschen auf Krankheiten reagieren und welchen Einfluss dies auf ihre Therapieentscheidungen hat.

Exner, Sandra u.a. (Hg.): Silver-Age, Versorgungsfall oder doch ganz anders? Perspektiven auf Alter(n) und Altsein erweitern!


(© Nomos Verlag)
Das Themenfeld Alter(n) und Gesundheit verzeichnet angesichts des viel zitierten demografischen Wandels eine wachsende Dynamik – und zwar im wissenschaftlichen wie auch im politischen und medialen Diskurs. In der Diskussion noch deutlich unterrepräsentiert ist allerdings insbesondere die zunehmende soziale Polarisierung, die zu einer wachsenden Altersarmut führt. Letztere wird hierzulande noch viel zu wenig wahr und ernst genommen und dementsprechend auch nicht konsequent bekämpft, sondern verharmlost, so die Herausgeber. Der Band vermittelt einen Überblick über die Herausforderungen einer zielgruppensensiblen wie -gerechten Gesundheitsförderung für Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Das Augenmerk wird insbesondere darauf gerichtet, dass es sich bei der älteren Generation um keine homogene Gruppe handelt, sondern dass diese zunehmend differenziert nach Lebenslagen und Settings betrachtet werden muss.

Weitere Herausgeber: Antje Richter-Kornweitz, Martin Schumacher, Birgit Wolff, Thomas Altgeld

Mit Beiträgen von: Jutta M. Bott, Elke Bruns-Philipps, Christoph Butterwegge, Sandra Exner, Antje Richter-Kornweitz, Frank Schulz-Nieswandt, Martin Schumacher, Silke van Dyk, Birgit Wolff, Christel Zühlke

Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2015
133 S., 29,- Euro
ISBN 978-3-8487-1786-6

Leseprobe:
Das Paradigma des eigenverantwortlichen und aktiven Alter(n)s ist also nicht ganz so unproblematisch und „freiwillig“, wie es zunächst erscheint: Politikerinnen und Politiker wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler definieren, was die Alten zum Wohle der Gesellschaft wollen sollen. Wenn man sich die seit Anfang der 1990er Jahre von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Altenberichte als zentrale politische Verlautbarungen anschaut, stellt man fest, dass der Tonfall bezüglich der Pflichten von Menschen im Ruhestand mit den Jahren deutlich an Schärfe gewonnen hat.
Da nicht alle Älteren über die gleiche Ressourcen verfügen, gilt es an dieser Stelle zudem auf eine Schieflage des Potenziale-Diskurses aufmerksam zu machen: Hier redet ganz offenkundig die Mittelschicht über sich selbst. Die Vorzeige-Alten, die in der öffentlichen Diskussion als Rollenmodelle präsentiert werden, könnten gutbürgerlicher nicht gezeichnet sein: da geht es um ehemalige Manager, die Jungunternehmer beraten, um pensionierte Lehrerinnen, die sich um Problemjugendliche kümmern, oder um Großeltern, die regelmäßig mit ihren Enkeln die Kinderoper besuchen.

Green, John: Das Schicksal ist ein mieser Verräter


(© Carl Hanser Verlag)
John Green, Autor einiger preisgekrönter Jugendbücher, hat einen Roman über Krankheit, Liebe und Tod geschrieben, der auch Erwachsene in seinen Bann zieht. Die 16-jährige Hazel hat Krebs. Doch sie will auf keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und schlagfertigen Gus trifft, der offensiv mit seiner Krankheit umgeht. Hazel und Gus diskutieren über Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort ihren Lieblingsautor zu treffen.
Der US-Amerikaner John Green, 1977 geboren, wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Sein Debüt-Roman „Eine wie Alaska“ (Hanser Verlag 2007) war unter anderem für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Carl Hanser Verlag, München 2012
288 Seiten, 16,90 Euro
ISBN 978-3-446-24009-4

Leseprobe
Im Winter meines sechzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahrscheinlich, weil ich kaum das Haus verließ, viel Zeit im Bett verbrachte, immer wieder dasselbe Buch las, wenig aß und einen großen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken.
In jeder Krebs-Broschüre oder Website oder Infoseite zu dem Thema werden Depressionen als Nebenwirkung von Krebs genannt. Doch in Wirklichkeit sind Depressionen keine Nebenwirkung von Krebs. Depressionen sind eine Nebenwirkung des Sterbens. (Auch Krebs ist eine Nebenwirkung des Sterbens. Eigentlich ist fast alles eine Nebenwirkung des Sterbens.) Aber meine Mutter glaubte fest, dass ich eine Therapie brauchte, und deshalb brachte sie mich zu meinem Hausarzt Dr. Jim, der ihr bestätigte, dass ich bis zum Hals in einer lähmenden und absolut klinischen Depression steckte und dass meine Medikamente neu eingestellt werden müssten und ich außerdem einmal die Woche eine Selbsthilfegruppe besuchen solle.

Halle, Martin: Schritt für Schritt endlich fit


(© Mosaik Verlag)
Der Sportmediziner und Kardiologe Prof. Dr. Martin Halle erklärt, wie Sportmuffel aus eigener Kraft deutlich
 gesünder und leistungsfähiger
 werden können. Das Fitnessbuch
 bietet Gesundheitsinformationen, Trainingspläne, Übungen für Muskeltraining und Erfahrungsberichte mit Laborwerten im Vorher-Nachher-Vergleich. Weitere Hinweise gibt es für Menschen, die an Diabetes, zu hohen Cholesterinwerten, Bluthochdruck und Übergewicht leiden. Mit einem Einstiegstraining von fünf bis zehn Minuten täglich eignet sich das Programm besonders für Ungeübte.

Mosaik Verlag München
160 Seiten, 10,-- Euro
ISBN: 978-3- 442-39262-9

Leseprobe:
Jetzt geht’s richtig los! Die erste Woche ist eine der wichtigsten. Besonders wichtig: Zu welcher Zeit am Tag werden Sie das Training durchführen? Sind Sie eher ein Morgen- oder ein Abendtyp? Oder können Sie die Mittagspause für Sport nutzen? Überlegen Sie sich, wann es am besten passt, und reservieren Sie diese Zeit fest für sich.
Ziel der ersten Woche ist das „Reinkommen“. Sie absolvieren jeden Tag ein kleines Trainingsprogramm und verankern so die Regelmäßigkeit des Trainings in Ihren Alltag. Das Training kann 5 bis 10, maximal auch 15 Minuten dauern und sollte sich bei Einsteigern ausschließlich auf lockeres Walken begrenzen.
In der ersten Woche geht es noch nicht um eine Trainingsanpassung der Muskulatur, des Herzens oder des Stoffwechsels, sondern einzig und allein um ein Training „im Kopf“, also eine Verhaltensänderung.

Hauke, Rudolf: Der fremde Tropfen in meinem Blut


(© Pro BUSINESS Verlag)
Krebs ist eine Erkrankung, die den Betroffenen in voller Härte und meistens unvorbereitet trifft. Die Angehörigen erfüllt sie mit tiefer Sorge, Freunde und Kollegen sind ratlos, ob und wie sie dem Patienten helfen können. Rudolf Hauke, früherer Vorstand der Kaufmännischen Krankenkasse, trifft die Diagnose eines Non-Hodgkin-Lymphoms nicht ganz unvorbereitet. Er bekommt sie bereits zum dritten Mal gestellt. Aus diesem Grund ist er fest entschlossen, den Krebs nun endgültig loszuwerden. Er entschließt sich zu einer Therapie mit Hochdosis-Chemo und Stammzelltransplantation. Außerdem triff er konsequente Entscheidungen, die ihm helfen, sich vollständig auf den Therapieplan zu konzentrieren: Er verabschiedet sich vorläufig aus seinem Berufsleben, wechselt den Wohnort und empfängt auch keine Besuche. „Zugleich vertraut er sein nunmehr fragil gewordenes Leben einem Gesundheitssystem an, das ihm zwar keine Liebe und Freundschaft ersetzen kann, dafür aber exzellent ausgebildete und erfahrene Ärzte, gut geschultes freundliches Pflegepersonal, ausgereifte Medizintechnik und erstklassige Medikamente zu bieten hat“, wie Hauke auf seiner Homepage schreibt. „Der fremde Tropfen in meinem Blut“ enthält Tagebuchaufzeichnungen aus der halbjährigen Kernphase von Diagnose und Therapie sowie einen Ausblick auf den weiteren Heilungsverlauf.

Pro BUSINESS Verlag, Berlin 2015
244 Seiten, 11,90 Euro
ISBN: 978-3-86460-329-7
Für jedes verkaufte Buch ergeht eine Spende an den Verein für krebskranke Kinder in Hannover. Weitere Informationen unter: www.rudolfhauke.de

Leseprobe:
Während ich mich wieder anziehe und auf den Bericht warte, arbeitet es in meinem Kopf. Ich will es nicht wahrhaben, aber ich weiß es: Es ist so, auch wenn noch weitere Untersuchungsergebnisse vorliegen müssen. Ich habe wieder Krebs. Wieder ein Non-Hodgkin-Lymphom, wie auch schon vor dreizehn und vor vier Jahren – oder vielleicht doch nicht? Hin- und hergerissen bin ich und durcheinander. Ich habe doch in den nächsten Tagen und Wochen so viel vor: Ich muss doch arbeiten. Ich möchte meinen 60. Geburtstag feiern und habe schon Einladungen verschickt. Wir haben den Urlaub gebucht und bezahlt... „Hier ist der Bericht“, reißt mich der Arzt aus meinen Gedanken. „Gehen Sie damit rüber zu Prof. Gabler. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“

Hentschel, Christian: Alt oder krank? Verständnishilfen bei Altersbeschwerden


(© Verlag Hans Huber)
Alter ist keine Krankheit. Körperliche oder psychische Veränderungen im Alter sind nicht unbedingt behandlungsbedürftig, sondern oft einfach ein körperliches Phänomen, das akzeptiert werden muss. Aber wenn alte Menschen wirklich krank werden, haben sie und ihre Angehörigen viele Fragen: Was bedeutet die Diagnose im Arztbrief? Was für eine Krankheit habe ich überhaupt? Wird sie noch einmal besser? Kann ich mich allein um meine Mutter oder meinen Vater kümmern? Woher bekomme ich professionelle Unterstützung in der Pflege? Und wer zahlt das alles?
Diese und andere Fragen beantwortet das Buch. Es stellt die wichtigsten Alterskrankheiten wie Koronare Herzkrankheit, Osteoporose oder Lungenentzündung sowie verschiedene Krebserkrankungen übersichtlich und verständlich dar. Neben den medizinischen Fakten wird auch aufgezeigt, welche Konsequenzen die jeweilige Krankheit auf die Pflegebedürftigkeit hat und worauf sich pflegende Angehörigen einstellen müssen. Darüber hinaus stellt der Diplompsychologe das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit detailliert vor. Eine Erklärung medizinischer Begriffe und ein Sachregister runden die Publikation ab.

Verlag Hans Huber, Bern 2013
334 Seiten, 24,95 Euro
ISBN 9-783456-852867

Leseprobe
Gesundheit gilt aus Sicht der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als „Zustand körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“. Aber fühlt man sich auf jeden Fall wohl, wenn alle Organe und Körperteile fehlerfrei funktionieren bzw. geht es einem zwangsläufig schlecht, wenn man gesundheitlich eingeschränkt ist? Wie unerträglich wäre dann das Leben derer, die an chronischen Krankheiten leiden. Ob wir gesund oder krank sind, können wir also nicht selbst wissen und sollten es in manchen Fällen evt. auch gar nicht (z.B. die genetische Analyse auf Neigung zu bestimmten Krebserkrankungen, welche bereits via Internet möglich ist.)
Aus moderner Sicht versteht man Krankheit und Gesundheit nicht mehr als sich gegenüberstehende Gegensätze, sondern als Kontinuum. Und diese Kontinuum wird vom Alter beeinflusst, mal stärker und mal schwächer.

Higashida, Naoki: Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann. Ein autistischer Junge erklärt seine Welt


(© Rowohlt Verlag)
Warum guckst du uns nicht in die Augen? Warum bist du so gern allein? Warum magst du nicht meine Hand halten? Warum rastest du aus?
Dies sind nur einige der vielen Fragen, die Eltern eines autistischen Kindes umtreiben. In diesem Buch finden sie Antworten. Naoki Higashida, ein 13-jähriger Junge aus Japan und selbst schwer autistisch, nimmt den Leser mit in seine Welt, erklärt, was in ihm vorgeht – und löst mit seinen Antworten das bequeme Klischee auf, Menschen mit Autismus hätten keine Gefühle.
In seinem Vorwort erklärt der britische Roman-Autor David Mitchell, selbst Vater eines autistischen Kindes: „Das Buch, das mir am meisten geholfen hat. Was ich las, half mir, als Vater aufgeklärter, hilfreicher, stolzer und glücklicher zu sein.“

Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg
160 Seiten, 12,99 Euro
ISBN 978-3-499-62873-3

Leseprobe
Warum rennst du dauernd irgendwohin?
Mein Verstand ist ständig in rastloser Bewegung. Es ist nicht so, dass ich unbedingt wegrennen will, ich kann einfach nicht anders und muss plötzlich zu irgendetwas, das ich gerade zufällig sehe, hinpreschen. Mich nervt das auch, weil die Leute mich deswegen ständig kritisieren. Aber ich weiß nicht, wie ich es ändern kann.
Ich veranstalte dieses ganze Rumgerenne also nicht, weil es mir Spaß macht – es beruhigt mich nicht einmal. Es ist fast so, als würde ich wie durch Geisterhand, ohne es selbst zu merken, von einem Ort zum anderen bewegt. Es passiert selbst dann, wenn jemand mich aufzuhalten versucht oder mir sonst was in die Quere kommt. Für einen kurzen Moment verliere ich mich irgendwie.

Hölzel, Britta / Brähler, Christine (Hg.): Achtsamkeit mitten im Leben – Anwendungsgebiete und wissenschaftliche Perspektiven


(© Verlagsgruppe Droemer Knaur)
Immer mehr Menschen möchten Meditation und Achtsamkeit als einen zentralen Bestandteil in ihr Lebens integrieren. Wie diese Wahrnehmungsschulung die familiären und sozialen Beziehungen beeinflussen kann, dokumentieren eindrucksvoll Britta Hölzel und Christine Brähler. Die Hirnforscherin und die Psychotherapeutin geben einen fundierten Überblick darüber, wie Achtsamkeit in vielen wichtigen Lebensbereichen umgesetzt werden kann. Dazu zählt auch der Umgang mit chronischen Schmerzen oder mit schwierigen Emotionen. Wer selbst mehr Achtsamkeit in sein Leben bringt – etwa im Umgang mit Kollegen, Klienten, Kindern, Partnern und Freunden – verändert auch die Gesellschaft im Ganzen.

Zu den Autoren gehören: Prof. Dr. Stefan Schmidt, Dr. Tim Gard, Dr. Thorsten Barnhofer, Dr. Gisela Full, Dr. Clarissa Schwarz, Lienhard Valentin, Vera Kaltwasser, Nicole Stern, Dr. med. Eckard Krüger, Michaela Doepke

O. W. Barth, Verlagsgruppe Droemer Knaur, München 2015
336 S., 19,99 Euro
ISBN: 978-3-426-29236-5

Leseprobe
In achtsamkeitsbasierten Verfahren wird auch vermittelt, dass es nicht nur eine einzige, „richtige“ Art gibt, mit Schmerzen umzugehen, sondern ganz verschiedene Möglichkeiten. Es kann hilfreich sein, sich ein Repertoire an unterschiedlichen Strategien anzueignen, um dann je nach Situation und Schmerzempfinden flexibel eine davon auswählen zu können. Sich dem Schmerz achtsam zuzuwenden, neugierig, offen, und mit Selbstmitgefühl, ist eine Möglichkeit, Ablenkung eine andere: Man atmet z. B. konzentriert ein und aus und lenkt die volle Aufmerksamkeit auf die Atemempfindung. Eine weitere Möglichkeit ist es, sich gezielt zu entspannen, indem man die Atmung verlangsamt oder ein warmes Bad nimmt. Man kann aber auch das Gewahrsein auf die Bereiche im eigenen Körper richten, die schmerzfrei sind, oder aber bewusst Veränderungen herbeiführen, die den Schmerz lindern, zum Beispiel die Haltung des Körpers verändern, oder gegebenenfalls Medikamente einnehmen.

Hoffmann, Laura C. / Hartweg, Hans-R: Patientenrechte in Europa. Ausgesuchte, europäische Patientenrechtesysteme und -gesetze im Vergleich


(© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH)
Laura C. Hoffmann und Hans-R. Hartweg stellen einen Vergleich zwischen ausgesuchten europäischen Ländern an und untersuchen, wie dort zum Schutz von Patientinnen und Patienten agiert wird. Nachdem in Deutschland das Patientenrechtegesetz verabschiedet wurde, das im Wesentlichen Patienten-Ansprüche in einer Rechtsgrundlage zusammenführt, ist eine Diskussion entbrannt, ob dieses Gesetz nicht eventuell zu kurz greift. Es kann dabei sinnvoll sein, den Blick auch auf andere Systeme zu richten. In einigen Nachbarstaaten sind entsprechende Patientenansprüche bereits tief verwurzelt und die Bürger profitieren von einer langen Tradition entsprechender Regelwerke. Die Autoren beleuchten insbesondere die Situation in Schweden, Dänemark, Österreich, Frankreich sowie in den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.

Springer Gabler Wiesbaden 2014
32 Seiten, 9,99 Euro
ISBN 978-3-658-07286-5

Leseprobe
Schon diese kurze Schilderung zeigt, wie fremd dem deutschen Haftungsrecht alternative Entschädigungsmodelle sind. Gerade in einem solchen Punkt könnte das bundesdeutsche Patientenrecht über die jüngsten Nivellierungen hinaus von bewährten Erfahrungen internationaler Systeme profitieren. Deswegen scheint es mehr als sachgerecht, den Blick über den deutschen Tellerrand hinaus auch auf die kodifizierten Patientenrechte anderer Nationen zu richten.

Jötten, Frederik: Viel Rücken. Wenig Rat. Wie ich der Ursache meiner Schmerzen auf die Spur kam


(© Rowohlt)
Es ist ein Kreuz! Wer seine Rückenschmerzen loswerden will, macht allerhand mit. Wie der Journalist und Biologe Frederik Jötten. Er zog von Arzt zu Arzt, wurde keilkissensüchtig, kugelte auf einem Sitzball vor dem Schreibtisch herum und purzelte bei der Wirbelsäulengymnastik von der Matte. Weil nichts half, beschloss er, selbst zum Ermittler zu werden und dem Rätsel seiner Schmerzen auf die Spur zu kommen. Sein persönlicher Kreuz-Krimi enthält daher nicht nur viele lustige Geschichten aus dem Patientenalltag, sondern auch Tipps von Deutschlands besten Spezialisten: zur richtigen Therapie, der besten Sitzposition, zur Wirksamkeit von Osteopathie, Krafttraining und Yoga.



Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2014
256 Seiten, 9,99 Euro
ISBN 978-3499602771

Leseprobe:
Als Kind sammelte ich Bierdeckel, Kronkorken, Briefmarken. Als Rückenpatient wurde ich ungewollt wieder zum Sammler – von Bildern aus Röntgengeräten und Kernspintomographen. Wenn ich nicht irgendwann begonnen hätte, mich neuen Röntgenbildern wegen der Strahlenbelastung zu verweigern, könnte ich damit heute meine gesamte Wohnung tapezieren. Jetzt ist es nur die halbe. Kernspinbilder haben durchaus Posterformat, und die Motive, die bei mir eingelagert sind, hätten das Potenzial, mich froh zu machen. Denn schließlich sieht meine Wirbelsäule auf den Bildern relativ gesund aus. Trotzdem lagere ich sie lieber in diesen riesigen Plastiktüten, in denen sie einem ausgehändigt werden – sie sind in ihrer Schwarz-Weiß-Optik einfach nicht besonders ansehnlich.

Jox, Ralf J.: Sterben lassen. Über Entscheidungen am Ende des Lebens


(© Rowohlt)
Der Palliativmediziner Ralf Jox ist Experte für Selbstbestimmung am Lebensende, Ethikberatung und Patientenverfügungen. Detailliert und sachlich informiert er in „Sterben lassen“ über mögliche Entscheidungen am Ende des Daseins. Hierzu zählt er die Kunst des Sterbenlassens und erörtert, was auf medizinischem Gebiet machbar und was ethisch vertretbar ist. Er füllt Wissenslücken, beschreibt aktuelle Rechtsfragen und widmet sich Themen wie Therapiezeitverlängerung, Suizid und Palliativversorgung.
Im Zentrum des Buches steht der Mensch – seine Ängste und Sorgen auf dem letzten Lebensabschnitt. Darum ist dieses Buch gleichermaßen empfehlenswert als Lektüre für Menschen, die sich mit dem Thema auseinander setzen möchten, als auch als wertvoller Ratgeber für all diejenigen, die nahestehende Menschen auf dem letzten Weg begleiten.



Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg
270 Seiten, 9,99 Euro
ISBN 978-3-499-63032-3

Leseprobe:
Aus dem Vorwort:
Die öffentliche Diskussion über das Sterbenlassen krankt seit Jahren an einer übertriebenen Emotionalisierung. Viel zu häufig werden nur Erlebnisse und Einstellungen ausgetauscht, viel zu selten Fakten zur Kenntnis genommen und Argumente abgewogen. Sachlich, aber engagiert sollen hier die wichtigsten Themen dargestellt werden. Möge das Buch in diesem Sinne zur Versachlichung und vernunftgeleiteten Betrachtung anregen.
Es richtet sich grundsätzlich an alle Leser, denn jeder ist sterblich und hat mit dem Sterben anderer zu tun. Ich hoffe, dass Kranke und ihre Angehörigen genauso davon profitieren wie Dienstleister im Gesundheitswesen, Ethiker, Juristen und Politiker.

Karst, Matthias: Das Schmerz-Buch. Neue Wege wagen


(© Schlütersche Verlagsgesellschaft)
Die Schmerzforschung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Vielen Betroffenen ist aber nicht klar, was eine gute Schmerztherapie für sie tun kann. Heute werden chronische Schmerzen als eigenständige Erkrankung gesehen. Sie geht mit tiefgreifenden Veränderungen im Nervensystem einher und hat Auswirkungen auf Körper, Seele und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Entsprechend wichtig ist es, alle drei Ebenen zu beleuchten, um die Ursachen der Schmerzen und Wege aus dem Schmerz zu finden.
Der Arzt und Wissenschaftler Prof. Dr. Matthias Karst beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit allen Formen von Schmerzen. In diesem Ratgeber macht er mit vielen Fallbeispielen modernste Forschungsansätze für den Laien zugänglich.

Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2014
152 Seiten, 19,90 Euro
ISBN 978-3-89993-850-0

Leseprobe
Realistische Ziele stecken
:
Wenn eine Therapie gelingen soll, müssen die Therapieziele bekannt sein. Heißt Ihr Ziel „keine Schmerzen“, kann das der Anfang einer langen Zeit mit Frustration und Depression sein, da diese Ziel zu hoch gesteckt ist. Zu Beginn der Therapie kann man nicht wissen, ob, wie und wodurch es im Verlauf zu einer Schmerzreduktion kommt. Stellen wir uns hierzu folgenden Dialog vor:

Patient: „Ich erwarte, dass die moderne Medizin meine Schmerzen vollständig beseitigt. Auch in den Medien habe ich gelesen, dass heute keiner mehr leiden müsse und dass es ein Recht auf Schmerzfreiheit gebe.“
Arzt: „Selbstverständlich, ich kann Ihrem Wunsch entsprechen. Wir können innerhalb von 30 Sekunden sämtliche Schmerzen ausschalten. Dazu leiten wir eine Vollnarkose ein.“

Katz, Dr. David L.: Schluss mit Ernährungstrends. Sie dürfen mehr, als Sie denken. Außer Fertiggerichte


(© Mosaik Verlag)
Ständig werden neue Diäten, Nahrungsergänzungsstoffe und andere Wundermittel erfunden – und wir machen jeden Trend mit, der uns für gesund verkauft wird. Viele Menschen in unserer Gesellschaft leiden an schweren und oftmals unheilbaren Erkrankungen wie Herzproblemen, Diabetes, Demenz, Krebs und Fettleibigkeit. Aus Angst, diesem Schicksal zu verfallen und vermeintlich gesund zu sein, laufen wir jedem Ernährungs- und Heiltrend hinterher, ohne uns über die Folgen klarzuwerden. Der Ernährungswissenschaftler Dr. David L. Katz erklärt uns leicht verständlich, wie wir mit wenigen Anpassungen unseres Lebensstils für viele dieser Krankheiten das Risiko um 80 Prozent senken können – und welche Trends wir besser nicht mitmachen sollten.

Aus dem Amerikanischen von Gaby van Dam
Mosaik Verlag, München 2016
400 Seiten, 14,99 Euro
ISBN: 978-3-442-39298-8

Leseprobe:
Bis heute beschäftigen sich zahlreiche Menschen mit der Frage, inwieweit es natürliche Faktoren (Genetik) sind oder aber die Ernährung (Umwelt), durch die unser individuelles Gesundheitsrisiko maßgeblich bestimmt wird. Seit etwa zehn Jahren wird diese Diskussion wieder sehr viel lebhafter geführt. Nun, da das Mysterium des menschlichen Genoms enträtselt war, nahm man allgemein an, dass den Ursachen für Krankheiten bald mithilfe der Gentechnik beizukommen wäre. Was sich so nicht bewahrheitet hat. Doch völlig unerwartet hat sich eine andere Erkenntnis herauskristallisiert: Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen zeigten das Ausmaß auf, in dem die Umwelt (und dabei insbesondere unsere Lebensgewohnheiten) das Risiko zur Entwicklung lebensbedrohlicher chronischer Erkrankungen beeinflusst – und das sogar in ihrem genetischen Ursprung. Mit anderen Worten, wir haben an der verkehrten Stelle gesucht und die falschen Fragen gestellt. In Wahrheit brauchen wir keine neuen wissenschaftlichen Durchbrüche oder Nobelpreise, um die genetischen Ursachen bedeutender Krankheiten zu beheben. Wir verfügen bereits über die benötigten Fähigkeiten, und es ist an der Zeit, uns sowohl auf gesellschaftlicher wie auch auf individueller Ebene wieder auf sie zu besinnen.

Knieps, Franz / Pfaff, Holger (Hrsg.): Langzeiterkrankungen. Zahlen, Daten, Fakten


Der Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen legt 2015 den Fokus auf lang andauernde bzw. chronische Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Muskel-Skelett- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Erkrankungen. Experten aus Wirtschaft, Politik und Praxis gehen unter anderem den Fragen nach, was die Gründe für die Entstehung von Langzeiterkrankungen bzw. deren Chronifizierung sein können und welche Möglichkeiten es gibt dem entgegenzuwirken, zum Beispiel mit geeigneten Präventionsmaßnahmen. Zudem äußern sich prominente Gesundheitsexperten aus der Politik zum Thema und skizzieren aus ihrer Sicht die Herausforderungen, denen sich Arbeitswelt und Gesellschaft stellen werden müssen, sowie mögliche Lösungen und nötige politische Weichenstellungen.

Neben den Beiträgen der Gastautoren gibt der BKK Gesundheitsreport 2015 das Krankheitsgeschehen von insgesamt 9,1 Millionen BKK Versicherten wieder. Mit umfangreichen Analysen zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen, zur ambulanten und stationären Versorgung sowie zur Arzneimittelversorgung bietet der Report Informationen aus allen Blickwinkeln der Gesundheitsversorgung. Neben dem Arbeitsunfähigkeitsgeschehen werden unter anderem Krankheitsarten, Einzeldiagnosen, Arzneimittelverordnungen sowie bundesweite und landesspezifische Vergleichswerte näher beleuchtet. Zusätzlich werden verschiedene Indikatoren wie Alter, Geschlecht und soziale Lage analysiert.

Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2015
Reihe: BKK Gesundheitsreport
454 Seiten, 39,90 Euro
ISBN: 978-3-95466-231-9

Leseprobe:
In den vergangenen Jahrzehnten hat die Prävalenz von Langzeiterkrankungen deutlich zugenommen und sich das Krankheitsspektrum von akuten zu Langzeiterkrankungen verschoben. So zeigen die Ergebnisse in diesem BKK Gesundheitsreport beispielhaft, dass die Langzeiterkrankungen inzwischen nahezu die Hälfte aller Arbeitsunfähigkeitstage verursachen. Der rasante Anstieg ist dabei auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Einerseits bewirkt der demografische Wandel, dass in unserer Gesellschaft immer mehr ältere Menschen mit Langzeiterkrankungen leben, sodass altersbedingte Langzeiterkrankungen an Häufigkeit zunehmen, andererseits tragen die verbesserten medizinischen Möglichkeiten der heutigen Zeit dazu bei, dass ältere Menschen mit den vorhandenen Erkrankungen länger leben können. So sind einige Erkrankungen, die vor wenigen Jahrzehnten noch früh zum Tod geführt haben (z.B. spezielle Krebserkrankungen), inzwischen heilbar oder beherrschbar geworden und können heute der Kategorie der Langzeiterkrankungen zugeordnet werden

Mukherjee, Siddhartha: Der König aller Krankheiten. Krebs – eine Biografie


(© Dumont Buchverlag)
Seit über 5.000 Jahren lebt die Menschheit mit Krebs. Ebenso lange stirbt sie daran. Und doch gilt Krebs als eine „moderne“ Erkrankung, weil keine andere Krankheit unsere Zeit dermaßen prägt. Der US-amerikanische Krebsforscher und praktizierende Onkologe Siddhartha Mukherjee zeichnet die Geschichte der Krankheit und ihrer Bekämpfung nach. Sein opulentes Werk gleicht einer Biografie: Es ist die Geschichte von Leid, von Forscherdrang, Ideenreichtum und Beharrlichkeit – aber auch von Hochmut, Arroganz und unzähligen Fehleinschätzungen. Fesselnd erzählt Mukherjee von der persischen Königin Atossa, deren griechischer Sklave sie 500 Jahre v. Chr. möglicherweise von Brustkrebs geheilt hat, oder von dem griechischen Arzt Claudius Galen, der im 2. Jahrhundert n. Chr. davon überzeugt war, dass die Ursache von Krebs in einem Übermaß an schwarzer Galle liege. Er berichtet von Erkrankten im 19. Jahrhundert, die erste Bestrahlungen und Chemotherapien über sich ergehen lassen mussten – und immer wieder von seinen eigenen Patienten. „Der König aller Krankheiten“ wirft auch einen Blick in die Zukunft der Krebsbehandlung und liefert eine neue Perspektive auf die Art, wie Ärzte, Wissenschaftler, Philosophen und Laien den kranken – und den gesunden – Körper während Jahrtausenden begriffen haben.
Siddhartha Mukherjee erhielt für „Der König aller Krankheiten“ 2011 den Pulitzer-Preis.

Dumont Buchverlag, Köln 2012
670 Seiten, 26 Euro
ISBN: 978-3832196448

Leseprobe:
Im Winter 1533 kam ein neunzehnjähriger Student aus Brüssel an die Universität von Paris, weil er hoffte, dort die galenische Anatomie und Pathologie zu studieren und die Chirurgie zu praktizieren. Andreas Vesalius hieß er, und mit Entsetzen und Enttäuschung musste er feststellen, dass die Anatomie dort in grotesker Planlosigkeit und Unordnung gelehrt wurde. Weil der Universität ein eigener Raum für die Durchführung von Sektionen fehlte, fanden die anatomischen Demonstrationen im Keller des Hospitals Hôtel-Dieu statt, einem theatralisch-makabren Raum, in dem die Dozenten sich durch verwesende Leichen schnippelten, während die Hunde unter dem Tisch an Knochen und Abfällen nagten. „Abgesehen von acht Muskeln des Unterleibs, die arg zerfleischt und in der falschen Reihenfolge waren, hat mir niemand je einen Muskel gezeigt, auch keinen Knochen, geschweige denn das System der Nerven, Venen und Arterien“, berichtet Vesalius in einem Brief. Ohne eine exakte Landkarte der menschlichen Organe mussten die Chirurgen mit dem Messer ihren Weg durch den Körper suchen wie ein Seefahrer, der ohne Navigationshilfen in See sticht – der Blinde führt den Lahmen.
Frustriert von diesen unprofessionellen Sektionen, beschloss Vesalius, selbst eine anatomische Landkarte zu erstellen. Zu diesem Zweck brauchte er Material und begann auf der Suche nach Leichen nachts die Friedhöfe rund um Paris zu durchstreifen.

Pundt, Johanne (Hg.): Patientenorientierung: Wunsch oder Wirklichkeit?


(© Appolon University Press)
Das Thema Patientenorientierung ist in aller Munde: Ob vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung oder von Selbsthilfeorganisationen – seit Jahrzehnten werden Maßnahmen und Initiativen gestartet, um den Patienten in den Mittelpunkt des Versorgungsprozesses zu rücken.
Inwieweit diese Fokussierung auf den Patienten – mit seiner spezifischen Rolle, seinen Bedürfnissen, Rechten und Interessen – gelingt, damit beschäftigen sich namhafte Autoren der Gesundheitsszene in diesem Themenband. Zu ihnen gehören unter anderem der Vorstand der DAK Gesundheit, Prof. Dr. Herbert Rebscher, die Patienten- und Selbsthilfevertreterinnen Ilona Köster-Steinebach und Ursula Helms sowie der Präsident der Berliner Ärztekammer, Dr. Günther Jonitz. Herausgeberin ist die Soziologin Prof. Dr. Johanne Pundt, Dekanin Gesundheitswirtschaft an der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft. Die Beiträge diskutieren ökonomische, ethische, soziologische und versorgungspolitische Aspekte des Themas und gehen damit der Frage nach, ob „Patientenorientierung“ eher „Wunsch oder Wirklichkeit“ darstellt.

APOLLON University Press, Bremen 2014
274 Seiten, 39,90 Euro
ISBN 978-3-943001-10-5

Leseprobe
Aus der Einleitung von Johanne Pundt

In ihrer Gesamtheit beleuchten die in dem vorliegenden Themenband zusammengefassten Beiträge das facettenreiche und überaus komplexe Thema der Patientenorientierung umfassend und interdisziplinär. Sie spiegeln nicht nur die aktuelle Forschungslage wider, sondern zeigen dem Leser darüber hinaus eine Fülle möglicher Ansatzpunkte und Wege zu einer patientenorientierten Gesundheitsversorgung auf. Der Themenband richtet sich somit sowohl an Studierende als auch an Wissenschaftler und Praktiker, die sich im Berufsalltag mit dem Thema befassen, um zukünftig einer wohlgemeinten Patientenorientierung hohe Priorität einzuräumen. Den Leserinnen und Lesern wünsche ich eine aufschlussreiche Auseinandersetzung mit diesem uns alle betreffenden Thema.

Ridder, Michael de: Welche Medizin wollen wir? Warum wir den Menschen wieder in den Mittelpunkt ärztlichen Handelns stellen müssen.


(© Deutsche Verlags-Anstalt)
Cash Flow, Fallpauschalen und Bettenpolitik statt Patientenwohl und Empathie – die Medizin ist einem Wandel unterworfen. Das Wohl des Patienten ist aus dem Blickfeld geraten, stattdessen wird ärztliches Handeln mehr und mehr von ökonomischen Vorgaben geleitet. Auf der Strecke bleibt dabei vor allem die Zeit: Zeit für ein Gespräch, Zeit für Zuspruch in der Einsamkeit schwerer Krankheit, Zeit für die Erläuterung von Eingriffen, Zeit für die Bewältigung von Angst.

Michael de Ridders eindringliche Schilderungen – auch der Erlebnisse in Zusammenhang mit seiner eigenen Erkrankung – führen uns den eklatanten Mangel an Menschlichkeit im Patientenalltag vor Augen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Arzt kann er den bedenklichen Zustand der Medizin und des Gesundheitssystems genau aufzeigen. Aber er weist auch den Weg in eine patientenfreundlichere Zukunft und macht deutlich, wie das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wiederhergestellt werden kann.

Deutsche Verlags-Anstalt, München 2015
304 S., 19,99 Euro
ISBN: 978-3-421-04624-6

Leseprobe
In der Hoffnung, mehr Klarheit und Orientierung zu gewinnen und so etwas wie – aus meiner Sicht – gültige, den Fortschritt und die Zeit überdauernde Paradigmen einer medizinischen Versorgung zu identifizieren, die von Authentizität, Menschlichkeit und Angemessenheit getragen ist, möchte ich mich aufschwingen in die Vogelperspektive und das Ganze der medizinischen Versorgung in den Blick nehmen. Aus Distanz und großer Höhe will ich das zu erkennen versuchen, was meinem Auge in der Ebene des Krankenhausalltags und der beruflichen Routine allzu oft unscharf oder gar verborgen blieb, gleich den rätselhaften Geoglyphen in der peruanischen Wüste, die sich allein bei ihrem Überfliegen erschließen.

Schachinger, Alexander: Der digitale Patient. Analyse eines neuen Phänomens der partizipativen Vernetzung und Kollaboration von Patienten im Internet



(© Nomos)
Geschätzte 40 Millionen Personen im deutschsprachigen Raum nutzen bei Krankheitsfragen das Internet für Recherche, Austausch und gemeinsame Kollaboration. Wie schaut die Welt der medizinischen Symptome, Diagnosen, Therapien und gemeinsamen Erfahrungen von Patienten im Internet aus?
Die neu entstehenden digitalen Möglichkeiten für Patienten wachsen in ihrer Nutzung deutlich an, aber aktuell völlig unvernetzt mit dem traditionellen Gesundheitssystem. Was sagt der Forschungsstand zum Thema Patienten im Internet? Welche Foren, Apps und Anwendungen für Patienten entwickeln sich aktuell im Internet – und wie können diese, wenn überhaupt, mit den medizinischen Versorgungsstrukturen verknüpft werden? Dieses Buch gibt eine erste Zusammenfassung über Medizin im Internet und stellt sie dem deutschen Gesundheitssystem gegenüber. Knapp 2.000 „E-Patienten“ wurden zu diesen Trends online befragt. Ihre Antworten sowie Chancen und Risiken des Phänomens „E-Patient“ werden als Fazit besprochen.

Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2014
183 S. 34 Euro
ISBN 978-3-8487-0961-8

Leseprobe
Die bisherige Erforschung des noch relativ neuen Phänomens E-Patient kommt länderübergreifend zu dem Ergebnis, dass das Internet sich nicht nur gegenüber den bisher zu Gesundheitsthemen informierenden Medien wie Presse, Rundfunk oder gar dem Arzt oder Apotheker als die zuerst verwendete Quelle für gesundheits- wie krankheitsbezogenen Informationen jeglicher Art positioniert, sondern dass das im Internet gegenseitige Vernetzen, das Austauschen, aber auch Erstellen, Sammeln und Verbreiten von Wissen und Erfahrungen von Patienten mit der gleichen Erkrankung, den gleichen Fragestellungen und Problemen in vielen Aspekten der Krankheitsbewältigung als eine vertrauenswürdige und nutzbringende Quelle angesehen wird. Patienten unterstützen sich beispielsweise in internetbasierten Foren und Netzwerken gegenseitig bei indikationsabhängigen Fragen zur Diagnose, Medikation, Symptomen, Therapien; Chroniker beschreiben innerhalb digitaler, offener Patientennetzwerke und -plattformen ähnlich einem digitalen Patiententagebuch über Jahre hinweg ihre Behandlungen, Tagesformen, Krankheitszustände und weitere für ihre Erkrankung relevante klinische Werte.

Schäfer, Jürgen: Der Krankheitsermittler. Wie wir Patienten mit mysteriösen Krankheiten helfen


(© Droemer Verlag)
Viele Menschen leiden an unerkannten Krankheiten. Zum Teil handelt es sich dabei tatsächlich um seltene Erkrankungen, zum Teil wird die wirkliche Ursache aber auch einfach nicht erkannt. Nicht selten werden die Beschwerden dieser Patienten dann als psychisch bedingt abgetan. Um diesen Patienten eine Anlaufstelle zu bieten, sind spezielle Diagnostik-Zentren notwendig – solche wie das von Prof. Jürgen Schäfer an der Universitätsklinik Marburg gegründete „Zentrum für unerkannte Krankheiten“. Wie er und seine Kollegen mit den Methoden und Möglichkeiten der modernen Medizin sowie detektivischem Spürsinn den Krankheiten auf die Spur kommen, erzählt der Medizinprofessor in seinem Buch „Der Krankheitsermittler“ am Beispiel seiner spannendsten Fälle.


Droemer Verlag, München 2015
256 Seiten, 19,99 Euro
ISBN: 978-3-426-27644-0

Leseprobe:
Ein guter Arzt gibt nicht auf, bis er eine belastbare Diagnose erarbeitet hat. Denn nur mit der richtigen Diagnose kann er die richtige Therapie durchführen. Allerdings muss auch dies mit Augenmaß erfolgen – denn eine allzu aggressive Diagnostik bis hin zur „Ganzkörperstanze“ kann den Patienten auch gefährden – sowohl physisch als auch psychisch. Daher wird man nie umhinkommen, gelegentlich auch Themen „ex-juvantibus“ durchzuführen - hier wird dann auf Verdacht behandelt, und der Therapieerfolg bestätigt oder widerlegt die Verdachtsdiagnose. Die Regel sollte dies allerdings nicht sein. Leider passiert es immer wieder, dass Mediziner ohne eine korrekte Diagnose irgendeine Behandlung anordnen. Gute Ärzte wissen aber: Vor die Therapie hat der liebe Gott die richtige Diagnose gesetzt. Am wichtigsten aber: Der Patient steht stets im Mittelpunkt.

Trojan, Alf u.a. (Hg): Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen. Wie sich selbsthilfebezogene Patientenorientierung systematisch entwickeln und verankern lässt


(© Wirtschaftsverlag NW)
Die Beteiligung von Patienten und ihren Angehörigen in der Gesundheitsversorgung ist zwar allgemein akzeptiert, wird aber bisher kaum eingefordert. Diesem Defizit will das Autoren-Team um Prof. Dr. Alf Trojan, früherer Direktor des Instituts für Medizin-Soziologie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf, begegnen. Dabei steht der Begriff „Selbsthilfefreundlichkeit“ für die Kooperation von Einrichtungen des Gesundheitswesens mit Selbsthilfegruppen und -organisationen. Das Konzept entstand 2004 in Hamburg mit dem Projekt „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“. Weitere Erfahrungen wurden in den Folgejahren, unter anderem mit Modellprojekten des BKK Bundesverbandes sowie einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, gewonnen. Vertreter der Selbsthilfe, Selbsthilfeunterstützer aus Kontaktstellen und weitere Experten definierten daraufhin Qualitätskriterien für eine Selbsthilfefreundlichkeit in den Einrichtungen des Gesundheitswesens.
Das Buch zeichnet die Entwicklung nach und führt die Ergebnisse zusammen, getrennt nach den Versorgungsbereichen stationär, ambulant, Rehabilitation und Öffentlicher Gesundheitsdienst. Es richtet sich an Interessierte aus der Selbsthilfe sowie an Fachkräfte, die die Patientenorientierung durch systematische Kooperation von Betroffenen und Helfern verbessern wollen. Es soll als Wegweiser und Nachschlagewerk helfen, die selbsthilfebezogene Patientenorientierung im Gesundheitswesen breiter und fester zu verankern.

Weitere Herausgeber sind Michael Bellwinkel, Monika Bobzien, Christopher Kofahl und Stefan Nickel
Gesundheitsförderung und Selbsthilfe Band 26
Herausgeber BKK Bundesverband
Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven 2012
432 Seiten, 29 Euro
ISBN 978-3-86918-253-7

Leseprobe
In diesem Buch geht es vor allem um die Meso-Ebene und um die Frage: Wie können wir größere Selbsthilfefreundlichkeit (und damit Patientenorientierung und Partizipation) in den Einrichtungen des Gesundheitswesens erreichen und dauerhaft verankern? Mit einem Messinstrument, das aus einem unserer Forschungsprojekte hervorgegangen ist, können wir „selbsthilfebezogene Patientenorientierung“ messen. Das Konzept umfasst zwei Komponenten: a) die Stärkung der individuellen Selbsthilfekompetenz (Wie stark fördert das Krankenhaus durch Informieren, Befähigen und Beteiligen den einzelnen Patienten?) und b) die Stärkung der kollektiven Selbsthilfe (Wie stark kooperiert das Krankenhaus mit Selbsthilfegruppen entsprechend den Qualitätskriterien?).

Tulodetzki, Esther: Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs


(© atp-Verlag)
Mona hat sich ins Bett gelegt und die warme Decke bis fast über die Nase gezogen. Die junge Frau ist krank, sie hat Krebs. Deswegen ist Mona sehr traurig und muss auch mal weinen – sie hat gar keine Lust im Bett zu liegen und sich krank zu fühlen…
In kindgerechter Sprache und mit einer gewissen Leichtigkeit erklärt das Bilderbuch, was Krankheit, Krebs, Chemotherapie und Bestrahlung bedeuten. Die ausdrucksstarken Bilder – Collagen aus Fotografien und Zeichnungen – veranschaulichen den Inhalt konkret und realitätsnah. „Das ist Krebs“ findet Bilder und Worte für etwas, worüber keiner gerne spricht. So kann es Familien mit kleineren Kindern bei der schwierigen Auseinandersetzung mit einer Krebserkrankung begleiten.

atp-Verlag, Köln
32 Seiten, 9,80 Euro (zuzgl. 3,00 Euro Versandgebühr)
ISBN 978-3-943064-018
Zu beziehen über den atp-Verlag (Link: www.atp-verlag.de).
Von jedem verkauften Buch geht 1,- Euro an den Patientenverein „Lebensmut“ in München.

Leseprobe:
Es gibt eine Krankheit,
die genauso heißt wie ein kleines Tier,
das Du vielleicht schon mal im Urlaub gesehen hast,
im Sand am Meer.
Sie heißt nämlich Krebs.

Warst du auch schon mal am Meer?
Und hast du da vielleicht einen Krebs gesehen?

Verbraucherzentrale Nordrhein: Patientenverfügung. Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung


(© Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen)
Jeder kann in eine Situation geraten, in der er nicht mehr selbstständig Entscheidungen treffen kann, sei es durch einen Unfall, eine schwere Erkrankung oder eine Demenz. Dann helfen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Mit ihnen lassen sich wichtige Entscheidungen und Wünsche frühzeitig und verbindlich festlegen. Die Verbraucherzentrale NRW rät, „beizeiten ein sicheres Paket zu schnüren und die Vorsorgevollmacht mit einer Patientenverfügung sowie einer Betreuungsverfügung zu kombinieren“.
Wie die eigene Willensbekundung genau aussehen kann, die im Ernstfall auch den formellen Anforderungen genügt, zeigt der Ratgeber „Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung“. Das Buch informiert über Möglichkeiten und Konsequenzen sinnvoller Regelungen für den schweren Krankheitsfall oder eine dauerhafte Pflege, skizziert aber auch die drohenden Folgen für den Fall, dass im Vorfeld keinerlei Wünsche und Anliegen verfügt worden sind. Unterstützung bei der eigenen Willensäußerung bieten rechtssichere Formulierungsvorschläge und mehrere Musterbeispiele, die alle mit Hilfe eines Passworts im Buch als Word-Dateien online heruntergeladen werden können.

Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf
166 Seiten, 9,90 Euro (zuzüglich 2,50 Euro Porto)
ISBN 978-3-86336-043-6

Bestellmöglichkeiten:
Online-Shop: www.vz-ratgeber.de, Telefon: 0211/3809-555, E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de, Fax: 0211/3809-235, Post: Versandservice der Verbraucherzentralen, Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf.

Leseprobe:
Ein Leben mit starken körperlichen und geistigen Einschränkungen und der eigenen Tod werden in unserer Gesellschaft nach wie vor häufig verdrängt. Befragt nach ihren Vorstellungen vom Sterben, sehen sich viele Menschen mit höchst unterschiedlichen Ängsten konfrontiert. Viele wünschen sich, dass „es einfach ganz schnell geht“. Manche befürchten, unnötig oder sogar leidvoll durch technische Maßnahmen der „Apparatemedizin“ am Sterben gehindert zu werden. Andere sorgen sich, in ihrer letzten Lebensphase ihren Angehörigen zur Last zu fallen und von anderen abhängig zu sein. Manch einer hat Angst, als Sterbender zu medizinischen Forschungszwecken benutzt zu werden. Viele dieser Befürchtungen beruhen auf Unwissen bezüglich des Sterbens oder auf falscher Einschätzung medizinischer Möglichkeiten.

Werrelmann, Lioba: "Stellen Sie sich nicht so an!“ Meine Odyssee durch das deutsche Gesundheitssystem


(© Knaur Verlag)
Todkrank. Von heute auf morgen aus dem Leben gerissen. Ärzte, die völlig überfordert sind. Krankenkassen, die notwendige Hilfe nicht bezahlen. Lioba Werrelmann leidet unter den Folgen eines angeborenen Herzfehlers. In ihrem Buch schildert sie, wie es Patienten in Deutschland ergeht, wenn sie in kein festes Schema passen.
Es handelt sich dabei um einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht: Als Kind in den siebziger Jahren war die Autorin mit ihrem angeborenen Herzfehler ein „Wunderkind“ der Medizin. Erst seit dieser Zeit funktionieren Herzoperationen „richtig gut“. Kinder, die in den fünfziger oder sechziger Jahren mit einem schweren Herzfehler zur Welt kamen, wurden nur selten erwachsen. Werrelmann gehört zum ersten Schwung jener Kinder, die erwachsen wurden – sie ist eine EMAH (Erwachsene mit angeborenem Herzfehler). EMAH sind keine Exoten, zurzeit leben etwa 300.000 solcher Patienten in Deutschland. Doch das hiesige Versorgungssystem ist auf sie nur unzureichend eingestellt. Und die allermeisten Ärzte, konstatiert Werrelmann bitter, könnten mit ihnen nichts anfangen.

Knaur Verlag, München 2014
283 Seiten, 16,99 Euro
ISBN 978-3-426-665538-2

Leseprobe
Das ist etwas, was uns EMAH immer wieder passiert: Man sagt uns, wir sollten uns mal nicht so anstellen. Mit Herzrhythmusstörungen könne man schließlich gut leben. Die Kardiologen und Internisten, die uns das erklären, kennen sonst nur alte Menschen mit Herzrhythmusstörungen. Die meisten alten Menschen leben aber völlig anders als wir, die wir eigentlich mitten im Leben stehen. (...) Wir EMAH sind eigentlich im Wir-sind-40-Jahre-alt-und-leben-im-volle-Pulle-Modus. Die Herzrhythmusstörungen katapultieren uns 35 Jahre voraus in den körperlichen Status von Rentnern. Gleichzeitig aber stellt das Leben Herausforderungen an uns, die es nun mal an 40-Jährige stellt. Wir müssen arbeiten, Geld verdienen, wenn wir Glück haben unsere Kinder versorgen, da sein für Partner und Freunde. Und wenn all das von einem Tag auf den anderen nicht mehr geht wie sonst, weil wir so schwach sind wie sonst 75-Jährige, erklären uns unsere Ärzte, wir sollten uns mal nicht so anstellen.

Wildner, Manfred: Unser Gesundheitswesen – Fakten, Widersprüche, Irrtümer


(© Georg Thieme Verlag)
Wie verändert das Internet die Arzt-Patienten-Beziehung? Warum sinkt die Zahl der Verkehrstoten, obwohl die Verkehrsdichte steigt? Welche Faktoren lassen die durchschnittliche Lebenserwartung um derzeit drei Monate pro Kalenderjahr steigen? Der Medizinbetrieb steckt voller widersprüchlicher Statistiken und Regelungen, voller Missverständnisse und tradierter Irrtümer. Warum ist das so?
Die Vielschichtigkeit von Finanzströmen, Akteuren, Strukturen und Funktionsprinzipien ist schwer zu durchschauen. „Das Buch soll für Ärzte, Pflegende und Patienten ein wenig Licht in den Dschungel kontroverser Argumente und Diskussionen bringen“, sagt Manfred Wildner. Der Professor für Gesundheitspolitik und Gesundheitsverwaltung stellt die Stärken, Schwächen und Paradoxien des Systems vor und macht mit vielen Hintergrundinformationen Zusammenhänge verständlich.
Ist das Gesundheitswesen ein bürokratischer Irrgarten, ein Paradies mit hoher Versorgungsqualität oder vielleicht beides zugleich? Mit überraschenden Einblicken und kuriosen Anekdoten regt Wildner den Leser dazu an, sich eine eigene Meinung darüber zu bilden.

Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
192 Seiten, 19,99 Euro
ISBN: 9783131766915

Leseprobe:
Wir müssen uns entscheiden: Welche Medizin wollen wir? Welche Rolle soll den im Gesundheitswesen Tätigen zukommen, welche unseren Kindern, unseren Eltern, uns selbst als Patienten? Für welche Art der Medizin akzeptieren wir eine solidarische Finanzierung mit staatlich geregelten Abgabepflichten außerhalb klassischer Marktmechanismen? Wo hat die herkömmliche Ökonomie ihren guten und unverzichtbaren Platz im Gesundheitswesen, wo liegen ihre Grenzen? Eine erweiterte Ökonomik für die Sphäre des sozialen Miteinanders, eingebettet in übergeordnete Systemzusammenhänge, ist denkbar. Doch bislang ist sie erst in Ansätzen entwickelt.


Wolf, Elke: Verstehen Sie Arzt? Medizinerdeutsch klar und einfach übersetzt von A – Z


(© GOVI-Verlag)
Das Lexikon erklärt mehr als 1.300 Begriffe aus der Welt der Medizin und der Pharmazie. Denn ob in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder im Internet: Überall stolpert man über medizinische, für den Laien oft unverständliche, Formulierungen. Wodurch unterscheidet sich zum Beispiel der systolische vom diastolischen Blutdruckwert? Oder was versteht man unter einer Gastroenteritis?
Die Apothekerin und Medizinjournalistin Elke Wolf leistet hier Übersetzungshilfe und gibt zudem einen kleinen Einblick in Diagnosen und Hintergründe von Erkrankungen und Behandlungsmethoden. Die Erklärungen werden von Sonderseiten zum Beispiel zu Arzneistoff-Gruppen, wie Antihistaminika oder Gestagene ergänzt. Eine Liste mit Normbereichen für wichtige Blutwerte verschafft einen schnellen Überblick. Auch das Lesen von Beipackzetteln wird durch spezielle Hinweise erleichtert. Dies soll das Verständnis der Patienten für die Therapie stärken.

Reihe: Gesundheit mit der Apotheke
2. überarbeitete Auflage
Govi-Verlag Pharmazeutischer Verlag, Eschborn 2013
96 Seiten, 11,90 Euro
ISBN 978-3-7741-1238-4

Leseprobe:
Erreger: Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen wie Viren, Bakterien oder Pilze

Eruption: Ausbruch, z.B. Hervortreten eines Hautausschlags

Erysipel: Wundrose; Entzündung der Haut und des Zellgewebes der Unterhalt durch Streptokokken mit Schwellung, Rötung, scharfer Begrenzung und starken Schmerzen
Digitorial

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Cover Michaela Haas

"Stark wie ein Phönix" Michaela Haas
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zum Beispiel: "Tag der offenen Tür 2016 im Bundesministerium für Gesundheit" am 27./28.08.2016 in Berlin
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