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Rückenschmerzen sorgen für die meisten Ausfalltage

Berlin – Mit über einem Viertel der Fehltage sind die Muskel- und Skeletterkrankungen der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit (AU) unter den BKK Pflichtmitgliedern in Deutschland. Ein Großteil der Betroffenen leidet unter Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen (Frauen 46,9 Prozent; Männer 48,7 Prozent). Dies ist eines der Ergebnisse des BKK Gesundheitsreport 2013 „Gesundheit in Bewegung“.

„Rückenleiden sind aus Kosten- und Morbiditätsgründen ein besonderes Problem“, sagt Franz Knieps, Vorstand BKK Dachverband. „4,3 Prozent der Erkrankten mit Rückenschmerzen fallen länger als sechs Wochen aus, doch sie verursachen 44,2 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage.“ Laut Gesundheitsreport sind Beschäftigte in den Postdiensten besonders betroffen: Sie weisen durch Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) verursachte Fehlzeiten von 766 AU-Tage je 100 beschäftigte Mitglieder auf, gefolgt von Mitarbeitern der Abfallentsorgung und Recycling (646 AU-Tage) sowie von Beschäftigten in der Metallerzeugung und -bearbeitung (615 AU-Tage). Dagegen sind in den Branchen Informationsdienstleistung und Datenverarbeitung (133 AU-Tage) sowie Verlag und Medien (162 AU-Tage) die niedrigsten AU-Tage je 100 beschäftigter Mitglieder aufgrund von MSE Krankheiten zu verzeichnen. Besonders hoch seien die dadurch verursachten Fehlzeiten in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und dem Saarland. In Ostdeutschland sei dies vor allem auf „ungünstige demografische Strukturen“ (hohes Durchschnittsalter und hoher Männeranteil) zurückzuführen.

Integrierte Versorgung spart Kosten
Um der Herausforderung Rückenschmerz zu begegnen, hat die BKK VBU bereits 2004 eine Integrierte Versorgung mit dem Rückenzentrum Markgrafenstraße in Berlin vereinbart. Dort werde die Behandlung chronischer Rückenschmerzen durch ein interdisziplinäres Team aus Orthopäden, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern und Psychologen festgelegt und aufeinander abgestimmt, erläutert Dr. Ulf Marnitz vom Berliner Rückenzentrum. Eine Evaluation habe ergeben, dass die dort behandelten Patienten pro Jahr 3.200 Euro weniger Kosten produzierten als die Versicherten in der Regelversorgung. Diese Ersparnis gehe zu einem Großteil auf die Reduktion der Krankengeldausgaben zurück, so Knieps.

Psychische Störungen auf Platz zwei
Insgesamt seien dem Bericht zufolge 2012 bereits das sechste Jahr in Folge die krankheitsbedingten Fehlzeiten der BKK-Mitglieder gestiegen und lägen nun bei 16,6 AU-Tagen je Pflichtmitglied. Dies entspreche einem Krankenstand von 4,5 Prozent. Ausgehend vom Tiefststand der Fehltage (12,8 Tage im Jahr 2006) seien im Laufe der Zeit die Krankschreibungen um knapp vier Tage angestiegen. Im Vergleich der häufigsten Krankheitsarten spielten die psychischen Erkrankungen eine besondere Rolle. Ihr Anstieg sei überdurchschnittlich hoch, sagt Knieps. Psychische Störungen hätten sich mit 14,7 Prozent auf Platz zwei der Fehlzeiten vor den Atemwegserkrankungen mit 13,5 Prozent etabliert.

Der BKK Gesundheitsreport 2013 kann unter www.bkk-dachverband.de heruntergeladen werden.