Drucken

Erste Konkretisierung ermöglicht Tuberkulose-Behandlung

Berlin – Tuberkulose ist die erste Erkrankung, für die es künftig ein spezialfachärztliches Behandlungsangebot gibt. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit der ersten Anlage zur Richtlinie der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) beschlossen.

Die entsprechenden Leistungen können nach Inkrafttreten des Beschlusses ab 1. April 2014 zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erbracht werden. Die Konkretisierung umfasst Diagnostik, Behandlung und Beratung dieser Patienten sowie personelle, sachliche und organisatorische Anforderungen an die Vertragsärzte und Krankenhäuser, die diese Versorgung anbieten. Das Kernteam zur ASV setzt sich aus einem Lungenfacharzt, einem Internisten mit Zusatz-Weiterbildung Infektiologie, einem Facharzt für Mikrobiologie sowie – sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden – zusätzlich einem Kinderarzt zusammen. „Es können sich auch gemischte ASV-Teams aus Vertragsärzten und Krankenhausärzten bilden“, sagt Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA. Die Entscheidungen seien nicht nur für die Anlage Tuberkulose relevant, sondern weichenstellend für alle weiteren Konkretisierungen der ASV. „Dies betrifft zum Beispiel die Festlegung von Mindestmengen und den Ein- oder Ausschluss von bildgebenden Verfahren oder Laboruntersuchungen in den Behandlungsumfang der ASV“, erläutert die Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses.

Patienten profitieren
Der Beschluss sei ein weiterer Schritt hin zu einem spezialfachärztlichen Behandlungsangebot, kommentiert Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). „Zudem ist eine engere Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten und Krankenhausärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gegeben. Davon profitieren die Patienten.“ KBV und Deutsche Krankenhausgesellschaft verhandeln derzeit mit den Krankenkassen die Finanzierung des ersten ASV-Angebotes. Aktuell arbeitet der G-BA an der ASV-Anlage zu Tumoren innerhalb der Bauchhöhle, sogenannten gastrointestinalen Tumoren.