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„30 Gedanken zum Tod”

Berlin (pag) – Auf der Fachtagung Palliative Geriatrie, die kürzlich in Berlin stattgefunden hat, diskutieren Experten neben Versorgungsfragen auch philosophische und gesellschaftliche Themen – wie zum Beispiel den Umgang mit dem Tod. Impulse dafür liefert ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Projekt.

Das Diskursprojekt „30 Gedanken zum Tod” stellt der Palliativmediziner Dr. Christian Schulz-Quach vor. Dafür wurden Meinungen zum Tod, geäußert von sterbenden Menschen, Ärzten, Seelsorgern, Politikern, Juristen, Künstlern und anderen Personen, aufgezeichnet und als Videoclips zur Ansicht in die sozialen Netzwerke eingestellt. Die 30 Gedanken richten sich an jedermann, indem sie zur Auseinandersetzung aufrufen und zum Antworten auf die Frage einladen: „Wer oder was ist für Dich der Tod?”

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Initiative möchte dazu beitragen, dass öffentlich über den Tod in einer freien und zugleich einer demokratischen Art und Weise debattiert wird. Es ist das Ziel des Diskurses, die offene Ausbildung einer Haltung zur Endlichkeit des Lebens und einer Vorstellung vom Tod anzuregen.

Der in London am St. Christophers Hospice und am King's College tätige Mediziner Schulz-Quach zeigt sich auf der Tagung davon überzeugt, dass der Tod in der Gesellschaft mittlerweile kein Tabu mehr darstellt. Eine neue, offenere Form des Umgangs damit hat er beispielsweise in den sozialen Medien entdeckt, auch die steigende Zahl von Todescafés zeuge davon. In seinem Vortrag postuliert er: „Das Sprechen über den Tod, nicht nur über das Sterben, ist ein ganz wichtiger Bestandteil dessen, was wir als gesellschaftliche Aufgabe in den nächsten zehn Jahren weiter fördern sollten.“

Weitere Informationen unter: www.30gedankenzumtod.de