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Neue Broschüre gegen Vorurteile und Stigmatisierung

Berlin (pag) – Eine erfundene Krankheit, erziehungsunfähige Eltern, dazu die Pharmaindustrie, die Kinder mit Medikamenten ruhig stellt – zu ADHS existieren immer noch viele Mythen und Fehlinformationen. Leidtragende sind die Betroffenen und ihre Familien. Die neue Broschüre „Einblicke“ will zu einer sachlicheren Diskussion beitragen.

„Mangelndes Wissen, Vorurteile und vor allem unsachliche Medienberichte können sich negativ auf den Behandlungserfolg auswirken“, sagt Prof. Dr. Martin Holtmann, Ärztlicher Direktor der LWL-Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Hamm und Beiratsmitglied der Informationskampagne ADHS und Zukunftsträume. „Im schlimmsten Fall führen sie sogar zum Abbruch einer erfolgreichen ADHS-Therapie.“ Die neue Broschüre soll in einer breiten Öffentlichkeit Aufklärungsarbeit leisten. Sie beruhe auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Erfahrung von Ärzten und Betroffenen. So könne jeder einen Einblick in die Situation der Patienten bekommen und erfahren, wo die größten Herausforderungen liegen.

Entstanden ist die Broschüre im Rahmen der Informationskampagne ADHS und Zukunftsträume. Die vom Pharma-Unternehmen Shire initiierte Kampagne setzt sich seit 2011 für Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen mit ADHS ein. Schirmherrin Renate Schmidt betont, dass es auf jeden Einzelnen ankommt. „Ich appelliere an alle, insbesondere an Journalistinnen und Journalisten, sich für eine ausgewogenere und stärker an Fakten orientierte Diskussion über ADHS einzusetzen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Das sind wir den Betroffenen schuldig.“
Auf der Website www.adhs-zukunftstraeume.de sind alle Inhalte des Heftes abrufbar. Dort können auch kostenfrei Broschüren angefordert werden.