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Ärzte wollen mehr Infos zu digitalen Gesundheitsanwendungen

Berlin (pag) – In wenigen Wochen schon könnten Ärzte ihren Patienten die ersten digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) verschreiben. Bisher jedoch mangelt es ihnen an Informationen, stellt die Barmer in einer Umfrage fest.

Bei einer Veranstaltung des Health Innovation Hub des Bundesgesundheitsministeriums hatte Dr. Wiebke Löbker, Leiterin des Innovationsbüros des mit der Prüfung der Apps betrauten Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), angekündigt, dass bereits Ende August die ersten Anwendungen ins DiGA-Verzeichnis aufgenommen werden könnten. 14 Anträge von Herstellern würden derzeit geprüft. Unter Ärzten hält sich die Vorfreude auf die neuen Versorgungshelfer offenbar noch in Grenzen. Laut einer Umfrage der Barmer, die zwischen März und Mai durchgeführt wurde, finden es 42 Prozent der befragten Ärzte „gut“ oder „sehr gut“, dass sie digitale Gesundheitsanwendungen verordnen können, 48 Prozent sind dagegen noch unentschieden.

Ein Grund für die Zurückhaltung in der Ärzteschaft könnten mangelnde Informationen zum Thema sein. So geben 56 Prozent der Befragten an, sich „schlecht“ oder „sehr schlecht“ gewappnet zu fühlen für die Beratung der Patienten zu den DiGA. Die meisten Befragten (74 Prozent) wünschen sich einen Überblick über das App-Angebot, viele hätten zudem gern Informationen zum Patientennutzen der Anwendungen (61 Prozent). Die Befragten sehen diesbezüglich vor allem Ärztekammern (60 Prozent) und Kassenärztliche Vereinigungen (59 Prozent) in der Pflicht.

Die Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) schreibt vor, dass das BfArM wichtige Informationen zu den Apps für Leistungserbringer und Patienten im DiGA-Verzeichnis abbilden muss. Laut Löbker sollen Ärzte dort neben Angaben zu Hersteller und Produkt auch Informationen zum Zweck und zu den positiven Versorgungseffekten einer Anwendung finden.