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15. Mai 2018

Ärztetag: grünes Licht für Fernbehandlung

 
Erfurt (pag) – Erwartungsgemäß hat der 121. Deutsche Ärztetag den berufsrechtlichen Weg für die ausschließliche Fernbehandlung von Patienten geebnet. Eine entsprechende Neufassung der (Muster-)Berufsordnung wurde beschlossen. Doch der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt soll „Goldstandard“ bleiben.

Die Neuregelung soll einerseits die Behandlung und Beratung aus der Ferne unter bestimmten Anforderungen ermöglichen und andererseits den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt weiterhin in den Vordergrund stellen. Dr. Josef Mischo, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, stellt klar, dass digitale Techniken die ärztliche Tätigkeit unterstützen sollen. Sie dürften aber nicht die notwendige persönliche Zuwendung von Ärzten ersetzen. „Der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt stellt weiterhin den ‚Goldstandard` ärztlichen Handelns dar.“

Eine ausschließliche Fernbehandlung liegt dann vor, wenn eine ärztliche Beratung oder Behandlung stattfindet, ohne dass zumindest ein persönlicher physischer Kontakt zwischen Arzt und Patient stattgefunden hat. Nach der Änderung der (Muster-)Berufsordnung steht die Übernahme dieser Regelung in die rechtsverbindlichen Berufsordnungen der Landesärztekammern an.

Mehrheitlich abgelehnt haben die Delegierten dagegen die Ausstellung einer Krankschreibung per Telefon oder Videokonferenz bei unbekannten Personen. Diskutiert wurde auch über die Ausstellung von Verordnungen für Medikamente ohne einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt – dies ist derzeit allerdings gemäß Arzneimittelgesetz nicht möglich.

Den Gesetzgeber hat das Ärzteparlament dazu aufgefordert, bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens mit einem zweiten E-Health-Gesetz nachzusteuern. Dieses solle einen Anspruch der GKV-Versicherten auf die diskriminierungsfreie Wahl einer elektronischen Patientenakte gegenüber ihrer Krankenkasse enthalten. Parallele Entwicklungen von elektronischen Gesundheitsaktensystemen der Kassen – und damit Wildwuchs und Insellösungen – seien zu unterbinden. Um Gesundheits-Apps den Markteintritt zu erleichtern, sollten ferner die Krankenkassen dazu verpflichtet werden, chronisch Kranken ein jährliches „Digitalbudget“ einzurichten. Darüber sollen die Versicherten als Medizinprodukt zugelassene, nutzenstiftende und im Vorfeld evaluierte Anwendungen erwerben können.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Gesundheit und Krankheit im transkulturellen Kontext", am 18.12.2018 in Köln
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Digitorial

Literaturtipps
Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
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