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Ärztliche Zusammenarbeit funktioniert nicht

Berlin (pag) – Damit schwerkranke Patienten problemlos zwischen ihrem Arzt und dem Spezialisten im Krankenhaus pendeln können, wurde eine besondere Versorgung eingeführt. Das Vorhaben zeigt auch nach acht Jahren keinen Erfolg. Die Hürden der Sektorengrenzen scheinen unüberwindlich.

Mit der ambulant spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) wollte der Gesetzgeber für bestimmte Krankheiten einen fließenden Übergang in der Behandlung von Krebspatienten und anderen Schwerkranken ermöglichen. In einer Pressekonferenz am 6. Februar räumt der unparteiische Vorsitzende, Prof. Josef Hecken, auf Nachfrage der Presseagentur Gesundheit ein: „ASV funktioniert heute leider immer noch nicht.“ Zuletzt ist Rheuma in den Katalog von Erkrankungen aufgenommen worden – eine als unterversorgt geltende Krankheit. Patienten sollte damit der Spießrutenlauf zwischen den Sektoren (ambulant und Krankenhaus) erspart bleiben. Übrigens: Die Bürokratie arbeitet weiter, weil es schließlich im Gesetz steht. Für dieses Jahr kündigt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) an, Kopf- und Halstumore sowie neuromuskuläre Erkrankungen in den Katalog aufnehmen zu wollen. Viel Arbeit für den G-BA, dies in Richtlinien zu gießen. Und danach? Der bürokratische Aufwand für die Ärzteteams ist so groß, dass diese vom Gesetzgeber gut gedachte Versorgungsform faktisch verpufft. Die Vertreter der Gesetzlichen Krankenversicherung hatten sich in einer Sitzung des G-BA schon früh gegen die extrabudgetär finanzierte ASV ausgesprochen. Ob die Umsetzung deshalb so bürokratisch wurde?