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App soll Coronavirus-Verbreitung eindämmen

Berlin (pag) – 130 Wissenschaftler und Experten des Robert Koch-Instituts, des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts sowie Unternehmen aus acht europäischen Ländern arbeiten an einer Corona-App, die voraussichtlich nach Ostern zum Download bereitstehen soll. Die Benutzung ist freiwillig.

Die regelmäßigen Blutdruckmessungen, die die App in einem Tagebuch dokumentiert und archiviert, können dann an den behandelnden Arzt geschickt werden.Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich für den Einsatz einer solchen Tracking-App aus. Wenn sich herausstelle, dass die App die Nachverfolgung von Kontaktfällen besser überprüfbar mache, würde sie es selbst anwenden und auch Bürgern empfehlen. „Klar ist jetzt schon, dass wir das auf freiwilliger Basis machen würden“, sagt sie. Zurzeit werde die Technik – das offene Konzept namens PEPP-PT (Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing) – in Berlin von Soldaten der Bundeswehr getestet, dabei werden keine Namen oder Standortdaten preisgegeben. Nach Angaben der Bundeswehr warne die App den Benutzer, wenn er Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Infizierten hatte. Diese Technologie sei eine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Sobald die App erhältlich sei, müsse das Smartphone dauerhaft im Bluetooth-Modus aktiviert bleiben. Infizierte mit dem Coronavirus bekommen eine TAN-Nummer vom Gesundheitsamt, die sie freiwillig in die App eingeben können. Personen, die in den vergangenen 21 Tagen in ihrer Reichweite waren, werden von der App gewarnt. Laut Bundeswehr, die die App testet, müssen sich zwei Personen im Abstand von weniger als 1,5 Metern für mindestens zwei Minuten begegnen, damit die App Daten empfangen kann. Dabei erfahre man nicht, wo man sich begegnet sei und wer die Person war.

Durch das System generierte IDs werden nach 21 Tagen automatisch gelöscht. Laut Entwickler müssten mindestens 60 Prozent der Bevölkerung die App auf dem Smartphone installiert haben, um wirkliche Erfolge zu erzielen. Bitkom-Präsident Achim Berg begrüßt die App: „Wir müssen genau nachverfolgen können, ob es zu kritischen Kontakten gekommen ist. Je mehr mitmachen, umso größer ist der Effekt. Das Virus können wir nur gemeinsam stoppen“. Auch Bärbel Bas, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, ist dieser Meinung: Es sei wichtig, die Kontaktpersonen von Infizierten schnell ausfindig zu machen. Die App „erstellt keine Bewegungsprofile, sie setzt auf Freiwilligkeit, die Nutzer bleiben anonym“.