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Arzneimittel: Wechselwirkungen mit Lebensmitteln möglich

Berlin (pag) – Bei der Medikamenteneinnahme sollte man nicht nur die Wechselwirkung mit Genuss-, sondern auch mit Nahrungsmitteln bedenken, informiert die Krankenkasse Barmer.

Besonders riskant sei der Konsum von Alkohol in Verbindung mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln und psychoaktiven Substanzen, denn die Wirkung verstärke sich. „Sowohl Alkohol als auch einige Psychopharmaka machen müde und verlangsamen die Reaktionsfähigkeit. Ein Atem- oder Herzstillstand kann die Folge sein“, sagt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Außerdem würden manche Arzneiwirkstoffe beim zeitgleichen Alkoholkonsum langsamer abgebaut, woraus eine Vergiftung resultieren könne. Da der Beipackzettel nicht immer einfach zu verstehen sei, solle man bei allen Arzneimitteln im Zweifelsfall den Arzt oder Apotheker zu möglichen Wechselwirkungen ansprechen.

Weiterhin zu beachten: Viele Medikamente würden außerdem durch Grapefruit beeinflusst. Selbst eine zeitversetzte Einnahme könne nicht vor Wechselwirkungen schützen, weshalb man bei der Arzneimitteleinnahme ganz auf diese Frucht verzichten sollte. Günther erklärt außerdem, dass selbst Mineralwasser nicht immer unbedenklich in Kombination mit Medikamenten sei – wenn es mit Kalzium und Eisen angereichert ist. Die Wirkstoffe seien dann nicht mehr frei verfügbar. Sie rät dazu, Schilddrüsen- und Osteoporose-Medikamente mit Leitungswasser einzunehmen.

Vorsicht sei auch bei Antibiotika geboten: Diese hätten häufig eine Wechselwirkung mit Kalzium in Milchprodukten. Dadurch könne der Körper die Wirkstoffe schlechter aufnehmen und das Antibiotikum wirke weniger stark. „Manche Antibiotika vertragen sich auch nicht mit Kaffee, sondern verstärken dessen blutdruckerhöhenden Effekt zusätzlich, weil das Koffein schlechter abgebaut werden kann. Schlafprobleme oder Herzrasen können die Folge sein“, sagt Günther.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) informiert außerdem darüber, dass Lakritze zu einem Abfall des Kaliumspiegels im Körper und zu gesteigertem Blutdruck führe. Besonders Hypertoniker – also Menschen, die an Bluthochdruck leiden – sollten dieses Lebensmittel gar nicht oder nur in Maßen zu sich nehmen. Weiterhin könne laut ABDA die Einnahme oraler kombinierter hormoneller Verhütungsmittel das Risiko für thromboembolische Ereignisse wie tiefe Beinvenenthrombosen, Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Die Anwendung dieser Präparate bei Raucherinnen führe darüber hinaus zu einer additiven Zunahme des Thromboembolierisikos. Rauchen generell wirke sich negativ auf die Entwicklung von Spätschäden und die Prognose einer Reihe von Krankheiten wie etwa Diabetes mellitus Typ II, Fettstoffwechselstörungen oder Hypertonie aus.