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Aschenberg-Dugnus: Digitalisierung hilft Ärzten und Patienten

Berlin (pag) – Christine Aschenberg-Dugnus verspricht sich viel von der Digitalisierung. „So werden Ärzte wieder mehr Zeit für ihre Patienten haben“, hofft die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion beim Gesprächskreis Gesundheit des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed). Zugleich werde die Digitalisierung mehr Transparenz in der Versorgung schaffen und Qualität erkennbar machen.

In die richtige Richtung geht nach Meinung der Liberalen der Referentenentwurf zum Digitale Versorgung-Gesetz. Dadurch könnten neue Grundlagen für Zugangs- und Refinanzierungsmöglichkeiten von digitalen Anwendungen geschaffen werden, damit beispielsweise Gesundheits-Apps schnell in die Versorgung kommen. BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll begrüßt zwar den niedrigschwelligen und patientenfreundlichen Ansatz, meint allerdings, dass das nur ein erster Schritt sein kann. „Wichtig ist: Digitale Lösungen fallen als Digitale Medizinprodukte unter das Rechtsregime des Medizinprodukterechts.“ Der Gesetzgeber wolle sich bei der Neuregelung für digitale Gesundheitsanwendungen aktuell aber nur auf die hauptsächlich eigenständigen digitalen Medizinprodukte der Klassen I und IIa beschränken. „Das ist zu wenig“, sagt Möll. „Die Musik spielt nämlich in allen Klassen, also auch in den Klassen IIb und III.“
Auf einer Linie liegen BVMed und Aschenberg-Dugnus beim Einsatz von Real-World-Data im Gegensatz zu klinischen randomisierten kontrollierten Studien. „Klinische Studien sind zum Beispiel gerade für Anbieter sehr spezifischer Lösungen, die nur für die Anwendung bei sehr wenigen Patienten angedacht sind, schlichtweg unrealistisch und undurchführbar“, sagt Möll. „Hier sollte die Real-World-Evidence ausreichend sein, wie sie zum Beispiel Register bieten.“ Damit geht Aschenberg-Dugnus d’accord: Natürlich müssten in Fällen, in denen klinische Studien nicht möglich seien, andere Daten für die Entscheidung herangezogen werden.