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BMG: Ärzte sollen Rezepte mit Dosierung ausstellen

Berlin (pag) – Das Bundesgesundheitsministerium will die Dosierungspflicht auf Rezepten. Das ist Inhalt des Referentenentwurfs zur 18. Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) äußert Kritik.

Wenn es nach dem Bundesgesundheitsministerium geht, sollen Ärzte in Zukunft verpflichtet sein, Dosierungen auf Rezepten anzugeben.Das BMG sieht seinen Vorstoß im Sinne der Arzneimitteltherapiesicherheit. Denn verschreibungspflichtige Medikamente würden nicht selten überdosiert eingenommen und könnten die Gesundheit bereits bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden. Außerdem seien Wirkungen möglich, „die in der medizinischen Wissenschaft nicht allgemein bekannt sind“. Die Dosierungsangabe soll laut Entwurf keine Pflicht werden, wenn dem Patienten ein Medikationsplan mit Dosierungsanweisung des Arztes vorliegt. Das Ministerium rechnet mit Kosten von jährlich rund 108 Millionen Euro für die Ärzte. Es wolle aber mögliche Entlastungen in anderen Bereichen prüfen.
„Eine Dosierungsempfehlung auf dem Rezept beweist weder, dass eine Belehrung des Patienten durch den Arzt stattgefunden hat, noch ist das Rezept der richtige Ort dafür“, kritisiert BDI-Präsident Prof. Hans Martin Hoffmeister den Entwurf. Schließlich bleibe das Rezept in der Apotheke. Um die richtige Einnahme sicherzustellen, bedürfe es anderer Maßnahmen, meint Hoffmeister und verweist auf den Medikationsplan. Er befürchtet weiteren bürokratischen Aufwand ohne Mehrwert für den Patienten. „Damit wird die Versorgung mehr gestört als verbessert“, glaubt er.

Den Referentenentwurf finden Sie hier:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/A/18._AMVV-AEVO.pdf