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Corona: Wer wird getestet?

Berlin (pag) – Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, soll in Zukunft laut den neuen Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) nicht mehr automatisch auf das Corona-Virus getestet werden. Risikopatienten mit Symptomen werden vorrangig berücksichtigt.

Menschen aus einem Risikogebiet müssen nicht mehr automatisch getestet werden.Generell sollen laut RKI nur noch Menschen getestet werden, die an „akuten respiratorischen Symptomen“ wie starkem Husten, hohem Fieber oder Atemnot leiden. Zusätzlich müsse die Person in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall gehabt haben oder zu einer Risikogruppe gehören. Zu letzterer Gruppe zählen unter anderem Menschen ab 60 Jahre, mit geschwächtem Immunsystem, in onkologischer Behandlung oder mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder Erkrankungen von Leber, Niere, Atemsystem oder Herzkreislauf. Darüber hinaus wird ein Test bei Symptomen auch durchgeführt, wenn es Hinweise auf eine virale Pneumonie gibt. Auch Beschäftigte im Krankenhaus, in Arztpraxen und im Pflegebereich müssen bei akuten respiratorischen Symptomen auf das Coronavirus getestet werden.

Bisher galt, dass Menschen, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, getestet werden. Dies entfalle, da es keinen Sinn mehr ergebe, nach einzelnen Regionen zu unterscheiden, sagt Lothar Wieler, Präsident des RKI. Menschen ohne Krankheitszeichen sollen grundsätzlich nicht getestet werden – diejenigen mit akuten Symptomen ohne Vorerkrankungen nur bei ausreichender Test-Verfügbarkeit. Wer mild erkrankt, kein Risikopatient sei und mangels Test-Kapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand halten, stellt Wieler klar.

Einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tests auf das Coronavirus fordert Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). „Es sollten keine Patienten ohne typische Symptome wie Husten oder Atemnot getestet werden“, sagt er. Die KBV rät Patienten, die eine Infektion vermuten, nicht direkt eine Hausarzt-Praxis aufzusuchen, sondern vorab anzurufen. Wer Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, soll sich unabhängig von Symptomen laut RKI an das zuständige Gesundheitsamt wenden.