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Corona: Wichtige Informationen für Patienten

Berlin (pag) – In Zeiten des Coronavirus haben Patienten viele Fragen: Welche Regeln gelten für den Gang in die Apotheke? Wie komme ich an mein Rezept? Wo kann ich mich informieren? Was man wissen muss.

Patienten mit Atemwegsinfekten sollten Apothekenräume derzeit möglichst nicht betreten.Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat weitreichende Maßnahmen beschlossen, die das Infektionsrisiko von Patient und Arzt senken sollen. Außerdem sollen Krankenhäuser und Praxen entlastet werden. Zum Schutz der Patienten, die das Krankenhaus verlassen, können laut G-BA-Beschluss sofort große Packungsgrößen von Arzneimitteln für die Versorgung zu Hause verordnet werden, „damit keine unnötigen Besuche der aus dem Krankenhaus entlassenen, oft geschwächten und damit besonders gefährdeten Patienten in den Praxen erforderlich sind“, heißt es vom G-BA. Medikamente dürfen außerdem für 14 Tage anstatt bisher sieben Tage verschrieben werden.

Vertragsärzte sowie Zahnärzte sollen ebenfalls bei der „Gültigkeitsdauer von Rezepten“ entlastet werden, sodass laut G-BA „auch hier Ressourcen geschont und Infektionsrisiken gemindert werden“. Zudem können Folgeverordnungen für Heilmittel, Krankenfahren oder häusliche Krankenpflege auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt werden. Voraussetzung sei, dass der Patient zuvor aufgrund derselben Erkrankung persönlich durch den Arzt untersucht worden ist. „Die Verordnung kann dann postalisch an die Versicherte oder den Versicherten übermittelt werden“, teilt der G-BA mit. Außerdem können niedergelassene Mediziner auch nach einem Telefonat mit dem Patienten Medikamentenrezepte ausstellen.

Die Einladungen zum Mammographie-Screening werden kurzzeitig ausgesetzt. „Dabei gehen keine Untersuchung verloren, sondern werden nachgeholt, und vorliegende Befunde werden selbstverständlich abgeklärt“, teilt der unparteiische G-BA-Vorsitzende Prof. Josef Hecken mit. Patienten müssen außerdem nicht verpflichtend an Schulungen eines Disease-Management-Programms (DMP) teilnehmen.
Patienten mit Atemwegsinfekten sollten Apothekenräume derzeit möglichst nicht betreten.In Apotheken gelten jetzt vielerorts Vorsichtsmaßnahmen wie etwa eine Begrenzung der Zahl an Kunden, die gleichzeitig die Räume betreten dürfen, informiert die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Einige Apotheken seien durch die angespannte Personalsituation gezwungen, ihre Öffnungszeiten zu verkürzen, jedoch sei die Arzneimittelversorgung durch Apotheken gesichert, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA und ergänzt: „Die Apotheken bleiben als systemrelevante Institutionen bundesweit geöffnet und versorgen auch im Nacht- und Notdienst.“

Patienten mit Atemwegsinfekten sollten Apothekenräume derzeit möglichst nicht betreten, egal ob es sich um eine Erkältung oder eine vermutete Corona-Infektion handelt. „Wer erkrankt ist, sollte am besten gesunde Angehörige oder Nachbarn darum bitten, etwas abzuholen. Wir empfehlen, in der Apotheke anzurufen und das Weitere telefonisch abzusprechen“, empfiehlt Schmidt. Zudem warnt er vor Hamsterkäufen von Medikamenten: „Die fehlen unter Umständen dann den Patienten, die sie lebenswichtig brauchen“. Wenn Menschen nicht hamstern, gerät die Lieferkette nicht aus dem Takt, heißt es in Medienberichten.

Generell werden Patienten, die verschreibungspflichtige Arzneimittel benötigen, darum gebeten, die dafür erforderlichen Rezepte – soweit möglich – telefonisch bei der Arztpraxis zu bestellen und von einem Besuch in der Arztpraxis abzusehen. Darüber informiert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein. Die Arztpraxen sollen die Rezepte dann an die Stammapotheken der Patienten faxen. Von der Echtheit der Verschreibung werde sich die Apotheke durch „geeignete Maßnahmen“ überzeugen. Sofern die Apotheke einen Botendienst anbietet, sollte dieser genutzt werden. Notwendige Beratungen werden auf telefonischem Wege durchgeführt.

Patienten finden bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Informationen über das Coronavirus. Die KBV bietet auch den Patientenservice 116117 an. Dort stehen die wichtigsten Informationen telefonisch per Bandansage bereit sowie hier. Außerdem ist die 116117-App abrufbar.

Weitere Informationen zur aktuellen Entwicklung des Coronavirus sind auf den Seiten des Robert Koch-Instituts, der Charité Universitätsmedizin Berlin sowie im täglichen Podcast des NDR „Coronavirus-Update“ mit dem Virologen Prof. Christian Drosten zu finden.