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Coronavirus: Angst vor Ansteckung steigt

Berlin (pag) – Die Anzahl der Corona-Infektionen hat hierzulande ein neues Hoch erreicht. Damit einhergehend steigt auch die Sorge der Bevölkerung, sich mit dem Virus anzustecken, wie aus einer Umfrage des Demoskopieunternehmens YouGov hervorgeht.

Digitale Corona-Warnanzeige in Berlin-FriedrichshainAnfang Oktober gaben 43 Prozent der Befragten an, sehr/eher große Angst vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 zu haben. Im Juli lag der Wert noch bei 40 Prozent. Rund 72 Prozent der Befragten denken, die Lage werde sich weiter verschlechtern, 13 Prozent glauben an eine Verbesserung. Auch die Zustimmung zu verschiedenen eindämmenden Maßnahmen wird in der repräsentativen Umfrage abgefragt. 60 Prozent finden, Großveranstaltungen sollten abgesagt werden. Unternehmen sollen ermutigt werden, den Menschen die Arbeit von zu Hause aus zu erlauben, sagen 54 Prozent. Etwa 40 Prozent sprechen sich für die Bereitstellung von kostenlosen Masken für alle aus.

Die Angst vor dem Virus sitzt insbesondere bei Angehörigen der Risikogruppen tief. In vielen Facharztpraxen blieb zu Beginn der Pandemie die Hälfte der Patienten Untersuchungsterminen fern, die Situation hat sich ab Mitte April etwas entspannt. „Derzeit erscheinen etwa 10 Prozent der Patienten nicht“, berichtet der Berliner Nuklearmediziner Dr. Ronald Jochens. Die Quote lasse sich auf 5 Prozent verringern, wenn das Praxispersonal Patienten vor der Untersuchung telefonisch über die getroffenen Corona-Schutzmaßnahmen aufklärt. Wer einen Untersuchungstermin in der Nuklearmedizin versäume, könne die Erstdiagnose einer Krebserkrankung oder das Aufspüren von Metastasen verzögern. Herzpatienten riskierten womöglich den Nachweis einer behandlungsbedürftigen koronaren Herzerkrankung oder einer Fehlfunktion von Stents oder Bypässen. Das erhöhe das Risiko für einen Herzinfarkt, betont Jochens.

Den Gang zum Facharzt sollten Risikopatienten nicht aufschieben, den Gang in die Apotheke können sie sich aber sparen und stattdessen den Botendienst nutzen. Darauf weist der Deutsche Apothekerverband (DAV) angesichts der neuen Rekordzahlen hin. „Botendienste helfen, unnötige Kontakte zu vermieden. Und sie garantieren auch die Versorgung von Menschen in Quarantäne“, so DAV-Vorsitzender Fritz Becker.

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