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Coronavirus: Spahn warnt vor Hektik

München/Berlin (pag) – Im bayerischen Landkreis Starnberg sind die ersten vier Fälle von Coronavirus (2019-nCoV) aufgetreten. Das teilt das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege des Freistaates mit. Einen Impfstoff gegen das Virus gibt es derzeit nicht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagt aber: "Für übertriebene Sorge gibt es keinen Grund."

Die Übertragung des Coronavirus erfolgt von Mensch zu Mensch.Alle vier Betroffenen seien Mitarbeiter einer Firma in Starnberg, teilt das Gesundheitsministerium in Bayern mit, das zunächst nur von einem 33-jährigen Mann berichtete, der sich offenbar bei einer chinesischen Kollegin angesteckt hat. Alle vier Personen würden stationär aufgenommen, medizinisch überwacht und isoliert behandelt. „Bei einigen weiteren Kontaktpersonen läuft derzeit ein Test, ob auch hier eine Infizierung mit dem Coronavirus vorliegt“, teilt das Landesministerium weiter mit.

Spahn sagt, die Fälle würden zeigen, dass man gut vorbereitet sei. „Wir werden Ärzte und Kliniken verpflichten, auch begründete Verdachtsfälle zu melden“, kündigt er an. Diese würden veröffentlicht, wenn sie sich bestätigen. "Wir müssen dieses Virus ernst nehmen, dürfen aber jetzt nicht hektisch werden", sagt der Minister. Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die Atemwegserkrankung aus China bleibe nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) weiterhin gering.

Das Virus wird laut RKI von Mensch zu Mensch übertragen. Das Institut informiert, dass es Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Coronaviren gebe und empfiehlt zur Vorbeugung gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten. Zur Ansteckungsgefahr teilt das Bundesgesundheitsministerium mit, dass zur Zeit keine genaue Aussage getroffen werden könne. "Fachleute schätzen jedoch, dass 2019-nCoV nicht so ansteckend ist, wie beispielsweise Influenza oder Masern."

Das Land Bayern hat eine Hotline unter 09131/68085101 geschaltet.

Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts.