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Covid-19 führt zu Gefäßerkrankungen

Stuttgart (pag) – Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Covid-19 die Blutgefäße schädigt und Gefäßerkrankungen wie Thrombose, Lungenembolien und Schlaganfälle begünstigt. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) informiert anlässlich ihrer Jahrestagung über den aktuellen Forschungsstand.

Gefäßerkrankungen führen zu einer höheren Sterblichkeit im Vergleich zu normalen Covid-PatientenCovid-19 sei nicht nur eine Lungenerkrankung, sondern auch „eine Gefäßerkrankung mit zum Teil schweren Verläufen“, fasst Prof. Markus Steinbauer, Chefarzt für Gefäßchirurgie in Regensburg, die bisherigen Erkenntnisse zusammen. Risikofaktoren, die zu einem deutlich schwereren Erkrankungsverlauf führen, seien Nikotin, Diabetes, Bluthochdruck und Adipositas. Dies sind auch Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen.

Man habe schnell erkannt, dass Covid-Patienten deutlich mehr Verschlüsse in den Venen haben, also Thrombosen und Lungenembolien, berichtet Steinbauer. Das führe bei 30 bis 50 Prozent der Intensivpatienten zu Komplikationen. Die Gefäßerkrankungen führen zu einer höheren Sterblichkeit im Vergleich zu normalen Covid-Patienten, so Steinbauer weiter.

Mögliche Ursachen seien aktivierte Blutgerinnung, eine direkte Wirkung des Virus an der Gefäßinnenschicht sowie die gesamte Entzündungsreaktion, die zur Gerinnung führe. „Für die erhöhte Aktivierung der Gerinnungsfaktoren spricht, dass bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten erhöhte D-Dimer-Werte gemessen wurden“, erläutert Steinbauer. D-Dimere sind Marker, die auf Embolien oder Thrombosen hinweisen können.

Für Covid-Patienten mit Risiko für Gefäßerkrankungen haben verschiedene Fachgesellschaften die Behandlung mit Gerinnungshemmern empfohlen. Ambulant sollte eine Thromboseprophylaxe durchgeführt werden und stationär therapeutische Gerinnungshemmer gegeben werden. Im Juli veröffentlichte Studien hätten gezeigt, dass diese Behandlung zu einer Verbesserung des Überlebens führt. Welche Medikamente am effizientesten sind, müssen laut Steinbauer weitere Studien zeigen.

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