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Demenz: Frühzeitige Diagnose ist effektiv

Berlin (pag) – Zum Welt-Alzheimertag am 21. September werden drastische Daten bekannt: In den nächsten 20 bis 25 Jahren wird sich die jetzige Zahl der Demenzkranken von 1,7 Millionen verdoppeln. Warum es entscheidend ist, die Krankheit frühzeitig zu diagnostizieren.

Die Erkrankung gilt als unheilbar und doch gibt es Lichtblicke: In einem von sieben Fällen ist eine Demenz umkehrbar, die zum Beispiel durch Vitaminmangel oder Schilddrüsenfunktionsstörungen ausgelöst wird, sagt der Sozialmediziner Prof. Michael Rapp, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Demenz früh erkannt wird und eine spezifische Demenzdiagnose erfolgt. Bei frühzeitiger Einleitung einer Therapie könne zudem der Verlauf der Krankheit verlangsamt werden.

Prof. Isabella Heuser, Vorsitzende der Hirnliga.Ein wirksames Medikament gibt es bisher nicht, „aber wir wissen sehr viel mehr und daraus begründet sich die Hoffnung, dass es immer weiter geht“, sagt Prof. Isabella Heuser, Vorsitzende der Hirnliga. Eine wichtige Entwicklungslinie ist die Kombination aus Anti-Amyloid und Anti-Tau-Präparaten. Studien, in denen Medikamente entwickelt werden, brauchen pro Patient etwa zwei bis vier Jahre, um einen verlässlichen Eindruck zu bekommen, ob das Präparat tatsächlich funktioniert. Forschung sei laut Heuser schwierig, weil sie viel Zeit brauche und ganz frühzeitig die ersten Krankheitszeichen erkannt werden müssten, um dann möglicherweise erfolgreich zu sein.

Derzeit gibt es etwa 1,7 Millionen Demenzkranke in Deutschland. „Die Zahl wird sich in den nächsten 20 bis 25 Jahren noch verdoppeln“, sagt der Hirnliga-Geschäftsführer Thomas Kunczik. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde Demenz die herausfordernde Krankheit für das Gesundheits- und Sozialsystem. Die Versorgungssituation in den Pflegeheimen sei zum Großteil noch immer gekennzeichnet von sehr hohem Psychopharmaka-Verbrauch, sagt Sozialmediziner Rapp. Er fordert mehr nicht-medikamentöse Therapie-Verfahren und demenzsensible Schulungen für Pflegekräfte.

Weiterführende Informationen zu aktueller Demenzforschung finden Sie hier:
https://www.vfa-patientenportal.de/erkrankungen/warum-die-frueherkennung-von-alzheimer-so-wichtig-ist