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12. März 2018

Diabetes: Gewünscht werden Register und mehr Konsens

 
Berlin (pag) – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) setzt sich für ein Diabetesregister im Rahmen eines Nationalen Diabetesplans ein. Ein zentrales Register mit Patientendaten werde dringend benötigt, sagt DDG-Pressesprecher Dr. Baptist Gallwitz.

Dagegen mahnt Thomas Müller vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einen Dialog zwischen den medizinischen Fachgesellschaften an. Auf dem Symposium Diabetes 2030 kritisiert er – auch mit Blick auf die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel – den fehlenden Konsens von Experten sowie widersprüchliche Leitlinien-Empfehlungen. Eine Einigung der Fachwelt hält der Leiter der Arzneimittelabteilung des G-BA für dringend erforderlich.

Dr. Baptist Gallwitz (© pag / Fiolka)
Von einem Register verspricht sich Gallwitz, regionale Unterschiede in der Versorgung aufzeigen zu können. Außerdem schaffe eine breite Datenbasis die Grundlage dafür, validierte und detailliertere Erkenntnisse über die Langzeitwirkung von Therapien in der breiten Anwendung zu gewinnen. Auf der Jahrespressekonferenz der Fachgesellschaft kündigt der Mediziner an, dass die DDG-Kommission „Versorgungsforschung und Register“ entsprechende medizinische und wissenschaftliche Standards definieren werde.

Die Experten haben auch die fortschreitende Digitalisierung im Blick und sehen darin eine Chance für eine verbesserte Versorgung. „Qualitativ hochwertige Diabetes-Apps, Wearables und digitale Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung können die herkömmliche Diagnostik und Therapie sinnvoll ergänzen und wichtige Patientendaten liefern“, meint Gallwitz.

Ferner könnte mithilfe neuer Informations- und Kommunikationstechnologien die Prävention von Diabetes in einer neuen Dimension erforscht werden. Darauf weist Prof. Martin Hrabĕ de Angelis, Vorstand des Deutschen Zentrum für Diabetesforschung, auf der Pressekonferenz hin. Konkret spricht er von dem Aufbau eines digitalen Diabetes-Präventionszentrums (Digital Diabetes Prevention Center, DDPC). Die Vision: Unter Einbeziehung großer Bevölkerungsgruppen, Gesundheits- und Forschungsdaten aus unterschiedlichsten Quellen und durch Anwendung von innovativen IT-Technologien zum Data-Storage und Data-Mining sollen Diabetesrisiko-Subtypen in der Bevölkerung frühzeitig erkannt und eine zielgerichtete personalisierte Prävention ermöglicht werden. Einen Geldgeber für das DDPC gibt es gegenwärtig noch nicht.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: „Krebs-Patiententag im Westdeutschen Tumorzentrum“ am 23.06.2018 in Essen
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Digitorial

Literaturtipps
Cover "Der digitale Patient"

"Der digitale Patient. Analyse eines neuen Phänomens der partizipativen Vernetzung und Kollaboration von Patienten im Internet" von Alexander Schachinger
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