Drucken

Die Gesundheit der Deutschen im EU-weiten Vergleich

Berlin (pag) - Jüngere Menschen in Deutschland haben im Vergleich häufiger eine depressive Symptomatik als der EU-Durchschnitt. Das ist ein Ergebnis der aktuellen zweiten Welle der Europäischen Gesundheitsbefragung EHIS, die das Robert-Koch-Institut (RKI) auf Bundesebene durchgeführt hat.

Einsamer Mann am SeeIn Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 5,3 Millionen Menschen an einer Depression.Während der EU-Durchschnitt bei Depressionen jüngerer Menschen bei 5,2 Prozent liegt, sind es in Deutschland 11,5 Prozent. Besser sieht es bei den älteren Menschen aus: Da fällt die Verbreitung einer depressiven Symptomatik in Deutschland mit 6,7 Prozent geringer aus als der EU-Schnitt (9,1 Prozent). Ergebnisse der aktuellen, zweiten Welle von EHIS hat das RKI jetzt im Journal of Health Monitoring veröffentlicht. „Mit den Daten wollen wir dazu beitragen, die Gesundheit der Menschen weiter zu verbessern“, sagt RKI-Präsident Lothar H. Wieler.

Der Fokus der Europäischen Gesundheitsbefragung, für die in Deutschland fast 25.000 Menschen online oder schriftlich befragt wurden, liegt auf nichtübertragbaren Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes mellitus oder Atemwegserkrankungen. Sie sind laut RKI die Haupttodesursache in Deutschland und weltweit. Für die Auswertungen im Journal of Health Monitoring haben die Wissenschaftler des RKI vier Themengebiete analysiert: Einschränkungen im Alter bei Aktivitäten des täglichen Lebens wie Nahrungsaufnahme oder Körperpflege, die Auswirkungen der zentralen sozialen Rollen im mittleren Erwachsenenalter – zum Beispiel Partnerschaft, Elternschaft und Erwerbstätigkeit – auf die selbst eingeschätzte Gesundheit, das Gesundheitsverhalten in Abhängigkeit von der Bildung und die Häufigkeit einer depressiven Symptomatik.

Die Europäische Gesundheitsbefragung ist seit der zweiten Welle für alle EU-Staaten verpflichtend und findet alle sechs Jahre statt. Europaweit vergleichbare Gesundheitsinformationen sind laut RKI eine wichtige Grundlage für evidenzbasierte Maßnahmen, um Gesundheitsherausforderungen entgegenzutreten. Außerdem können sie helfen, Best-Practice-Beispiele für Interventionsansätze zu identifizieren.