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13. März 2018

E-Health-Gesetz geht an Wünschen von Patienten vorbei

 
Stuttgart (pag) – Das E-Health-Gesetz will unter anderem den Kontakt zwischen Ärzten und Patienten via Internet fördern. Die angestrebten Lösungen der Politik decken sich jedoch nicht immer mit den Wünschen der Patienten, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die Ausgestaltung des E-Health-Gesetzes sei weitestgehend von Ärzteverbänden und Politikern vorgenommen worden, sagt Philip von Wedel, der die Digitalisierung der Arzt-Patienten-Beziehung im Rahmen seiner Masterarbeit an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz näher untersucht hat. Die Patienten seien, wenn überhaupt, nur in rudimentären Umfragen nach ihren Bedürfnissen und Wünschen befragt worden. Für seine Studie hat der Wirtschaftswissenschaftler in drei Hausarztpraxen 57 Patienten ausführlich interviewt und danach gefragt, wie viel die Patienten für neue digitale Angebote aus eigener Tasche zu zahlen bereit wären.

Das Ergebnis: Die Präferenzen der Patienten deckten sich nur teilweise mit den Angeboten des Gesetzgebers. So würden sie Termine gern über die Webseite des Arztes vereinbaren, eine Kommunikation über WhatsApp lehnten sie jedoch ab. Informationen vom Hausarzt würden die meisten lieber per E-Mail oder auf der Webseite erhalten. Ganz wichtig sei es den Patienten, dass die Kommunikation direkt mit dem Arzt erfolgt und nicht über die Arzthelferin, so von Wedel weiter.

Die Speicherung von Notfalldaten auf der Gesundheitskarte, in denen zum Beispiel bestehende Arzneimittelunverträglichkeiten aufgeführt sind, würde vielen Patienten ein sicheres Gefühl geben. Auch die Idee einer elektronischen Krankenakte stieß auf hohe Zustimmung. Dem schon eingeführten Medikationsplan, der Fehler bei der Einnahme von Medikamenten verhindern soll, können nur wenige etwas abgewinnen. Den größten Nutzwert maßen die Patienten der digitalen Krankenakte bei. Dafür würden sie im Durchschnitt einmalig 65,50 Euro zahlen. Die Einsicht und die Bearbeitung der Akte wäre ihnen ebenfalls einmalig 30 Euro wert. Für eine telemedizinische Betreuung würden sie 56,28 Euro im Monat ausgeben. Diese müsste, so der Wunsch der Befragten, allerdings durch einen Arzt erfolgen. Ein kontinuierlicher Datenaustausch mit dem Arzt wäre den Patienten 38,22 Euro monatlich wert.

P. von Wedel et al.: Die Digitalisierung der Arzt-Patienten Beziehung in Deutschland, in "Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement" 2018
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: „Krebs-Patiententag im Westdeutschen Tumorzentrum“ am 23.06.2018 in Essen
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Digitorial

Literaturtipps
Cover "Der digitale Patient"

"Der digitale Patient. Analyse eines neuen Phänomens der partizipativen Vernetzung und Kollaboration von Patienten im Internet" von Alexander Schachinger
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