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Umfrage: E-Health kommt bei den Deutschen an

Berlin (pag) – Etwa zwei Drittel der Deutschen wollen die elektronische Patientenakte (ePA) und das elektronische Rezept (eRezept) nutzen. Das geht aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor, der dafür 1005 Menschen ab 16 Jahren befragt hat.

Demzufolge wünscht sich eine Mehrheit der Befragten smarte Zusatzfunktionen der ePA. „98 Prozent wollen etwa einen integrierten digitalen Impfpass, 91 Prozent haben Interesse an einem digitalen Medikationsplan mit automatischem Wechselwirkungscheck“, hat Bitkom herausgefunden. Auch ein Modul zur Integration der Daten aus Apps oder medizinischen Geräten wie einem Blutdruckmessgerät (80 Prozent) sowie ein Vorsorgeplaner (70 Prozent) seien beliebt. Datenhoheit ist den Deutschen in diesem Zusammenhang wichtig. „61 Prozent wollen, dass sie beim Patienten liegt, weitere 59 Prozent verlangen ein Höchstmaß an Datenschutz und Datensicherheit“, teilt der Digitalverband mit.
Besonders profitieren von E-Health werden nach Ansicht der Umfrageteilnehmer chronisch Kranke – zum Beispiel Diabetiker. Für diese gibt es mittlerweile softwaregesteuerte automatische Lösungen zur Überwachung des Blutzuckerlevels und der Dosierung von Insulin. „Angenommen sie wären Diabetiker, würden zwei von drei Befragten, 68 Prozent, ein solches Angebot nutzen. 64 Prozent würden sich einen Sensor implantieren lassen, um den Blutzuckerspiegel permanent zu messen“, heißt es von Seiten Bitkoms.
Für Telemedizin sind laut Umfrage viele Bürger sensibilisiert. Fast jeder Vierte würde für einen schnellen ärztlichen Rat per App sogar extra zahlen. Ungefähr genauso viele würden Routinefragen durch ärztliche Online-Services aus dem Ausland abklären lassen, wenn sie dadurch Geld sparen könnten.
Auf den Wandel in der Medizin scheint ein Großteil der Deutschen vorbereitet zu sein. 46 Prozent meinen laut Umfrage, dass zumindest Teile der medizinischen Versorgung in Zukunft ausschließlich digital stattfinden werden.