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EMA will früher über Impfstoff-Zulassung entscheiden

Berlin (pag) – Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Lothar Wieler, zeigt sich angesichts der Corona-Fallzahlen besorgt. „Die Lage ist so ernst, wie sie noch nie war in dieser Pandemie“, sagt er in der Bundespressekonferenz. Unterdessen sorgt die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA für einen Hoffnungsschimmer. Sie will früher als bisher angenommen über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer entscheiden.

RKI-Präsident Prof. Lothar WielerSo soll das Ergebnis der Prüfung nun schon am 21. Dezember vorliegen, teilt die Behörde am Dienstag in Amsterdam mit. Zuvor galt der 29. Dezember als Stichtag für das Gutachten. Noch vor der offiziellen Verlautbarung der EMA hatten Medien über einen früheren Zulassungstermin spekuliert. In der Bundespressekonferenz bezeichnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine mögliche frühere Zulassung des Impfstoffs als „gute Nachricht für die ganze Europäische Union“.

In anderen Staaten wird dagegen bereits geimpft. Spahn aber verteidigt den Zulassungsprozess der EMA. Im Unterschied zu anderen Ländern gehe es den EU-Staate nicht um eine Notfall-, sondern um eine ordentliche Zulassung. Dafür sei eine tiefergehende Auswertung der Daten erforderlich. Zudem seien auch die 27 nationalen Zulassungsbehörden involviert. Die eingehende Prüfung hält Spahn für notwendig, um auch die Menschen für eine Impfung zu gewinnen, die noch unentschlossen sind: „Nichts ist wichtiger beim Impfen als Vertrauen in den Impfstoff.“

Der Minister geht davon aus, dass zwei bis vier Tage nach der Zulassung die ersten Personen geimpft werden können. Fällt das Gutachten der EMA positiv aus, könnte der Startschuss also schon während der Weihnachtsfeiertage fallen.
Einzelheiten zur Priorisierung und dem Prozedere in den Impfzentren sollen in einer Verordnung geregelt werden. Mit der Unterzeichnung will Spahn laut eigener Aussage noch bis Freitag warten. In der Zwischenzeit wird die überarbeitete Stellungnahme der Ständigen Impfkommission erwartet, die die Details der Priorisierung vorgibt. Zudem veranstaltet der Bundestag unter anderem eine Aktuelle Stunde zum Thema.

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