Drucken

Deutschland auf Platz 14

Brüssel (pag) – Die Deutschen könnten ihre Herzgesundheit durch bestimmte Veränderungen des Lebensstils deutlich verbessern. Das geht aus dem Euro Herz Index 2016 (EHI) hervor, der die Herzkrankenversorgung in 30 europäischen Ländern untersucht. Deutschland liegt mit Platz 14 im Mittelfeld.

Die Spitzenposition nimmt Frankreich ein, dicht gefolgt von Norwegen und Schweden. In nahezu sämtlichen Ländern ist eine zunehmende Verbesserung der Herzkrankenversorgung festzustellen, jedoch gibt es große Ungleichheiten zwischen den Ländern. Gleicher Zugang zu grundlegenden Herzmedikamenten würde Zehntausende von Leben retten.

„Die Herzkrankenversorgung ,made in Germany’ gehört zu den zuverlässigsten in Europa. Das Problem liegt im ungesunden Lebensstil: Ein zu hoher Zucker- und Alkoholkonsum und zu wenig Gemüse und Obst auf dem Speisezettel vieler Verbraucher verhindern, dass Deutschland beim EHI nicht unter die Top 10 kommt”, erklärt EHI-Projektleiterin Dr. Beatriz Cebolla.

Prof. Dr. Arne Björnberg, Vorsitzender des Forschungsunternehmens Health Consumer Powerhouse, erläutert die grundlegende Problematik: „In der Herzversorgung gibt es eine deutliche Lücke zwischen den europäischen Leitlinien für die Therapie von Patienten und der tatsächlichen Behandlung.“ Der Einsatz von preiswerten (Basis-)Herzmedikamenten scheine planlos zu sein und spiegle kaum die tatsächlichen Bedürfnisse der Europäer wider. Seiner Meinung nach existiert ein Zusammenhang zwischen hohen Ausgaben und guten medizinischen Ergebnissen: „Wohlhabende Länder können Patienten auch bei geringeren Beschwerden ins Krankenhaus einweisen und damit eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes leichter abwenden“, fügt Björnberg hinzu. Aber auch mit geringen finanziellen Mitteln könnte man viel für den Patienten erreichen, wenn man nur die richtigen Prioritäten setzt.

Den vollständigen Report gibt es unter http://www.healthpowerhouse.com/publications/euro-heart-index-2016/