Drucken

EU-Kommission: Weihnachten ist Corona-Risiko

Brüssel (pag) - Die EU-Kommission warnt dringend davor, die Corona-Maßnahmen über die Feiertage zu lockern. Die aktuelle Lage sei „heikel und prekär“, mahnt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides im Rahmen eines digitalen Treffens der EU-Gesundheitsminister.

Die EU-Kommission empfiehlt eine siebentägige Selbstquarantäne vor und nach Zusammenkünften.„Möglicherweise gibt es eine Stabilisierung der Zahlen in der EU, aber das ist eine Stabilisierung auf sehr hohem Niveau.“ Die Kommission hat darum ein Strategiepapier mit Empfehlungen veröffentlicht, die Bürger sicher durch den Covid-Winter bringen sollen. Sollten sich Staaten mit Blick auf die Feiertage trotzdem für eine temporäre Lockerung der Kontaktbeschränkungen entscheiden, empfiehlt die Kommission eine siebentägige Selbstquarantäne vor und nach Zusammenkünften.

Familienmitglieder sollten eine sogenannte Haushaltsblase bilden und während der Feiertage mit den gleichen Leuten zusammenbleiben, statt ständig zu wechseln. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht trotz dieser Empfehlungen keinen Grund, die deutschen Regelungen anzupassen. „Kein staatlicher Zwang kann erreichen, was notwendig ist, nämlich dass die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger von sich aus sagt: ‚Wir passen aufeinander auf‘“, so Spahn.

Die Bundesregierung und die EU-Kommission treiben ihren Plan zur Gründung einer europäischen Gesundheitsunion weiter voran. Die Reaktion anderer Mitgliedsstaaten ist auf der Konferenz aber verhalten ausgefallen. Kernpunkt ist die Stärkung wissenschaftlicher und medizinischer Einrichtungen, allen voran des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Vorgesehen sind auch länderübergreifende Maßnahmen wie die Erklärung von Notstandsituationen auf EU-Ebene und die Einleitung entsprechender Maßnahmen.

Ziel ist eine größere Souveränität bei der Pandemievorsorge, Produktion von Wirkstoffen und weniger Abhängigkeit von anderen Regionen wie China. Laut Spahn gibt es bei den grundlegenden Punkten „eine sehr große Einigkeit“. Diskussionsbedarf bestehe noch im Detail. Trotzdem ist er optimistisch, dass es zumindest beim Mandat des ECDC im kommenden Jahr eine Entscheidung geben wird.

Das interessiert Sie auch

Strategien für dunkle Herbsttage

Corona: Burnout durch Homeoffice

Das sollte beim Tragen von FFP2-Masken beachtet werden