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Die Förderkriterien für Krebsberatungsstellen stehen fest

Berlin (pag) – Menschen mit einer Krebserkrankungen benötigen nicht nur eine Tumortherapie, sondern auch Beratung und Unterstützung im Umgang mit der Krankheit. Die Sicherstellung der ambulanten psychoonkologischen Versorgung und damit auch eine gesicherte Finanzierung ist eines von insgesamt 13 Zielen des Nationalen Krebsplans. Jetzt hat der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung die Förderkriterien festgelegt.

Damit ist der Einstieg in die Regelfinanzierung der ambulanten Krebsberatung gemacht. Rückwirkend zum 1. Januar 2020 gelten die Kriterien, die eine Einrichtung erfüllen muss, wenn sie Geld aus dem mit 21 Millionen Euro gefüllten Topf erhalten möchte. Gefördert werden ambulante Krebsberatungsstellen, soweit sie psychoonkologische Beratung und andere Unterstützungsleistungen anbieten. Eine genehmigte Förderung gilt für drei Jahre. Doch die neue gesetzliche Regelung reiche nicht aus, weil sie nur rund vierzig Prozent der Kosten ambulanter Krebsberatung abdecke, schreibt die Deutsche Krebsgesellschaft. Denn im Erstattungskatalog seien nur Beratungen bei psychischen Belastungen vorgesehen. Andere Fragestellungen müssten zu Lasten anderer Sozialversicherungsträger gehen. Von einem „Schlag ins Gesicht“ spricht gar der Paritätische Gesamtverband nach Veröffentlichung der Förderkriterien. Die Zahl der Menschen, die an Krebs erkranken, steige jährlich. Deshalb benötigten die Beratungsstellen finanzielle Sicherheit. „Die Förderrichtlinien gefährden die Arbeit besonders kleinerer Beratungsstellen mit weniger als zwei Vollzeitstellen, da sie häufig nicht in den Genuss von Fördermitteln kommen. Hier muss korrigiert und gegebenenfalls Länder und Kommunen in die Verantwortung genommen werden", fordert der Paritätische. Vielerorts seien wichtige Geldgeber abgesprungen mit dem Verweis darauf, dass die Beratungsstellen mit Geldern von der Bundesebene rechnen könnten. Diese würden aber die Mehrheit der Beratungsstellen nicht erreichen.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Mirjam Renz von der Deutschen Krebsgesellschaft:
https://www.vfa-patientenportal.de/erkrankungen/krebserkrankungen/i-renz-krebsberatung

Zu den Förderkriterien für die Krebsberatungsstellen:
https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/amb_krebsberatung/foerderung_kbs.jsp"