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Forscher untersuchen chronische Krankheiten

Regensburg (pag) – Können Menschen mit einer chronischen Krankheit in Zukunft besser versorgt oder sogar geheilt werden? Dieser Frage gehen Wissenschaftler in einem aktuellen, europaweiten Forschungsprojekt in verschiedenen Studien nach. Beteiligt sind unter anderem die Universitäten in Regensburg, Magdeburg und Ulm sowie das Universitätsklinikum Regensburg (UKR).

Ende September fiel mit einem dreitägigen Kick-Off-Meeting der Startschuss für die Gemeinschaftsaktion „CHRODIS+“, in der sich die nächsten drei Jahre 42 Institutionen aus 18 europäischen Ländern in verschiedenen Projekten engagieren. Die Ergebnisse sollen für alle Teilnehmer anschließend aufbereitet und für ganz Europa gleichermaßen nutzbar gemacht werden.

Das deutsche Team wird innerhalb des Projekts eine App für Tinnitus-Patienten entwickeln. „Tinnitus ist eine chronische Krankheit, von der 42 Millionen Menschen in Europa betroffen sind. Mit der App hoffen wir, die Therapiestrategie für Betroffene zu optimieren. Wenn sich dies bewährt, kann das Konzept auch auf viele weitere chronische Krankheiten wie beispielsweise Diabetes übertragen werden“, erläutert Dr. Winfried Schlee, Projektleiter am Tinnituszentrum des UKR. Die App sei bereits im Vorfeld konzipiert worden und soll nun im Rahmen von CHRODIS+ weiterentwickelt werden.

Dabei erfassen Patienten mithilfe kurzer diagnostischer Fragebögen mehrmals täglich ihren Tinnitus-Status. Dadurch sei es den behandelnden Medizinern möglich, den Verlauf engmaschig zu kontrollieren und die Behandlung anzupassen. „Uns stehen aktuell nur die Daten zur Verfügung, die wir punktuell beim Behandlungstermin des Patienten erfassen. Der Tinnitus kann sich aber im Laufe des Tages verändern. Diese Änderungen können nur durch eine erhöhte Messfrequenz aufgezeichnet werden, wie es durch die App ermöglicht wird“, so Schlee weiter.

CHRODIS+ soll dazu beitragen, das Gesundheitsbewusstsein in der Europäischen Union zu fördern. Finanziert wird es durch verschiedene Forschungsverbünde der einzelnen Mitgliedstaaten.