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Deutschland im EU-Vergleich mit Höhen und Tiefen

Berlin (pag) – Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt in einer neuen Veröffentlichung Daten zum Gesundheitsverhalten in Deutschland und anderen EU-Staaten vor. Der Vergleich zeigt, dass Deutschland zwar bei sportlichen Aktivitäten und Nicht-Rauchen gut dasteht, aber in anderen Bereichen Nachholbedarf hat. Die Ergebnisse entstammen der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014/2015-EHIS).

Demnach liegt Deutschland in Bezug auf die Raucherquoten und die Adipositasprävalenz relativ nah am EU-Durchschnitt: Europaweit haben 15,3 Prozent der Frauen und 15,6 Prozent der Männer (ab 15 Jahren) Adipositas. Die Prävalenzen liegen in Deutschland für die gleiche Altersgruppe mit 16,1 Prozent (Frauen) und 16,7 Prozent (Männer) leicht darüber. Jedoch gebe es hierzulande insbesondere in den jüngeren Altersgruppen eine deutliche Zunahme. Dagegen nehmen die Anzahl der Raucher seit Jahren kontinuierlich ab: Laut Studie rauchen hierzulande 20,8 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer ab 18 Jahren zumindest gelegentlich. „Trotz beachtlicher Fortschritte besteht in Deutschland hinsichtlich der Tabakpräventionspolitik – auch im europäischen Vergleich – in vielen Bereichen (zum Beispiel Werbeverbote und Besteuerung) noch deutliches Verbesserungspotenzial“, so das RKI.

Als problematisch sieht das Institut hingegen den geringen Obst- und Gemüsekonsum, vor allem bei den jüngeren Befragten, sowie das Rauschtrinken (der monatliche Konsum von mehr als sechs oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit). 24,9 Prozent der Frauen und 42,6 Prozent der Männer praktizieren mindestens einmal im Monat Rauschtrinken, berechnet das RKI – deutlich über dem EU-Durchschnitt (12,2 Prozent bei Frauen und 28 Prozent bei Männern). „Zu wenig Bewegung, Fehlernährung, Rauchen und gesundheitsriskanter Alkoholkonsum gehören zu den wichtigsten Gründen für nicht übertragbare, chronische Krankheiten“, mahnt das RKI. Vorbildlich seien die Deutschen dagegen bei der körperlichen Aktivität.

„Aus den Ergebnissen lassen sich Hinweise auf die Wirkung gesundheitspolitischer Maßnahmen ableiten und Ansätze zur Gesundheitsförderung identifizieren“, erklärt das RKI. Zum Beispiel seien in Deutschland mehr verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen notwendig, um gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum zu verringern.

Detaillierte Angaben sind im „Journal of Health Monitoring“ veröffentlicht: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/Journal-of-Health-Monitoring_2017_02_Gesundheitsverhalten.pdf?__blob=publicationFile