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16. Juni 2017

Apotheker

Gesundheitsbewusstsein beim Arzneimittelkauf stärken?

 
Berlin (pag) – Mit einer breit angelegten Umfrage zum Gesundheitsbewusstsein der Deutschen macht die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) auf dieses Thema aufmerksam. Hintergrund sind politische Forderungen des Verbandes nach einem stärkeren Engagement des Apothekers bei der Prävention.

Für die Untersuchung wurden vom infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft 3.415 Deutsche ab 16 Jahren telefonisch befragt. Dabei kam heraus, dass sich das Gesundheitsbewusstsein seit 2008 kaum verändert hat, jedoch gibt es regionale Unterschiede, die auffallen: In Hamburg und Schleswig-Holstein trinken doppelt so viele Menschen täglich Alkohol wie in Thüringen. In Nordrhein-Westfalen wird am häufigsten und in Hessen am wenigsten geraucht. Die Brandenburger bewegen sich weniger, die Norddeutschen sind am sportlichsten.

87 Prozent aller Befragten gaben an, sich regelmäßig zu bewegen, 84 Prozent setzen laut eigener Auskunft auf gesunde Ernährung. Beim Thema Rauchen zeigt die Erhebung, dass nach wie vor jeder vierte Bundesbürger (28 Prozent) raucht. Am meisten gequalmt wird in Nordrhein-Westfalen mit 33 Prozent. In Hessen hingegen waren die Anti-Raucher-Kampagnen am erfolgreichsten: Hier reduzierte sich der Anteil der Raucher von 31 Prozent im Jahr 2008 auf aktuell 22 Prozent. Ein gegenläufiger Trend ist in Rheinland-Pfalz und im Saarland zu beobachten, hier rauchen heute mehr Menschen als früher – waren es 2008 22 Prozent so sind es nun ganze 33 Prozent.

„Insgesamt haben wir ein großes Gesundheitsbewusstsein in Deutschland. Aber wir verzeichnen keine dynamischen Verbesserungen“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA mit Blick auf die Ergebnisse der Befragung. Aus Sicht des Verbandes sollten Apotheker beim Thema Prävention und Gesundheitsaufklärung in der Zukunft eine wichtigere Rolle spielen. Schmidt sieht die Bereiche „Ernährungsberatung“, „Raucherentwöhnung“ und „Impfberatung“ als geeignet, um diese in der Apotheke durchzuführen.

Jedoch müsste der Verband diese Forderungen zunächst bei der Politik durchbringen: Es fehlt die rechtliche Grundlage im Fünften Sozialgesetzbuch, damit Apotheken mit Krankenkassen entsprechende Verträge zur Erbringung dieser Dienstleistungen abschließen können – denn es geht um die Vergütung dieser Leistungen. Dazu hat der Verband auch die passenden Zahlen parat: 94 Prozent der Befragten wollen, dass Vorsorgeangebote in der Apotheke durch die Kassen finanziert würden. Allerdings wünschen sich insgesamt lediglich 24 Prozent der Bevölkerung, künftig in der Apotheke beraten zu werden.
Digitorial

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