Drucken

Grippe-Impfung: Vorrang für Risikogruppen

Berlin (pag) – 26 Millionen Grippe-Impfdosen stehen in dieser Saison zur Verfügung, teilt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor Journalisten mit. Erstmalig habe der Bund selbst sechs Millionen davon beschafft. Primär sollten sich Risikogruppen impfen lassen, startet Spahn einen Aufruf. Er und Prof. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), warnen vor einer Gleichzeitigkeit von schwerer Grippe- und Coronawelle.

„Denn dadurch kann unser Gesundheitssystem an Grenzen stoßen“, sagt Spahn. Auch deswegen sei die Grippeimpfung wichtig. Die 26 Millionen Dosen würden nach und nach freigegeben, sodass es zu Lieferengpässen kommen kann. „Es sind aber keine Versorgungsengpässe“, betont er. Die derzeitigen AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) könnten Influenza-Erkrankungen vorbeugen. Darauf baut auch Wieler. Als Indiz zieht er die Entwicklung auf der Südhalbkugel heran – dort verlaufe die Grippewelle in diesem Jahr sehr mild. Außerdem: „Seit März hatten wir keinen Masernfall mehr in Deutschland.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI empfiehlt die Impfung für Menschen ab dem 60. Lebensjahr, Schwangere, chronisch Kranke und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen sowie für Personal in Gesundheitseinrichtungen und für Menschen mit Kontakten zu Risikogruppen oder generell vielen Kontakten. Ziel ist eine Erhöhung der Impfquote bei diesen Menschen, sagt STIKO-Leiter Prof. Thomas Mertens.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gibt in diesem Jahr 500 Millionen Euro für die Impfungen aus, teilt GKV-Spitzenverbandschefin Dr. Doris Pfeiffer mit, 300 Millionen für die Dosen, 200 Millionen für die Ärzte. Die GKV erstattet die Impfungen für Risikogruppen. Pfeiffers Verband teilt mit, dass aber „etliche Krankenkassen die Impfungen gegen Grippe für alle ihre Versicherten übernehmen werden“.

Der Deutsche Hausärzteverband berichtet von einer erhöhten Nachfrage. „Allerdings sind in einigen Hausarztpraxen die ersten Impfdosen bereits verimpft und die Kolleginnen und Kollegen suchen händeringend Nachschub,“ sagt der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt und appelliert an die Politik, dass neue Dosen schnell kommen müssten.

Das interessiert Sie auch

Impfstoffe gegen Covid-19: Das ist in der Pipeline

Corona gefährdet die Adhärenz

BZgA rät Chronikern dringend zur Influenza-Impfung