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Grippeschutzimpfung: Appell vom Arzt wirkt am besten

Kiel (pag) – Ärzte vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) haben in einer Studie an Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen untersucht, wie wirksam Erinnerungen auf deren Bereitschaft wirken, zur Grippeschutzimpfung zu gehen. Die nun veröffentlichte Studie zeigt: Der persönliche Appell vom Arzt wirkt am besten.

Eine Studie zeigt: Impfappelle zeigen nur dann einen Effekt, wenn sie persönlich an die Menschen adressiert sind.Prof. Thorsten Feldkamp, leitender Oberarzt, und Dr. Kevin Schulte, Facharzt an der Klinik für Innere Medizin des UKSH am Campus Kiel, widerlegen mit ihren Ergebnissen frühere Studien, nach denen häufig unzureichend informierte oder fehlinformierte Patienten nicht geimpft seien. „Der Punkt ist, dass sie an das Impfen erinnert werden müssen. Dann gehen sie auch zum Arzt“, sagt Feldkamp nach einer Untersuchung mit chronisch nierenkranken Patienten. Die Impfappelle zeigten aber nur dann einen Effekt, wenn sie persönlich an die Menschen adressiert seien. Am effektivsten seien Briefe der behandelnden Ärzte an ihre Patienten, in denen sie sie an die anstehende Grippeschutzimpfung erinnern. „Künftig könnte hier aber vor allem den gesetzlichen Krankenversicherungen eine wichtige Rolle zukommen“, so die Mediziner. Sie könnten Risikopersonen zielgerichtet und effektiv an Impfungen erinnern. Impfaufklärung würde erstmalig großflächig individualisiert.
Menschen mit chronischen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwere oder tödliche Krankheitsverläufe bei einer Influenzainfektion zu entwickeln. Deshalb empfiehlt ihnen die Ständige Impfkommission, sich jährlich impfen zu lassen. Doch die Impfquote hat bei chronisch Erkrankten zuletzt zwischen 41,1 und 46,9 Prozent gelegen. Bei älteren Menschen ab 60 Jahren, zu denen viele Patienten mit chronischen Erkrankungen gehören, sind zuletzt nur 35 Prozent geimpft gewesen.