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Herausforderung bei HIV: Nicht diagnostizierte Menschen

Berlin (pag) – Die Liste von Erfolgen bei der Versorgung von HIV-Patienten ist lang. Dr. Viviane Bremer vom Robert Koch-Institut (RKI) nennt auf einem Parlamentarischen Frühstück im Vorfeld zum Welt-Aids-Tag die größte Herausforderung: Menschen, die noch nicht diagnostiziert sind.

Die Gesundheitspolitik hat sich zum Ziel gesetzt, HIV auszurotten. Die Ärztin Viviane Bremer leitet beim Robert Koch-Institut (RKI) die Fachgruppe HIV/Aids und andere sexuell oder durch Blut übertragbare Krankheiten. Sie begrüßt die Einführung der HIV-Selbsttests und die medikamentöse Prophylaxe (PrEP) auf Kassenrezept. „Große Sorge bereiten uns die Menschen, die das Virus in sich tragen, aber es nicht wissen“, meint sie. Ein Grund: HIV gehöre noch immer zu den stigmatisierten Krankheiten und das halte Menschen davon ab, sich testen zu lassen. Eine bei allen Präventionsbemühungen nur sehr schwer erreichbare Gruppe sei die der nicht Krankenversicherten, wozu Obdachlose und Drogengebrauchende zählen. Die Zahl der HIV-Neuerkrankungen in Deutschland insgesamt sei mit rund 3.000 rückgängig. Das gelte aber nicht für Heterosexuelle. Sie seien sich oftmals des Ansteckungsrisikos nicht so bewusst wie MSM – Männer, die Sex mit Männern haben“, meint Bremer. In Berlin leben 14.900 Menschen mit dem HI-Virus, 89 Prozent wissen von ihrer Infektion. Mehr als 1.600 kennen ihre Diagnose nicht und werden deshalb auch nicht behandelt. „Die müssen wir erreichen“, ist das Fazit des RKI.