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BAG Selbsthilfe fordert mehr Transparenz

Berlin (pag) – Experten sehen in der aktuellen Hilfsmittelreform (HHVG) viele gute Ansätze, die Qualität der Versorgung von Patienten zu verbessern. Dafür müsse aber die Einhaltung der vertraglichen Qualitätsvorgaben im Markt von den Krankenkassen stärker überprüft werden, so die Teilnehmer des 3. Homecare Management-Kongresses vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed).

Nach Ansicht von Dr. Siiri Doka, Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe
von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG), enthält das HHVG für die Betroffenen „wichtige Weichenstellungen zur Verbesserung von Qualität und Verringerung von Aufzahlungen“. Der Aspekt der Barrierefreiheit der Leistungsgewährung sei im Gesetz allerdings noch unzureichend abgebildet. Ein weiteres Anliegen der Selbsthilfe sei eine stärkere Transparenz des Prozesses der Bewilligung des Hilfsmittels. Bei der Präqualifizierung wünscht sich die BAG langfristig die Ausgestaltung zu einem Verfahren, „in welchem die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der Leistungserbringer umfassend geprüft wird“.

Kurzfristig sei es erforderlich, die Anforderungen an die fachliche Qualifikation der unmittelbar an der Versorgung beteiligten Mitarbeiter festzulegen. Bei den Ausschreibungen setzt sich die BAG für deren Verbot bei komplexen Hilfsmittelbereichen mit hohen Dienstleistungsanteilen aus. Unterstützt wird von der Selbsthilfe die Stärkung der Wahl- und Informationsrechte der Versicherten. „Perspektivisch sollte die unabhängige Beratung gestärkt werden“, so Doka. Die BAG wünscht sich zudem eine gesetzliche Abgrenzung zwischen Methode und Hilfsmittel. Bei der Methodenbewertung müsse es kürzere Fristen geben.

Carla Meyerhoff-Grienberger vom GKV-Spitzenverband verteidigt Ausschreibungen im Bereich der Hilfsmittel als eine Form der Vertragsanbahnung, allerdings müsse die Qualität der Versorgung besser überprüft werden. „Bessere Kontrolle der Ergebnisqualität in der Hilfsmittelversorgung und mehr Transparenz über die Ergebnisse“, ist auch die Hauptforderung der meisten Hilfsmittel-Unternehmen in der Podiumsdiskussion.