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Impfstoffe: Regierung beruft Sonderbeauftragten

Berlin (pag) – In der Bundespressekonferenz nehmen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Prof. Lothar Wieler, Stellung zu aktuellen Pandemie-Entwicklungen. Spahn bestätigt dabei einen Bericht des Spiegel, wonach die Regierung einen Sonderbeauftragten für die Impfstoffproduktion berufen will.

Den Posten wird demnach Christoph Krupp übernehmen, derzeit Sprecher des Vorstands der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Kurzfristig soll sich Krupp laut Spahn vor allem den Lieferketten widmen. Daneben soll der Sonderbeauftragte aber auch Ansprechpartner für Unternehmen sein, die in die Produktion in Deutschland investieren wollen. „Wir haben die Chance, den Impf- und Pharmastandort Deutschland für die 20er-Jahre wirklich zu stärken“, so Spahn. Unter anderem sollen Kapazitäten für zukünftige Pandemien geschaffen werden.

Mit Blick auf die neuesten Ansteckungszahlen mahnt der Gesundheitsminister: „Das Virus gibt nicht einfach auf.“ Auch RKI-Präsident Wieler wähnt Deutschland erneut an einem möglichen „Wendepunkt“. Zwar sei in den vergangenen Wochen „sehr viel erreicht“ worden. Doch der rückläufige Trend setze sich nicht mehr fort. Der Grund ist womöglich die Verbreitung der Virusmutante B1.1.7. Sie sei „noch ansteckender und wahrscheinlich noch gefährlicher“ als die ursprüngliche Variante des Virus, so Wieler.

Bis zum Ende der letzten Februar-Woche sollen Spahn zufolge zehn Millionen Impfstoffdosen ausgeliefert sein. Um diese zu verimpfen, werde man die Zahl der täglichen Impfungen, die derzeit bei rund 140.000 liege, innerhalb weniger Wochen verdoppeln müssen. Wann genau die Arztpraxen miteinbezogen werden sollen, lässt er aber offen. Unterdessen soll zeitnah über eine frühere Impfung von Lehrern und Erziehern entschieden werden. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Prof. Thomas Mertens, hatte sich zuletzt dagegen ausgesprochen. Spahn kann sich eine höhere Priorität zumindest für Grundschullehrer und Erzieher in Kitas aber offenbar vorstellen. Eine entsprechende Änderung der Impfverordnung ließe sich damit rechtfertigen, dass Regeln bezüglich Abstand und Hygiene bei den jüngeren Kindern schwieriger umzusetzen seien.

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