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Internationaler Tag der Epilepsie: Gegen das Gewitter im Kopf

Berlin (pag) – Weltweit zählt die Epilepsie zu den häufigsten schweren neurologischen Erkrankungen. Um auf die vielen Gesichter dieser Krankheit aufmerksam zu machen, wird heute am 11. Februar in über 120 Ländern der Internationale Tag der Epilepsie begangen.

Wenn sich Gliedmaßen verkrampfen, andere Körperteile ihre Spannung verlieren oder zucken, Betroffene bewusstlos werden oder halluzinieren, kann möglicherweise ein epileptischer Anfall dahinterstecken. Ursache können Fehlfunktionen des Gehirns sein, bei der sich viele Nervenzellen plötzlich gleichzeitig entladen, wie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) mitteilt. Ein epileptischer Anfall könne sich unterschiedlich äußern: Sowohl das Bewusstsein als auch Gefühls- oder Bewegungsstörungen sind denkbar.
Etwa 500.000 Menschen sind in Deutschland laut Deutscher Epilepsievereinigung von der Krankheit betroffen. In der Regel erfordere ein einzelner epileptischer Anfall keine medizinische Hilfe und ist kein Notfall: Er schädige das Gehirn nicht und höre in aller Regel von selbst wieder auf. Wird ein epileptischer Anfall miterlebt, sollte die Dauer mit einer Uhr festgehalten werden. Scharfkantige Gegenstände sollten aus dem Umfeld oder der Hand des Betroffenen entfernt werden, nach dem Anfall ist es ratsam, ihn in eine stabile Seitenlage zu bringen. Unter keinen Umständen sollten die krampfartigen Bewegungen gewaltsam unterbunden werden – Knochenbrüche könnten die Folge sein. Ein Notarzt sollte erst dann gerufen werden, wenn der Anfall länger als fünf Minuten andauert oder sich innerhalb von weniger als einer Stunde wiederholt. Bei weiteren Unsicherheiten, wenn Verletzungen nicht auszuschließen sind oder wenn der Anfall bei einer bekannten Epilepsie anders als gewöhnlich aussieht, sollte ebenfalls der Notarzt gerufen werden.

Eine Informationsbroschüre zum Thema Notfallbehandlung kann hier heruntergeladen werden. Auf der Webseite https://internationalepilepsyday.org/, die von der International League Against Epilepsy (ILAE) und dem International Bureau For Epilepsy (IBA) gestaltet wurde, kommen Betroffene zu Wort und es werden weitere Informationen zu der Erkrankung gegeben.