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Junge Krebspatienten tragen oft noch hohe Kosten

Berlin (pag) – Mit Verabschiedung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes sollte Kryokonservierung zur Kassenleistung für junge Krebskranke werden. Doch einige große Krankenkassen übernehmen die Kryokonservierung nach wie vor nicht, wie die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs informiert.

Katharinas Krebserkrankung brachte sie in eine finanzielle Notlage.Die Kryokonservierung kostet bis zu 4.300 Euro für junge Frauen und etwa 500 Euro für junge Männer. Dazu kommen Lagerkosten von etwa 300 Euro pro Jahr. Nach alter Gesetzeslage mussten die Betroffenen die Kosten selbst tragen. „Für dieses Gesetz haben die Betroffenen so sehr gekämpft“, sagt Prof. Mathias Freund, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. „Aber leider hat sich für viele von ihnen noch nichts geändert.“

Die Begründung dieser Krankenkassen ist streng juristisch nicht angreifbar: Das Gesetz sieht vor, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Richtlinie für die Durchführung der Kryokonservierung erlassen muss. Nach dem Zeitplan sollte der Entwurf dazu im November 2019 vorliegen und im Februar 2020 sollte die Richtlinie fertig sein. Der Entwurf steht aber immer noch aus. Nach Fertigstellung und Genehmigung der Richtlinie durch das Ministerium müssen dann auch noch die Preise für die medizinischen Maßnahmen ausgehandelt werden. Dafür hat der Bewertungsausschuss ein weiteres halbes Jahr Zeit. „Es ist fraglich, ob das alles noch in diesem Jahr abgeschlossen wird“, erklärt Freund und fährt fort: „Es ist für die Betroffenen eine unerträgliche Situation. Die Kryokonservierung ist seit Langem medizinisch etabliert und wird in den relevanten Leitlinien der Fachgesellschaften empfohlen.“ Freund sagt aber auch: „Nach einer Umfrage haben uns sieben Krankenkassen zugesagt, dass sie die Betroffenen bei der Kryokonservierung auf individueller Basis finanziell unterstützen. Leider betrifft das nur etwa 14 Prozent der Versicherten."

Zu Katharinas Geschichte geht es hier.