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Keine Kostenexplosion durch Arzneimittel

Berlin (pag) – Die Ausgaben für Arzneimittel seien in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit Jahren auf einem stabilen Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in seiner jetzt veröffentlichten Studie „Pharma Daten 2017“.

Trotz alternder Gesellschaft und neuer Therapieoptionen entfielen nur rund acht Prozent der GKV-Ausgaben auf Arzneimittel im ambulanten Bereich. „Von den GKV-Gesamtausgaben von 227 Milliarden Euro im Jahr 2016 wurden rund 18 Milliarden Euro dafür ausgegeben“, rechnet der Verband vor und bescheinigt, dass es „nachweislich keine Kostenexplosion“ aufgrund von steigenden Arzneimittelausgaben gibt. Dies belegen laut BPI nicht nur die neuesten Zahlen aus den Pharma Daten, sondern auch der vor Kurzem vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte Bericht zur Finanzlage der GKV.

Demnach konnten die Krankenkassen ihre Überschüsse allein in den ersten drei Quartalen 2017 um weitere 2,5 Milliarden Euro erhöhen. Für den Gesundheitsfonds werde vom Schätzerkreis bis Ende 2017 eine Rücklage von mehr als 8,5 Milliarde Euro erwartet. „Eine komfortable Situation, zu der die pharmazeutische Industrie erheblich beiträgt“, so der BPI. Laut Pharma Daten konnten die Kassen seit dem Jahr 2010 rund 16 Milliarden Euro durch Zwangsabschläge einsparen. Im letzten Jahr seien noch rund vier Milliarden Euro durch Rabattverträge hinzugekommen – „und dabei sind Preismoratorium, erweitertes Preismoratorium, Festbeträge, AMNOG & Co. noch nicht berücksichtigt“, merkt der Verband an.

„Während die GKV ihre finanziellen Spielräume weiter ausbaut, wird der Spardruck auf die Pharmazeutische Industrie immer weiter verschärft, beispielsweise bei der Bildung von Festbetragsgruppen“, sagt der stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Norbert Gerbsch. Zunehmend würden etwa Unterschiede in der Darreichungsform ignoriert, ob Spritze oder Pen, Tablette oder Saft, alle landeten in der gleichen Gruppe. „Manche dieser Darreichungsformen erreichen daher nie den deutschen Markt, verschwinden wieder oder werden erst gar nicht entwickelt.“

Die vollständige Publikation gibt es unter: www.bpi.de/daten-und-fakten/pharmadaten/