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Klimawandel fördert Krankheiten

Berlin (pag) – Hitze, Trockenheit und ausbleibender Frost – Umweltfaktoren beeinflussen die Gesundheit stark. Der Klimawandel treibt deshalb auch Mediziner um. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) setzt das Thema nun ganz oben auf ihre Agenda.

Die Temperatur auf der Erde steigt spürbar, Hitzewellen nehmen zu. Was das für die Gesundheit bedeutet, ist bislang allerdings wenig erforscht. Grund genug für die Mediziner der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, ihre Jahrespressekonferenz ganz dem Klimawandel und dessen wahrscheinlichen Auswirkungen zu widmen.
Besonders gefährdet durch Hitze sind den Experten zufolge ältere Patienten mit Vorerkrankungen wie einer Herzschwäche oder Bluthochdruck.
Weil sich bei Wärme die Gefäße weiten, sinke der Blutdruck bei den meisten Menschen, was unter anderem zu Schwindel und Übelkeit führen könne, erklärt Prof. Jürgen Floege, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. An besonders heißen Tagen mit mehr als 30 Grad Celsius häuften sich aber auch die schwerwiegenden Zwischenfälle. Und sogar die Sterberate steige spürbar um etwa 10 Prozent.
Patienten, die Blutdrucksenker einnehmen, sollten aufgrund der äußeren Einflüsse während einer Hitzewelle täglich ihren Blutdruck kontrollieren, empfiehlt Prof. Floege. Unter Umständen könne es sogar angezeigt sein, in Absprache mit dem Arzt die Einnahme der Medikamente auszusetzen. Ärzte müssten für diese Art von Folgen des Klimawandels erst noch sensibilisiert werden, sagt Prof. Floege. Für „fast schon banal“ hält er hingegen den Hinweis, bei Wärme für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Dennoch würden gerade ältere Menschen ihn zu selten befolgen.
Zu den Leidtragenden des Klimawandels könnten auch die Allergiker zählen. Weil der Niederschlag abnehme, steige die Intensität des Pollenflugs, sagt Prof. Christian Witt, Pneumologe an der Berliner Charité. Ausbleibender Frost verlängere zudem die Dauer der Pollensaison.