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Deutschland ist Vizeweltmeister

Berlin (pag) – Deutschland ist 2016 erneut Vizesieger bei klinischen Arzneimittel-Studien von Pharma-Unternehmen geworden. Mit 532 Studien liegt Deutschland vor dem Vereinigten Königreich (499), Kanada (463), Spanien (384), Frankreich (336) und wird nur übertroffen von den USA. Das geht aus einer Auswertung des öffentlichen Studienregisters clinicaltrials.gov durch den Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) hervor.

112 der 532 Studien dienten der ersten Erprobung von neuen Medikamenten mit Studienteilnehmern noch vor der Wirksamkeitsprüfung (Phase I der klinischen Testreihe). Mit den übrigen 420 Studien wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten mit Patienten geprüft, die an 189 unterschiedlichen Krankheiten litten (Studien der Phasen II, III und IV).

Berliner medizinische Einrichtungen waren Spitzenreiter: Sie beteiligten sich an 201 Studien. Es folgten Hamburg (136), München (127), Hannover (83), Frankfurt a.M. (81), Essen (74), Dresden (73), Köln (70), Heidelberg (69) und Leipzig (69). In den meisten der 420 Studien mit Patienten in Deutschland ging es um die Erprobung neuer Therapien gegen Krebserkrankungen (106) oder Entzündungskrankheiten (100). Darauf folgten Studien zu Herz-Kreislauf-Krankheiten (31 Studien) und Infektionskrankheiten (28). Insgesamt wurden Studien zu 189 verschiedenen Krankheiten durchgeführt.

Bei der Therapieentwicklung gegen Entzündungskrankheiten zeige Deutschland besondere Stärke, betont der vfa. Entsprechende Studien wiesen hierzulande mit 24 Prozent einen weit höheren Anteil am Studiengeschehen als in den anderen fünf studienstärksten Ländern: Es folgen Kanada (20 Prozent), das Vereinigte Königreich (18 Prozent), Spanien (16 Prozent), Frankreich und die USA (jeweils 13 Prozent).