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Krankenhausreport: Nachholbedarf bei Patient Blood Management

Berlin (pag) – Die Barmer legt beim Krankenhausreport 2019 den Fokus auf das Patient Blood Management (PBM) bei planbaren Operationen. Kliniken reduzieren damit den Bedarf an Blutkonserven deutlich, sparen Kosten und den Patienten geht es besser, berichtet Prof. Kai Zacharowski, Projektleiter vom deutschen PBM-Netzwerk.

Deutschland ist beim Einsatz von Blutkonserven Spitzenreiter.„Deutschland ist beim Einsatz von Blutkonserven Spitzenreiter“, sagt Prof. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Auf 1.000 Einwohner kommen 47,7 Transfusionen, das sei international die höchste Zahl. Zum Vergleich: In den Niederlanden sind es 25,1. Im Nachbarland gebe es an allen Kliniken ein PBM, also ein Behandlungskonzept, bei dem Anämie und Blutverlust verringert sowie Blutkonserven rational eingesetzt werden. Die Barmer macht sich in ihrem aktuellen Bericht dafür stark, das Konzept auch in Deutschland umzusetzen. Die Kasse hat Versichertendaten ausgewertet und festgestellt, dass Patienten mit Blutarmut häufiger Transfusionen benötigen, länger im Krankenhaus bleiben und ein höheres Sterberisiko haben. Für Straub „handfeste medizinische Gründe, etwas zu tun“.
In Deutschland nutzen 40 Kliniken ein PBM, erklärt Prof. Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an der Uniklinik Frankfurt. Bei ihnen habe sich der Bedarf an Blutkonserven um 40 Prozent reduziert. Zudem sparten die Kliniken Ressourcen, konkrete Zahlen nennt der Experte allerdings nicht. Er betont aber: „Den Patienten geht es besser“. Es sei wichtig, eine Anämie bei Patienten vor einer planbaren OP zu erkennen und zu behandeln. Laut einer internationalen Analyse hat jeder dritte Mensch eine Anämie, davon ist bei einem Drittel Eisenmangel die Ursache. Patienten haben bereits mit einer leichten Blutarmut ein fünffach erhöhtes Sterberisiko, so der Mediziner. Sie lasse sich aber leicht diagnostizieren und behandeln.

Den kompletten Krankhausreport sowie Grafiken und weiteres Material gibt es hier.