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Krankschreibung künftig per Videosprechstunde möglich

Berlin (pag) – Krankschreibungen per Videosprechstunde sollen zukünftig Standardleistung in der Gesetzlichen Krankenversicherung werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Berlin jetzt beschlossen. Allerdings sind an die Diagnose per Video einige Bedingungen geknüpft.

Voraussetzung für die Video-Krankschreibung: der Patient muss bereits vorher schon mal in der Arztpraxis behandelt worden sein. Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist auf sieben Tage begrenzt. Folgebescheinigungen dürfen nur dann per Video ausgestellt werden, wenn die Erstbescheinigung nach persönlicher Untersuchung erfolgte. Einen Anspruch auf eine Krankschreibung per Videosprechstunde haben Patienten allerdings nicht. „Als Standard für die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit gilt weiterhin die unmittelbare persönliche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt“, sagt Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied beim G-BA und Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses Veranlasste Leistungen.

Wenn der Versicherte noch nie persönlich in der betreffenden Praxis vorstellig geworden ist, darf laut G-BA keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt werden. Auch Diagnosen ausschließlich auf Basis eines Online-Fragebogens, einer Chat-Befragung oder eines Telefonates sind nicht möglich. Ab Januar 2021 müssen Arztpraxen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für die Krankenkasse digitalisieren und elektronisch übermitteln.

Durch die Coronakrise wurden die Beschränkungen bezüglich Videosprechstunden bereits weitgehend aufgehoben. Ärzte können Patienten derzeit unbegrenzt Videosprechstunden anbieten, wenn sie einen zertifizierten Videodienstanbieter nutzen und das notwendige technische Equipment besitzen.