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Lungenultraschall bei Covid-19: Strahlungsfrei und unkompliziert

Berlin (pag) – Um den Verlauf von schwerkranken Covid-19-Patienten zu kontrollieren, eignet sich der Lungenultraschall als „unverzichtbares Überwachungsinstrument“, findet die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Sie nennt Vorteile, die sich dadurch für Patienten ergeben.

Rund 7,5 Prozent aller Covid-19-Erkrankten werden intensivmedizinisch behandelt, meist aufgrund einer Lungenentzündung. Die Erfahrungen der vergangenen Wochen würden laut DEGUM zeigen, dass dann der Lungenultraschall die geeignete Methode für eine kontinuierliche und schnelle Verlaufskontrolle der Schwerkranken sei. „Die Veränderungen der Lunge müssen bei den Intensivpatienten regelmäßig überprüft werden“, erklärt Prof. Josef Menzel, Neupräsident der DEGUM. Der Lungenultraschall – die sogenannte Thoraxsonografie – sei unkompliziert, direkt am Intensivbett einsetzbar und könne beliebig oft wiederholt werden. Weiterer Vorteil für den Patienten: Im Gegensatz zum Röntgen ist der Ultraschall strahlungsfrei.
„Die typischen peripheren Verdichtungen, die bei einer Covid-19-Infektion auftreten, lassen sich zuverlässig erfassen und im Verlauf sonografisch beurteilen“, sagt Prof. Dirk-André Clevert, Leiter des Interdisziplinären Ultraschall-Zentrums im Klinikum der Universität München-Großhadern. Die jüngste Vergangenheit zeige, dass die Veränderungen der Lunge mit einem Ultraschall fast genauso gut erkennbar seien wie in der Computertomografie (CT). Diese stehe in der Regel auf den Intensivstationen nicht zur Verfügung. „Somit müssten die schwerstkranken Patienten mit aufwendigen Lagerungs- und Transportmaßnahmen zum CT gebracht werden“, erläutert Clevert. Da sowohl der Transport als auch die Umlagerung für diese sehr instabilen Patienten unzumutbar seien, könne zumeist auf eine CT-Bildgebung nicht zurückgegriffen werden. Der Ultraschall sichere in diesen Fällen die kontinuierliche und schnelle Verlaufskontrolle.