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Nationale Diabetesstrategie: Es wird konkret

Berlin (pag) – Die Nationale Diabetesstrategie ist auf der Zielgeraden: SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar verkündet, sie müsse nur noch mit der Union abgestimmt werden. Diverse Diabetes-Verbände mahnen eine schnelle Umsetzung an.

Blutzuckermessgerät neben einer ZuckerdoseDiabetes mellitus gehört zu den Stoffwechselerkrankungen.Sabine Dittmar, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundesfraktion, berichtet, dass sich die Fachpolitiker der Koalition „in den Endzügen“ der Strategie befinden. Bei den Sozialdemokraten sei sie im Wesentlichen abgestimmt und müsse in der kommenden Woche von der Union bestätigt werden. Dann könne sie ins parlamentarische Verfahren gehen.
Die Politikerin beklagt allerdings, dass ernährungspolitische Ansätze fehlten. Die Besteuerung ungesunder Lebensmittel und die Steuerbefreiung gesunder Lebensmittel, die Kennzeichnung mit einem Nutri-Score und Ernährungsstandards für Kitas und Schulen sind Maßnahmen, die Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) umsetzen möchte. Die Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Hansestadt Hamburg betont: „Wir brauchen dringend verbindliche Maßnahmen auf Bundesebene“. Sie erwarte von den zuständigen Ministern mehr Engagement. Das sehen offenbar auch Diabetes-Patienten so: Eine Umfrage von diabetesDE unter 1.500 Betroffenen zeigt: 78 Prozent von ihnen wünschen sich eine klare und verständliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln. „Man muss hören auf das, was die Betroffenen wollen“, sagt diabetesDE-Chef Dr. Hans Kröger.

Die Deutsche Diabetesgesellschaft, diabetesDE und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe mahnen eine schnelle Umsetzung der Strategie an. Zur Vorbereitung haben die Verbände bereits Koordinierungsgruppen in den Ländern geschaffen. Ihnen gehören unter anderem Ärzte, Ernährungsberater und Patienten an.