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Neueinführungen: Krebsmedikamente stehen an der Spitze

Berlin (pag) – 25 neue Medikamente sind 2019 auf den Markt gekommen – weniger als in den vergangenen Jahren, wie der Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) berichtet. Die Liste führen Mittel gegen Krebs mit zehn Neuheiten an.

Einige neue Medikamente etwa gegen Mukoviszidose, Wurmbefall und Epilepsie sind nun auch kindgerecht verfügbar.Nach den Krebsmedikamenten folgen Infektionskrankheiten und Blutungskrankheiten (jeweils drei), Entzündungskrankheiten, neurologische Krankheiten, Stoffwechselerkrankungen und Herz-Kreislauf-Krankheiten (jeweils zwei) und Augenkrankheiten (eins). Bislang bekamen Krebsmedikamente eine Zulassung stets nur für bestimmte Tumorarten in bestimmten Organsystemen. 2019 erhielt erstmals ein Medikament die Zulassung zur Behandlung jeglicher Tumore, die eine bestimmte Genmutation (eine NTRK-Genfusion) aufweisen – unabhängig vom betroffenen Organ. „Hier kommt das gewandelte Verständnis von Krebserkrankungen zur praktischen Anwendung“, sagt Vfa-Präsident Han Steutel. Es sind in erster Linie Gendefekte, die die Entstehung und Ausbreitung von Krebs steuern. Mutations- statt organbasierte Zulassungen dürfte es daher in Zukunft öfter geben." Bei insgesamt sieben der zehn Krebsmedikamente sei vor jeder Anwendung bei einem Patienten mit einem Gentest zu prüfen, ob dessen Krebszellen so mutiert sind, dass das Mittel ihm voraussichtlich helfen könnte. „Neue Medikamente sind ein wichtiger Beitrag zur Anfang 2019 vom Forschungs- und vom Gesundheitsministerium initiierten Dekade gegen Krebs“, meint Steutel.
2019 sei ein neues Antibiotikum eingeführt worden, das auch gegen einige Erreger wirksam sei, bei denen mehrere andere Antibiotika wegen Keimresistenzen nichts mehr ausrichten können, teilt der vfa mit. Einige Medikamente etwa gegen Mukoviszidose, Wurmbefall und Epilepsie seien nun auch kindgerecht verfügbar – zum Beispiel als Granulat, Suspension oder Kautabletten. Fünf der neu eingeführten Medikamente mit neuem Wirkstoff hätten den Orphan-Drug-Status in der EU.
Der vfa geht davon aus, dass im nächsten Jahr wieder mehr als 30 Medikamente neu eingeführt werden. Auch für 2019 zeigt sich Steutel zufrieden: „In einigen Fällen werden Krankheiten durch Medikamente dieses Jahres sogar erstmals behandelbar.“