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Neurodermitis: Biologika aus Angst vor Corona nicht absetzen

Bonn (pag) – Neurodermitispatienten sollten ihre gewohnte Therapie aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus nicht einfach absetzen. Darauf weist die Deutsche Haut- und Allergiehilfe hin. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Neurodermitis das Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 erhöht.

Biologika wirken sehr spezifisch auf bestimmte Vorgänge im Immunsystem.

Bei mittelschwerer und schwerer Neurodermitis könne es notwendig sein, mit einer innerlichen Therapie regulierend mit Biologika in das überaktive Immunsystem einzugreifen – das Immunsystem insgesamt schwächen sie nicht.
Die Arzneistoffe würden sehr spezifisch auf bestimmte Vorgänge im Immunsystem wirken, aber nicht auf die allgemeine Abwehr gegen Viren. Aus diesem Grund bestehe nach jetzigem Kenntnisstand unter der Behandlung mit Biologika kein erhöhtes Infektionsrisiko.

Vorstellbar seien jedoch negative Auswirkungen für Betroffene, wenn sie ihre verordneten Biologika absetzen. Abgesehen von einem erhöhten Risiko für Ekzemschübe könnten sich bei Patienten, die gleichzeitig an Asthma leiden, die Atemwegsbeschwerden verstärken. Eine Covid-19-Erkrankung könnte dann schwerwiegender verlaufen. „Hautpatienten, die an akuten Symptomen leiden oder bei denen eine Therapiekontrolle notwendig ist, sollten weiterhin ihren Dermatologen aufsuchen“, sagt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. „Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus darf nicht dazu führen, dass Hauterkrankungen unzureichend behandelt werden. Wer unsicher ist, kann durch einen kurzen Anruf in der Praxis seine Bedenken meist schnell ausräumen.“