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Ersteinschätzungsverfahren SmED ab 2020

Berlin (pag) – Bei akuten Beschwerden haben gesetzlich Versicherte eine Alternative zur Notaufnahme: Unter der Rufnummer 116117 bieten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) eine telefonische Ersteinschätzung an und vermitteln eine der Dringlichkeit angemessene ärztliche Versorgung.

SmED: In Notfällen erfolgt die Übergabe an den Rettungsdienst.Mit dem Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) ist der Weg frei für ein erweitertes Patienten-Angebot in der Akut- und Notfallversorgung: Durch das softwaregestützte medizinische Ersteinschätzungsverfahren SmED (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) sollen Patienten von qualifiziertem Personal durch strukturierte Fragen in die richtige Versorgungsebene zur weiteren Abklärung ihrer Beschwerden gelenkt werden. Es handelt sich dabei um ein Angebot der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Zentralinstitut (Zi) für die kassenärztliche Versorgung.

Spätestens zum 1. Januar 2020 steht die Nummer 16117 bundesweit rund um die Uhr zur Verfügung – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Nach telefonischer Ersteinschätzung werden dort Termine bei Haus- und Fachärzten vermittelt. Patienten erhalten eine Empfehlung, mit welchen akuten Beschwerden eine Vorstellung in einer Krankenhausnotaufnahme angezeigt ist. In Notfällen erfolgt die Übergabe an den Rettungsdienst. In einigen Regionen wird auch die Möglichkeit einer ärztlichen Telekonsultation angeboten.

Durch SmED werden Patientendaten wie Geschlecht und Alter, chronische Krankheiten, Vorerkrankungen und Medikation, Leitsymptome und Begleitbeschwerden erfasst – die Software unterstützt die strukturierte Abfrage. „Das zentrale Ziel von SmED ist es, abwendbar gefährliche Krankheitsverläufe mit hoher Sicherheit zu erkennen. Patienten werden dadurch schnell und sicher in die richtige Versorgungsebene gelenkt“, sagt Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. Neben der Einordnung der Beschwerden biete SmED auch eine Dokumentation für die Weiterbehandlung.