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Patientenbeauftragte: Länder müssen Anmeldung für Impfung erleichtern

Berlin (pag) - Bundesweit öffnen mehr und mehr Impfzentren, als erste Risikogruppe sollen Menschen über 80 Jahre geimpft werden. Bei der Terminvergabe gibt es jedoch noch Verbesserungspotenzial, mahnt die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Prof. Claudia Schmidtke.

Die Vergabe der Termine müsse so niedrigschwellig wie möglich organisiert sein. „Gerade die aktuell Impfberechtigten sollten auch ohne weitere Unterstützung in der Lage sein, ihren Termin verlässlich zu erhalten“, fordert Schmidtke. Die Länder hätten sich bewusst dafür entschieden, die Terminvergabe eigenverantwortlich zu regeln. Das Ergebnis seien nun völlig unterschiedliche und teils sehr komplexe Wege der Terminvereinbarung. „Insbesondere für die ältere Zielgruppe, die aktuell prioritär geimpft werden soll, sind diese Regelungen zum Teil nicht nachzuvollziehen“, sagt Schmidtke weiter. Dies führe zu Unverständnis und unnötigem Stress.

Die Patientenbeauftragte zeigt Verständnis für Startschwierigkeiten, schließlich habe es eine Impfkampagne dieses Ausmaßes noch nie gegeben. „Nun muss auch länderübergreifend aus guten und schlechten Erfahrungen gelernt und die Anmeldesysteme verbessert werden“, so Schmidtke weiter. Die Anmeldungen müssten technisch und organisatorisch so gestaltet werden, dass Menschen darauf vertrauen können, ohne größeren Aufwand einen Termin zu bekommen.

Mit Blick auf die aktuelle Debatte über die bestellten Impfstoffmengen bekräftigt Schmidtke, dass alle Impfwilligen auch eine Impfung erhalten würden. Außerdem warnt sie davor, die Pandemie und die Impfkampagne als Wahlkampfthema zu instrumentalisieren: „Die Bekämpfung dieser Pandemie ist eine überparteiliche, gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht an Parteigrenzen scheitern.“

Hier finden Sie Informationen zur Terminvergabe in Ihrem Bundesland.

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