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Patientensicherheit soll größeren Stellenwert bekommen

Berlin (pag) – Für eine Sicherheitskultur auf allen Ebenen will der heutige erste Welttag der Patientensicherheit sensibilisieren. Im Fokus stehen dabei Fehlermanagementsysteme, die in Praxen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Sowohl niedergelassene Ärzte als auch Kliniken sind dazu verpflichtet, Fehlermanagementsysteme einzusetzen.Auch in Praxen und Kliniken läuft nicht immer alles rund. Über 14.000 Behandlungsfehler-Vorwürfe wurden 2018 nach Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) gemeldet. Laut einer Umfrage der IKK Südwest hat ein Drittel der Befragten schon negative Erfahrungen während einer ärztlichen oder pflegerischen Behandlung gemacht. Diese seien häufig auf mangelnde Kommunikation zurückzuführen.

Sowohl niedergelassene Ärzte als auch Kliniken seien dazu verpflichtet, Fehlermanagementsysteme einzusetzen. Darauf weist APS hin. Nach Angaben des Bündnisses kommen solche Systeme derzeit aber nicht umfassend zum Einsatz. Häufig würden die Ergebnisse auch nicht abschließend ausgewertet. Deshalb unterstützt das Aktionsbündnis für den ambulanten Bereich das vom Innovationsfonds geförderte Fehlermeldungs-Projekt CIRsSforte, an dem sich 184 Arztpraxen beteiligen. Diese zeigen: Vielfach gibt es Fehler bei der Medikation, bei Labortests und in der Patientenidentifikation. Auch für den Einsatz im stationären Bereich arbeitet das APS an der Weiterentwicklung einrichtungsübergreifender Fehlermelde- und Lernsysteme.

Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, spricht sich dafür aus, eine umfassende Sicherheitskultur als festen Bestandteil ärztlicher Tätigkeit in Kliniken und Praxen zu verankern. Eine Schlüsselrolle spiele die sanktionsfreie Meldung von Beinahe-Schäden. Zudem falle dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die „unverzichtbare Aufgabe zu, neue Therapieansätze vor der Einführung in die Regelversorgung auf Basis von evidenzbasierten Kriterien auf ihre Sicherheit und auf ein positives Schaden-Nutzen-Verhältnis hin zu überprüfen“, betont Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA. Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen, der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie sowie Pro Generika informieren darüber, dass Medikamente nur behördlich zugelassen werden, wenn ihr Nutzen die Risiken der Anwendung übersteigt. Dies werde vor der Zulassung durch klinische Studien ermittelt. Für das frühzeitige Erkennen von unbekannten Risiken sei das Melden von Nebenwirkungen besonders wichtig. Wie dies funktioniert, erfahren Sie hier.