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Patientenwissen: Kreuzband-Operation oder Physiotherapie?

Düsseldorf (pag) – Patienten sind nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes oft verunsichert, ob sie eine Operation durchführen lassen oder zur Physiotherapie gehen sollen. Auf dem Kongress des Berufsverbandes für Arthroskopie (BVASK) vom 31. Januar bis 01. Februar in Düsseldorf wird dieses Thema erläutert.

Bei älteren Patienten zwischen 40 und 60 Jahren lohnt es sich, den Riss lange ausheilen zu lassen.Bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Fußball, Handball, Judo oder Ski alpin reißt das vordere Kreuzband häufiger als das hintere, wie der BVASK informiert. Betroffen sind meist sportliche Menschen zwischen 15 und 25 Jahren.

Im Durchschnitt reißt nach einer Operation innerhalb der nächsten fünf Jahre bei rund sechs Prozent der Patienten das Kreuzband erneut. Das zeigt ein Studienvergleich von Dr. Ralph Akoto, Leitender Oberarzt am chirurgisch-traumatologischen Zentrum im AK St. Georg, Hamburg, und seinem Team. Zwölf Prozent erleiden in diesem Zeitraum einen Kreuzbandriss auf der Gegenseite – bei den 16 bis 18-jährigen Männern im hochklassigen Fußball sind es bis zu 25 Prozent im ersten oder zweiten Jahr nach der OP, die sich einen erneuten Riss des Kreuzbandes zuziehen. Angesichts dieser Zahlen solle trotzdem operiert werden, sagt Akoto, „aber nicht uneingeschränkt“. Zuerst müsse man sich fragen, wie alt der Patient ist und wie aktiv er Sport treibt. „Ein 18-jähriger Fußballer beispielsweise, dem Verschleißerscheinungen drohen und der aktiv seinen Sport weiter betreiben will, sollte sich unbedingt operieren lassen“, weiß der Gelenkmediziner. Ein neues stabiles Kreuzband helfe, weitere Verletzungen, wie zum Beispiel einen Meniskus-Riss, zu vermeiden. Zweitens senke die OP das Risiko für einen vorzeitigen Verschleiß. Drittens werde von den Patienten hinterher nicht so oft von einer Instabilität berichtet wie nach einer Physiotherapie.
Bei älteren Patienten zwischen 40 und 60 Jahren lohne es sich aber, den Riss lange ausheilen zu lassen und konservativ in der Physiotherapie zu behandeln. Wenn der Betroffene sanften Sport ausübt, seinen Alltag anpassen kann und kein Gefühl der Instabilität hat, könne man auf eine OP verzichten.