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11. Juli 2018

Pflege braucht ein Zukunftskonzept und mehr Personal

 
Berlin (pag) – Um den Pflegenotstand in Deutschland zu lösen, braucht es ein Zukunftskonzept, mehr Personal, eine höhere Vergütung der Pflegekräfte sowie Pflegeanhaltszahlen für die Belegschaft auf Station. Das fordern die Podiumsgäste im „Brennpunkt Onkologie“ der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG).

Ärzte ließen Patienten mit ihren Fragen zu den heute komplexen Krebstherapien
oft alleine, stellt Kerstin Paradies fest, Sprecherin der AG Konferenz onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege in der Deutschen Krebsgesellschaft. Die onkologische Pflege fange dies auf, sei aber überlastet. Daher müsse mehr Geld in Beratungsstellen investiert werden. Pflege benötige mehr Organisationskompetenz, Fortbildung, Personal, höhere Belegungsquoten von Fachkräften und Raum für ungestörte Beratungsgespräche sowie wissenschaftliche Evidenz, um die Qualität zu verbessern.

Für eine Akademisierung der Pflege und eine Akademiker-Quote von 20 Prozent plädiert Karen Pottkämper, Studiengangskoordinatorin an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften. Die wachsenden Probleme in der Versorgung von Patienten könnten ohne akademisch ausgebildete Pfleger nicht gelöst werden. Je höher der Anteil an studierten Pflegern sei, desto besser sei die Qualität der Pflege. Studien aus dem Ausland belegten eine sinkende Mortalität, kürzere Krankheitsdauer und Verweildauer der Patienten auf Station.

Zur Entlastung der Pflege schlägt Dr. Bernd Metzinger von der Deutschen Krankenhausgesellschaft eine automatisierte Medikamentenausgabe vor, weniger Dokumentation, um mehr Zeit für die Pflege zu haben, sowie die Schaffung eines neuen zweijährigen Ausbildungsberufs. Eine Quote für Fachkräfte auf Station solle eingeführt werden. Politische Maßnahmen wie die Ausgliederung der Pflege aus den DRGs, krankenhausindividuelle Kostenerstattung, volle Übernahme von Tarifsteigerung, mehr Ausbildungsplätze und eine höhere Vergütung von Pflegern begrüßt Metzinger.

Dr. Jürgen Malzahn vom AOK Bundesverband fordert Pflegepersonalanhaltszahlen anstelle von Untergrenzen. Auch er ist für eine Akademisierung der Pflege, zudem für den Ausbau der Heilkundeübertragung sowie für die Einführung des Pflegeassistenten. Fachweiterbildungen sollten gestärkt werden. Die Pflege brauche mehr Geld und Anerkennung, meint Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der DKG. Eine Neuordnung nach mehr und weniger pflegeintensiven Bereichen müsse erfolgen.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel Vorstellung des DKV-Reports „Wie gesund lebt Deutschland?“ am 30.07.2018 in Berlin
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Digitorial

Literaturtipps
Cover "Der digitale Patient"

"Der digitale Patient. Analyse eines neuen Phänomens der partizipativen Vernetzung und Kollaboration von Patienten im Internet" von Alexander Schachinger
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